Sonntag, 13.06.2010

Die deutschen Spieler in der Einzelkritik

Özil und Müller überragend

Die deutsche Nationalmannschaft hat einen hervorragenden Start in die Weltmeisterschaft 2010 hingelegt. Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw siegte in ihrem ersten Gruppenspiel gegen Australien in Durban mit 4:0 (2:0) und führt damit die Gruppe D dank der besseren Tordifferenz vor Ghana an. Die Afrikaner gewannen ihr Auftaktmatch gegen Serbien mit 1:0.

Deutschland fertigte Australien mit 4:0 ab und zeigte durch die Bank eine starke Leistung
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Deutschland fertigte Australien mit 4:0 ab und zeigte durch die Bank eine starke Leistung

Vor 62.660 Zuschauern im wunderschönen Stadium Moses Mabhida in Durban besorgten Lukas Podolski (8.), Miroslav Klose (26.), Thomas Müller (68.) und Cacau (71.) die Tore für die deutsche Mannschaft.

Neben den Torschützen ragte vor allen Dingen der unwiderstehliche Mesut Özil bei der DFB-Auswahl heraus, die jetzt schon einen großen Schritt in Richtung Achtelfinale gemacht hat.

Die deutsche Mannschaft in der Einzelkritik:

Manuel Neuer: Von Beginn an hellwach, musste bei der Großchance von Garcia nicht eingreifen. Sicher im Rauslaufen, und auch mit einigen gezielten Abwürfen, die das Spiel schnell machten. Ansonsten kaum geprüft. Note 3

Philipp Lahm: Sehr anständige Leistung des Kapitäns. In der Defensive oft ohne direkten Gegenspieler, wenn sich dann doch mal einer an ihn herantraute, blieb Lahm so gut wie immer Sieger. Ging nur einmal zu früh ins Tackling. Offensiv immer wieder mit Druck nach vorne, spielte neben seinen Flanken selbst die flachen Bälle in die Tiefe. Note 2

Per Mertesacker: Deutlich besser in der Abstimmung mit Friedrich. Hielt sich gegen die einzige australische Spitze (entweder Garcia oder Cahill) in den direkten Duellen merklich zurück, ließ Friedrich dafür oft ins Kopfballduell gehen und sicherte stattdessen ab. Note 3

Arne Friedrich: Bissig im Zweikampf und sehr spritzig im Antritt. Einmal aber mit Garcias Gegenbewegung überfordert (erste Halbzeit). Im zweiten Durchgang nach der Roten Karte gegen Cahill kaum mehr gefordert und sogar mit Zeit, sich ins Angriffsspiel einzuschalten. Note 3

Holger Badstuber: Der Münchener war in einem sehr auffälligen Team der unauffälligste - was aber nicht unbedingt als Nachteil zu sehen ist. Defensiv vor allem in den Zweikämpfen sehr abgezockt, rückte auch immer zur richtigen Zeit ein. Nur in der Offensive zu zögerlich. Unterstützte Podolski nur zaghaft und war kaum über der Mittellinie zu finden. Allerdings: Zuckerpass auf Özil vor dem 4:0. Note 3

WM: Deutschland - Australien (Gruppe D)
Der Beweis! Auch die Deutschen tröten, was das Zeug hält. Los geht's zum ersten deutschen Gruppenspiel
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Das sind die elf Jungs, die gegen Australien in der Startelf standen, bei der Nationalhymne
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Traumstart für das DFB-Team! Nach acht Minuten trifft Lukas Podolski nach feiner Vorarbeit von Thomas Müller zum 1:0
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Ein echter Poldi! Der Kölner schreit seinen Jubel über das erste deutsche Tor bei dieser WM heraus
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Es dauerte nicht lange, da hatten die Teamkollegen den jubelnden Podolski eingefangen
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Zwischen all die Jubelbilder auch mal was vom Spiel: Hier versucht Richard Garcia (l.) im Duell mit Arne Friedrich und Per Mertesacker (r.) zum Torabschluss zu kommen
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Weiter geht's mit den wirklich wichtigen Bildern: Flanke Lahm, Schwarzer springt am Ball vorbei und Ex-Sorgenkind Klose köpft die Kugel zum 2:0 ins Tor
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Khedira freut sich mit dem Torschützen, der hier wohl ein 3:0 tippt - nicht ganz richtig, Miro!
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Nach dem schnellen Zwei-Tore-Vorsprung war die Erleichterung auch auf der deutschen Bank groß
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Hochprofessionell verteidigt Arne Friedrich gegen Australiens Tim Cahill (M.), Mertesacker scheint beeindruckt
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Tim Cahill guckt zwar nicht hin, ging aber dennoch nach 56 Minuten mit Rot vom Feld. (Zu) harte Entscheidung allerdings
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Das 3:0! Thomas Müller wackelt einen Australier aus und schiebt die Kugel erst an den linken Pfosten, dann ins Tor
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Und da ist es, das schnellste Jokertor der WM-Historie. "Helmut" Cacau kam rein, lief sich frei und netze ein - klasse!
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Bastian Schweinsteiger: Der Anführer im Mittelfeld. Liest das Spiel sehr gut, die Abstimmung mit Khedira war deutlich besser als zuletzt gegen Bosnien. Schweinsteigers Spiel besticht nicht durch das Spektakel, sondern die Schlichtheit. Gegen Australien zu sehen in Zweikämpfen, einfachen Pässen und Seitenwechseln. Note 2

Sami Khedira: Er sollte einer derjenigen sein, der die Australier mit Vertikalläufen auseinanderreißen sollte. Und Khedira war es. Fast schon ein wenig zu oft und zu schnell führte ihn sein Weg bis ganz in die Spitze, allerdings immer gut abgesichert von zumindest Schweinsteiger. Immenses Laufpensum, vor dem Tor aber leider glücklos. Note 2

Thomas Müller: Den Laufweg vor dem 1:0 wählen nicht viele - Müller schon. Das sind die Dinge, warum Löw ihn bringt: Weil er die Situation schnell erfasst und clever zu Ende spielt. Dazu mit einigen pfiffigen Soli gegen die kantigen Aussies. Das 3:0 ein klassisches (Thomas-)Müller-Tor: Die Lücke finden, nochmal aufziehen, langes Eck, drin. Note 1

Mesut Özil: Es war teilweise berauschend, was der Bremer zeigte. Fast immer anspielbar, ruhig am Ball, mit Auge und Finesse, die bei ihm selbst schwierige Situationen leicht aussehen lassen. Özil wird Messi genannt - heute war sein Spiel wie das des Argentiniers. Leider aber auch in punkto Chancenverwertung. Trotzdem: Note 1

Lukas Podolski: Ein Schuss, ein Podolski-Tor: Rumms und drin. Von da an gut im Spiel und gefährlich bei seinen Läufen in die Gasse. In der Defensive nicht immer ganz wach, pennte in der ersten Halbzeit zweimal - die Australier aber wollten die völlig offene linke deutsche Seite nicht zu einem gefährlichen Angriff nutzen. Note 2

Miroslav Klose: Wie von ihm selbst und Bundestrainer Löw angekündigt, zeigte sich Klose deutlich verbessert. Besonders in der Defensive machte er viele kleine, aber wichtige Dinge, ließ sich zum Beispiel häufig fallen, wenn Khedira steil in die Spitze ging. Stibitzte den Australiern im Mittelfeld einige Bälle. Nicht nur beim Tor zum 2:0 sehr auffällig: Klose geht wieder beherzt in die Zweikämpfe, traut sich was zu, geht das Risiko ein und lässt sich auch nicht von einem harten Tackling oder einer vergebenen Chance beeindrucken. Note 2

Cacau: Der Stuttgarter kam in der 69. Minute und hatte offenbar beim Kollegen Podolski gespickt und einfach mal den ersten Torschuss gleich versenkt. Danach in der Özil-Rolle als hängende Spitze und Ballverteiler auch mit einigen vernünftigen Szenen. Note 2

Mario Gomez: Durfte ab der 74. Minute noch eine kurze Trainingseinheit auf Wettkampfniveau absolvieren. Lief einmal stark in die Tiefe ein, hatte aber Pech, dass er dabei knapp im Abseits stand. Keine Benotung

Marko Marin: Die Geheimwaffe musste eigentlich gar nicht mehr ran, durfte aber trotzdem noch ein wenig immer müder werdende Australier aufmischen. Keine Benotung

Deutschland - Australien: Hier geht's zur Analyse

Für SPOX in Durban: Stefan Rommel

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