Donnerstag, 24.06.2010

WM 2010

Stolz und Trauer in Australien

Nach einer Ehrenrunde mit Tränen und schmerzte das Deutschland-Trauma umso mehr. Mit dem 2:1 (0:0) gegen Serbien verabschiedeten sich die tapferen Australier erhobenen Hauptes von der WM in Südafrika, doch es war der traurigste Sieg ihrer Länderspiel-Geschichte.

Tim Cahill spielt seit 2004 für den FC Everton
© Getty
Tim Cahill spielt seit 2004 für den FC Everton

Die schwache Tordifferenz verhinderte den zweiten Achtelfinal-Einzug in Folge, die vier Gegentreffer bei der ernüchternden Auftaktniederlage gegen Deutschland waren letztlich genau drei zu viel.

"Von 25 Spielen seit Qualifikationsbeginn haben wir ein ganz schlechtes gemacht. Doch das hat uns letztlich unseren Traum gekostet", sagte Trainer Pim Verbeek.

Auch der deutschstämmige Keeper Mark Schwarzer dachte nach dem Schlusspfiff umgehend an das 0:4-Debakel zehn Tage zuvor. "Das war kein normales Spiel damals. Das waren nicht wir. So schlecht wie dort haben wir noch nie gespielt", sagte der 37-Jährige immer noch fassungslos.

"Deutschland hätte eben auch gegen Ghana drei Tore mehr schießen müssen", sagte Dario Vidosic vom MSV Duisburg, der ohne Einsatz geblieben war. Das Lachen blieb ihm im Halse stecken. "Ich fahre jetzt in Urlaub und werde kein WM-Spiel mehr schauen", sagte er.

Nur Tim Cahill gut gelaunt

Einzig Tim Cahill wollte sich die Laune nicht verderben lassen. Der Mittelfeldspieler vom FC Everton hatte gegen Deutschland Rot gesehen, gegen Ghana pausieren müssen und gegen die Serben den Führungstreffer geköpft (69.).

"Irgendwie ist das einer der schönsten Tage meines Lebens", sagte er und ließ auf der Pressekonferenz neben der Auszeichnung als "Man of the match" auch noch den zu Werbezwecken ausgestellten Ball als Trophäe mitgehen.

Man sei gar nicht mit der Devise ins Spiel gegangen, vier Tore zu erzielen, ergänzte Cahill zum allgemeinen Erstaunen. Zu aussichtslos schien das Unterfangen.

"Aber wir waren Vorbilder für die Kinder, deshalb bin ich stolz und sehe das Positive." Selbst Nachfragen zum Deutschland-Spiel kommentierte Cahill ohne Gram: "Sie waren einfach zu gut für uns. Deutschland ist eines der besten Teams der Welt und einer der Favoriten auf den Titel."

WM: Australien - Serbien (Gruppe D)
AUSTRALIEN - SERBIEN 2:1: Die australischen Fans streckten ihre Fühler zum Achtelfinale aus.
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AUSTRALIEN - SERBIEN 2:1: Die australischen Fans streckten ihre Fühler zum Achtelfinale aus.
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Aber auch die serbischen Anhänger riechen am Weiterkommen
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Aber auch die serbischen Anhänger riechen am Weiterkommen
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Die Partie waren von vielen intensiven Zweikämpfen geprägt
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Die Partie waren von vielen intensiven Zweikämpfen geprägt
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Trotz der Brisanz blieb das Spiel aber stets fair! Cahill und Vidic mit Handshake
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Trotz der Brisanz blieb das Spiel aber stets fair! Cahill und Vidic mit Handshake
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Zu Beginn hatten die Serben mehr vom Spiel und die besseren Chancen. Hier scheitert Krasic an Schwarzer
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Zu Beginn hatten die Serben mehr vom Spiel und die besseren Chancen. Hier scheitert Krasic an Schwarzer
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In Halbzeit zwei drehten die Socceroos aber richtig auf und gingen folgerichtig durch Cahill in Führung
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In Halbzeit zwei drehten die Socceroos aber richtig auf und gingen folgerichtig durch Cahill in Führung
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Genug hatten die Aussies aber noch nicht. Brett Holman sorgte kurz darauf für den zweiten Streich
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Genug hatten die Aussies aber noch nicht. Brett Holman sorgte kurz darauf für den zweiten Streich
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Marko Pantelic machte es aber noch mal spannend mit seinem Abstauber. Da keimte noch mal Hoffnung auf
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Marko Pantelic machte es aber noch mal spannend mit seinem Abstauber. Da keimte noch mal Hoffnung auf
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Gereicht hat es dennoch nicht. Australien und Serbien verabschieden sich von der WM in Südafrika und fahren heim
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Gereicht hat es dennoch nicht. Australien und Serbien verabschieden sich von der WM in Südafrika und fahren heim
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Rückkehr stolz und erhobenen Hauptes

Nach frühen Roten Karten in den ersten beiden Begegnungen hatten die Socceroos großen Kampfgeist gezeigt, deshalb hatte Pim Verbeek nach seinem letzten Spiel auf der australischen Bank auch "gemischte Gefühle". Der Niederländer wird Technischer Direktor des marokkanischen Fußball-Verbandes.

Wenigstens könne man stolz und erhobenen Hauptes nach Hause fliegen, versicherte der langjährige Bundesliga-Profi Joshua Kennedy. "Die Socceroos haben einen tapferen, aber erfolglosen Kampf geführt und sind den Heldentod gestorben", schrieb die Tageszeitung "The Australian".

Verbeeks Nachfolger - favorisiert wird offenbar Kameruns Nationaltrainer Paul Le Guen - muss jedoch möglicherweise einen Neuaufbau starten.

"Auch wenn es noch keiner offiziell verkündet hat: Es gibt ein paar, die nicht mehr weiterspielen werden", verriet Kennedy und sieht große Probleme: "Wir haben uns zweimal in Folge für die WM qualifiziert, deshalb muss man sagen, dass das wohl die beste australische Generation aller Zeiten war. Und es wird schwer, sie zu ersetzen."

Neill: "Bin stolzer Australier"

Cahill (30), Harry Kewell (31) und Kapitän Lucas Neill (32) erklärten nach dem Spiel jedoch, bis zur WM 2014 weitermachen zu wollen.

"Solange ich meinem Land helfen kann, werde ich da sein", sagte Neill. "Ich bin stolzer Australier. Mich kann nur eine Verletzung stoppen", meinte Cahill.

Da war er wieder, der australische Geist, den die Socceroos nach dem bitteren Auftakt gegen Deutschland in Südafrika an den Tag legten. Auch wenn er letztlich nicht belohnt wurde.

Serbien und Australien gescheitert


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