WM 2010

Frankreichs Mannschaft verweigert Training

SID
Sonntag, 20.06.2010 | 18:18 Uhr
Nicolas Anelka (r.) sorgte mit seinem Verbal-Ausraster für einen handfesten Skandal
© Getty
Advertisement
Primera Division
Sa20:45
Atletico - Real: Wer siegt im Derbi madrileño?
Indian Super League
Live
Kerala -
Kalkutta
Ligue 1
Lille -
St. Etienne
Ligue 1
Amiens -
Monaco
Championship
Preston -
Bolton
Primera División
Girona -
Real Sociedad
J1 League
Kobe -
Hiroshima
Primera División
Getafe -
Alaves
Premier League
Arsenal -
Tottenham
Premiership
Ross County -
Celtic
Premier League
Liverpool -
Southampton
Championship
Reading -
Wolverhampton
Primera División
Leganes -
Barcelona
Ligue 1
PSG -
Nantes
Serie A
AS Rom -
Lazio
Premier League
Man United -
Newcastle
Primera División
Sevilla -
Celta Vigo
Championship
Fulham -
Derby County
Ligue 1
Dijon -
Troyes
Ligue 1
Guingamp -
Angers
Ligue 1
Straßburg -
Rennes
Ligue 1
Toulouse -
Metz
Premier League
Leicester -
Man City (DELAYED)
Eredivisie
Breda -
Ajax
Primera División
Atletico Madrid -
Real Madrid
Serie A
Neapel -
AC Mailand
Premier League
West Bromwich -
Chelsea (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
Everton (DELAYED)
Premier League
Burnley -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Malaga -
La Coruna
Serie A
Crotone -
Genua
Super Liga
Ivanjica -
Partizan
Championship
Leeds -
Middlesbrough
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Lokomotiva Zagreb
Ligue 1
Caen -
Nizza
Serie A
Benevento -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Juventus
Serie A
SPAL -
Florenz
Serie A
FC Turin -
Chievo Verona
Serie A
Udinese -
Cagliari
Primera División
Espanyol -
Valencia
Premier League
Zenit -
Tosno
Ligue 1
Lyon -
Montpellier
Premier League
Watford -
West Ham
First Division A
Brügge -
Waasland-Beveren
Superliga
Bröndby -
Nordsjaelland
Primera División
Las Palmas -
Levante
Serie A
Flamengo -
Corinthians
Primera División
Bilbao -
Villarreal
Serie A
Inter Mailand -
Atalanta
Ligue 1
Bordeaux -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Racing
Ligue 1
Amiens -
Lille
Serie A
Hellas Verona -
Bologna
Premier League
Brighton -
Stoke
Primera División
Eibar -
Real Betis
Copa Sudamericana
Libertad -
Independiente
Championship
Ipswich -
Sheffield Wed
Copa Libertadores
Gremio -
Lanus
Indian Super League
Chennai -
NorthEast United
Copa Sudamericana
Flamengo -
Junior
Indian Super League
Kerala -
Jamshedpur
Ligue 1
St. Etienne -
Straßburg
Premiership
Dundee -
Rangers
Premier League
West Ham -
Leicester
Primera División
Celta Vigo -
Leganes
A-League
FC Sydney -
Brisbane
Primera División
Alaves -
Eibar
Championship
Barnsley -
Leeds
Serie A
Bologna -
Sampdoria
Championship
Norwich -
Preston
Primera División
Real Madrid -
Malaga
Ligue 1
Rennes -
Nantes
Serie A
Chievo Verona -
SPAL
Serie A
Sassuolo -
Hellas Verona
Premier League
Liverpool -
Chelsea
Primera División
Real Betis -
Girona
Championship
Sheff Utd -
Birmingham
Ligue 1
Caen -
Bordeaux
Ligue 1
Dijon -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Lille
Ligue 1
Troyes -
Angers
Premier League
Tottenham -
West Bromwich (DELAYED)
Primera División
Levante -
Atletico Madrid
Premier League
Swansea -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
Stoke (DELAYED)
Premier League
Man United -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Watford (DELAYED)
J1 League
Cerezo Osaka -
Kobe
J1 League
Kashima -
Kashiwa
Primera División
La Coruna -
Bilbao
Eredivisie
Excelsior -
PSV
Premier League
Southampton -
Everton
Super Liga
Cukaricki -
Roter Stern
Ligue 1
Nizza -
Lyon
Serie A
Genua -
AS Rom
Serie A
AC Mailand -
FC Turin
Serie A
Udinese -
Neapel
Primera División
Real Sociedad -
Las Palmas
Ligue 1
Marseille -
Guingamp
Premier League
Huddersfield -
Man City
Serie A
Lazio -
Florenz
Primera División
Villarreal -
Sevilla
Premier League
Burnley -
Arsenal (DELAYED)
First Division A
Brügge -
Zulte-Waregem
Primera División
Valencia -
Barcelona
Serie A
Juventus -
Sampdoria
Ligue 1
Monaco -
PSG
Primeira Liga
Benfica -
Setubal
Superliga
River Plate -
Newell's Old Boys
Premier League
Spartak -
Zenit
Serie A
Atalanta -
Benevento
Championship
QPR -
Brentford
Primera División
Espanyol -
Getafe
Ligue 1
Amiens -
Dijon
Ligue 1
Straßburg -
Caen
Coppa Italia
Sampdoria -
Pescara
Ligue 1
Bordeaux -
St. Etienne
Premier League
Watford -
Man United
Copa del Rey
Real Madrid -
Fuenlabrada
Premier League
Brighton -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
West Bromwich -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Leicester -
Tottenham (DELAYED)
Copa Sudamericana
Independiente -
Libertad
Coppa Italia
Chievo Verona -
Hellas Verona
Ligue 1
Angers -
Rennes
Ligue 1
Guingamp -
Montpellier
Ligue 1
Lyon -
Lille
Ligue 1
Metz -
Marseille
Ligue 1
Nantes -
Monaco
Ligue 1
Toulouse -
Nizza
Copa del Rey
Barcelona -
Murcia
Premiership
Rangers -
Aberdeen
Cup
Anderlecht -
Lüttich
Ligue 1
PSG -
Troyes
Premier League
Stoke -
Liverpool
Copa del Rey
Atletico Madrid -
Elche
Premier League
Bournemouth -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Arsenal -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
Man City -
Southampton (DELAYED)
Premier League
Everton -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Chelsea -
Swansea (DELAYED)
Copa Libertadores
Lanus -
Gremio
Indian Super League
Goa -
Bengaluru
Coppa Italia
Udinese -
Perugia
Copa del Rey
Villarreal -
Ponferradina
Cup
Zulte-Waregem -
Brügge
Coppa Italia
Genua -
Crotone

Frankreichs Nationalmannschaft hat am Sonntag die Teilnahme am Training in Knysna verweigert. Der Verbandsoffizielle Jean-Louis Valentin erklärte daraufhin seinen Rücktritt.

Mon dieu, Les Bleus! Die einst so stolze französische Fußball-Nationalmannschaft gleicht zunehmend einem Käfig voller Narren. Einen Tag nach dem Rauswurf von Enfant terrible Nicolas Anelka boykottierten die verbliebenen 22 Spieler der Equipe Tricolore ein öffentliches Training auf dem Platz nahe ihres Hotels in Knysna.

Nach einer lautstarken Auseinandersetzung zwischen Mannschaftskapitän Patrice Evra und Fitness-Coach Robert Duverne bestieg die Mannschaft den Bus und verschwand.

"Ich bin angewidert"

"Ich bin angewidert", sagte Delegations-Leiter Jean-Louis Valentin nach dem blamablen Vorfall und erklärte umgehend seinen Rücktritt. Evra und Duverne hatten sich vor Beginn des Trainings angebrüllt, Duverne warf daraufhin seine Stoppuhr quer über den Trainingsplatz.

Der umstrittene Trainer Raymond Domenech, dessen Zwist mit Anelka am vergangenen Donnerstag die Equipe Tricolore endgültig in Aufruhr versetzt hatte, ging dazwischen, konnte oder wollte den Boykott aber nicht verhindern.

Als die Mannschaft verschwunden war, las Domenech in deren Namen sogar eine Stellungnahmne vor. "Alle Spieler, ohne Ausnahme, protestieren gegen die Entscheidung der FFF (französischer Verband, Anm. d. Red.), Nicolas Anelka zu suspendieren", zitierte der Coach.

Verband verweigerte Austausch mit der Mannschaft

Die Weigerung des Verbandes, sich vor dem Rauswurf von Anelka mit diesem auszutauschen, habe zu dem Trainingsboykott geführt. Am Ende des Briefes hieß es: "Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst. Wir werden alles geben, damit Frankreich seine Ehre wiederfindet."

Die Delegation des Vize-Weltmeisters, der am Dienstag gegen den WM-Gastgeber Südafrika eigentlich seine letzte kleine Chance auf den Einzug in das Achtelfinale nutzen wollte, ist in heller Aufruhr. Ausgelöst hatte den jüngsten Skandal die Sporttageszeitung "L'Equipe".

Auf der Titelseite stand der ungehörige Satz: "Va te faire enculer, sale fils de pute." ("Fick dich in den Arsch, du dreckiger Hurensohn"). Mehr als die Worte selbst erregte allerdings deren Veröffentlichung die Gemüter.

"Das Problem ist nicht Anelka, sondern der Verräter"

Gesagt haben soll den Satz so oder ähnlich Anelka zu Domenech. Zeitpunkt: Pause beim Spiel zwischen Frankreich und Mexiko (0:2), Ort: die französische Kabine. Was die Equipe Tricolore fast rasend macht, ist die Tatsache, dass Streit und Obszönitäten nach draußen drangen.

"Das Problem ist nicht Anelka, sondern der Verräter, der unter uns ist", betonte Kapitän Evra. "Wir bedauern, was passiert ist, aber noch mehr bedauern wir die Veröffentlichung des Streits." Derartige Vorfälle gehörten "zum Leben eines Weltklasse-Teams".

Auch Franck Ribery vom FC Bayern München suchte die Schuld weniger bei Anelka - vielmehr beim bislang unbekannten Maulwurf. "Ein Verräter hat zu viele Dinge nach außen gebracht. Es wäre eine Erleichterung zu wissen, wer es war", sagte Ribery. Seitdem läuft die Suche.

"Jemand, der dem französischem Team etwas Schlechtes will"

"Das kommt von jemandem, der ein Teil der Gruppe ist und dem französischen Team etwas Schlechtes will", erklärte Evra und betonte: "Wir können uns nichts vormachen, der Journalist hat die Geschichte nicht einfach so erfunden."

Ein diffuses Bild gibt wieder mal der französische Verband ab. "Die Kommentare von Nicolas Anelka sind inakzeptabel für die FFF und die Werte, für die wir stehen", begründeten die Funktionäre Anelkas Rauswurf, nachdem der Angreifer eine Entschuldigung abgelehnt hatte - die veröffentlichten Obszönitäten habe er so nie gesagt, betonte er.

Am Ende klang es beinahe so, als entschuldige sich FFF-Präsident Jean-Pierre Escalettes bei Anelka: "Nach seinem Rauswurf hat er sich absolut würdevoll und nobel verhalten."

Anelka bereits 2002 suspendiert

Der sehr lang- und wankelmütige Domenech hatte Anelka einst in die Nationalmannschaft zurückgeholt, nachdem der ehemalige Trainer Jacques Santini den Stürmer 2002 schon einmal aus dem Kader geworfen hatte. Nun aber reichte es auch Domenech. "Die Entscheidung, ihn zu entlassen, ist die richtige", sagte er.

Fast hätte der Trainer noch darüber hinweggesehen, was da am Donnerstag in der Kabine passiert war. Gut, Anelkas Reaktion sei "nicht die beste gewesen, aber ich hätte das intern geregelt", sagte Domenech. Durch die Veröffentlichung des Streits hätten sich die Dinge aber geändert, betonte er. Er hatte daher eine öffentliche Entschuldigung verlangt.

Für derartige Vorfälle, betonte Evra, sei aber nicht eine Person alleine verantwortlich - es seien "alle": "Der Trainerstab, der Verband, die Spieler. Wir sitzen alle im selben Boot. Wenn wir sinken, sinken wir gemeinsam." Am Kap der guten Hoffnung geht die Equipe Tricolore derzeit unter wie einst die Titanic.

Anelka nach Hause geschickt, Evra erbost

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung