Sex im Strafraum

Von Norbert Kron
Freitag, 11.08.2017 | 10:58 Uhr
Gastbeitrag von Norbert Kron
Advertisement
Premier League Darts
Do22.02.
Berlin Calling! Wer rockt die Premiere in der Hauptstadt?
DAZN World Freestyle Masters
Do22.02.
So spektakulär wird der Titel-Streit der Ball-Artisten
Ligue 1
Troyes -
Dijon
Primera División
Leganes -
Real Madrid
Championship
Derby County -
Leeds
World Freestyle Masters
DAZN World Freestyle Masters
Indian Super League
Mumbai CIty -
NorthEast Utd
J1 League
Tosu -
Kobe
Ligue 1
Straßburg -
Montpellier
Championship
Hull -
Sheffield Utd
Primera División
La Coruna -
Espanyol
Primera División
Celta Vigo -
Eibar
Premier League
Leicester -
Stoke
Premier League
Liverpool -
West Ham
Championship
Preston -
Ipswich
Primera División
Real Madrid -
Alaves
Ligue 1
Toulouse -
Monaco
Serie A
Bologna -
CFC Genua
Premier League
Watford -
Everton
Primera División
Leganes -
Las Palmas
Championship
Fulham -
Wolverhampton
Ligue 1
Dijon -
Caen
Ligue 1
Guingamp -
Metz
Ligue 1
Lille -
Angers
Ligue 1
Nantes -
Amiens
Ligue 1
Rennes -
Troyes
Premier League
West Bromwich -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
FC Barcelona -
Girona
Serie A
Inter Mailand -
Benevento
Primeira Liga
Pacos Ferreira -
Benfica
Premier League
Brighton -
Swansea (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Burnley -
Southampton (DELAYED)
J2 League
Fukuoka -
Gifu
A-League
FC Sydney -
Sydney Wanderers
Primera División
Villarreal -
Getafe
Eredivisie
Ajax -
Den Haag
Serie A
Crotone -
SPAL
Premier League
Crystal Palace -
Tottenham
Eredivisie
Feyenoord -
PSV
Premiership
Aberdeen -
Celtic
Super Liga
Partizan -
Zemun
Ligue 1
Bordeaux -
Nizza
Serie A
Florenz -
Chievo Verona
Serie A
Sassuolo -
Lazio
Serie A
Hellas Verona -
FC Turin
Serie A
Sampdoria -
Udinese
Premier League
Man United -
Chelsea
Primera División
Bilbao -
Malaga
1. HNL
Rijeka -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Lyon -
St. Etienne
League Cup
Arsenal -
Man City
League Cup
Arsenal -
Man City (Rocket Beans)
First Division A
Lüttich -
Brügge
Serie A
Juventus -
Atalanta
Superliga
Kopenhagen -
Odense
Primera División
Valencia -
Real Sociedad
Primera División
FC Sevilla -
Atletico Madrid
Serie A
AS Rom -
AC Mailand
Ligue 1
PSG -
Marseille
Primeira Liga
Portimonense -
FC Porto
Serie A
Cagliari -
Neapel
Primera División
Levante -
Real Betis
Cup
Akhisar -
Galatasaray
Cup
Akhisar -
Galatasaray (Türkischer Kommentar)
Primera División
Espanyol -
Real Madrid
Coupe de France
Les Herbiers -
Lens
Primera División
Girona -
Celta Vigo
Copa Libertadores
Defensor -
Gremio
Coppa Italia
Juventus -
Atalanta
Coupe de France
Chambly -
Straßburg
Primera División
Getafe -
La Coruna
Primera División
Bilbao -
Valencia
Primera División
Malaga -
FC Sevilla
Coppa Italia
Lazio -
AC Mailand
Coupe de France
PSG -
Marseille
Primera División
Atletico Madrid -
Leganes
Primera División
Eibar -
Villarreal
Indian Super League
Bengaluru -
Kerala
Cup
Besiktas -
Fenerbahce
Cup
Besiktas -
Fenerbahce (Türkisch)
Primera División
Real Betis -
Real Sociedad
Premier League
Arsenal -
Man City
Primera División
Las Palmas -
FC Barcelona
Coupe de France
Caen -
Lyon
Primera División
Alaves -
Levante
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
Ligue 1
Nizza -
Lille
Championship
Dundee United -
St. Mirren
Championship
Middlesbrough -
Leeds
Primeira Liga
FC Porto -
Sporting
J1 League
Kobe -
Shimizu
Primera División
Villarreal -
Girona
Serie A
SPAL -
Bologna
Championship
Nott´m Fortest -
Birmingham
Primera División
FC Sevilla -
Bilbao
Primera División
Leganes -
Malaga
Primera División
La Coruna -
Eibar
Championship
Wolverhampton -
Reading
Ligue 1
St. Etienne -
Dijon
Premier League
Southampton -
Stoke (Delayed)
Premier League
Watford -
West Brom (Delayed)
Primera División
Levante -
Espanyol
Serie A
CFC Genua -
Cagliari
League One
Blackburn -
Wigan
Premier League
Brighton -
Arsenal
Serie A
Benevento -
Hellas Verona
Primera División
Valencia -
Real Betis

Norbert Kron ist Schriftsteller und Journalist - und Libero der deutschen Autorennationalmannschaft. In einem Gastbeitrag beschäftigt er sich mit der Frage, wie sich über Fußball schreiben lässt.

Es war in Paris, der Stadt von Liebe, Literatur und Sex. Erst spielten wir mit der Autorennationalmannschaft gegen die französischen Schriftsteller (und nahmen mit 2:1 vorweggenommene Revanche für die Halbfinal-Niederlage der Profis bei der darauffolgenden EM). Dann saß ich bei einer Podiumsdiskussion im Goethe-Institut und wurde gefragt, ob man Fußball in Literatur verwandeln könne - und wenn ja: wie? Was für eine Frage an mich! Da es in meinen Romanen immer um Sex und Liebe geht, konnte die Antwort nur ausfallen: Naturellement, es ist genau wie bei einer guten Sexzene!

Meine Antwort fiel in Paris auf fruchtbaren Boden. Schließlich ist die "Grande Nation" im Gegensatz zu Deutschland ein Land, in dem Intellektuelle ganz selbstverständlich über Erotik schreiben. So wie "le President de la Republique" standesgemäß seine Geliebte hat (oder eine Präsidentengattin 30 Liebhaber, bevor sie das Ehebett im Elyseepalast teilt), so scheuen sich französische Kunstkritikerinnen nicht über ihre Swingereskapaden mit ganzen Fußballmannschaften zu schreiben (Catherine Millet) oder erfinden Skandalschriftsteller in ihren Romanen Robinson Clubs, die ausschließlich von Sex-Animateurinnen geleitet werden: was natürlich ein gesellschaftskritisches Spiegelbild des Kapitalismus darstellt (Michel Houellebecq).

Ist ein Drama in der Lage, die Dramatik des Fußballs abzubilden?, fragte ich in Paris. Kann eine Elegie die Einsamkeit eines Elfmeterschützen zum Ausdruck bringen, der mit seinem Fehlschuss das Ausscheiden seiner Mannschaft verschuldet hat? Mais non! Die einzig mögliche Form über das Wesen des Fußballs zu schreiben, ist der Roman. Und ein guter Roman über Fußball funktioniert genauso wie eine gute Sexszene. Was das heißt? Im Publikum befanden sich auch deutsche Intellektuelle, die verwundert blickten, da für sie das Schreiben von Sexszenen ja verboten ist. Sex ist zu magisch und geheimnisvoll, um ihn in Worte zu fassen!, so ihre Überzeugung. Alle Wörter, die es dafür gibt, sind zu abgedroschen!

Die Unberechenbarkeit

Quelle connerie! Was für ein Quatsch! Die Frage ist, von welcher Perspektive man das Ganze anpackt. Tatsächlich ist es unmöglich, die atemlose Selbstvergessenheit und herzzerfetzende Lustentladung zu verbalisieren, die einem bei einem Jahrhundert-Orgasmus überkommt wie bei einem endlos herbeigefieberten Siegtor. In die Mitte des Glücks vorzustoßen, die Sex und Fußball bereiten, in diese Welt der Vorsprachlichkeit, ist ein logisches Unding. Aber die Essenz dieser Existenzerfahrungen offenbart sich auf verblüffend erhellende Weise aus der Seitenperspektive, einem Blickwinkel, der so überraschend ist wie der Torschuss aus spitzem Winkel, der Fernschuss vom Anstoßpunkt oder ein Hackentor im Fünf-Meter-Raum.

Es ist ja die Unberechenbarkeit, die den Fußball über alle statistischen Ballsporten (Handball, Basketball, Tennis) erhebt: dass der millionenschwere Favorit 90 Minuten lang auf ein Tor spielen kann und der technisch bettelarme Außenseiter am Ende durch ein Stolpertor gewinnt.

So ist es jedenfalls beim Sex, sagte ich und erntete lächelnde Zustimmung auf den Gesichtern der Pariser Zuhörer und Zuhörerinnen: Gerade in der Abweichung und im Misslingen lässt sich ein Moment seiner Wahrheit einfangen. In der Impotenz wird sein existentielles Wollen sichtbar und in seiner Käuflichkeit die zugrundeliegende Sehnsucht nach Liebe. Daraus speist sich jede gute Sexszene: aus dem tragikomischen Lust-Spiel, mit dem wir uns im Spiegel über die Schulter sehen und bemerken, dass wir nicht in einer Hollywood-Villa liegen und nicht wie Pamela Anderson oder Richard Gere aussehen.

Genauso ist es mit der Literatur und dem Fußball: Wer eine Ahnung jenes Glücksversprechen einfangen will, das er Millionen von Menschen jede Woche schenkt, muss ihn aus einem Blickwinkel betrachten, den nicht einmal die tausendste Hintertorkamera im Pay-TV zeigt: aus der Muskelfaser, die dem Nationalspieler im letzten Spiel vor der WM reißt, oder aus dem Ball, der meterhoch über das Tor in die Nacht fliegt und von dort aus zurückblickt auf den Schützen, der ihm fassungslos aus dem Strafraum hinterher starrt, weil er den WM-Titel auf dem Fuß hatte. N'est-ce pas? Voila!

Norbert Kron lebt als Schriftsteller und Journalist in Berlin und interviewt regelmäßig für ARD-"titel thesen temperamente" berühmte Menschen wie Angelina Jolie, Frank-Walter Steinmeier oder Richard Gere, denen man auf seiner Website www.norbert-kron.com wieder begegnet. Sein Roman "Der Begleiter" (dtv) erzählt die Love Story eines Journalisten, der Callboy wird.

Werbung
Dunkest - The American Fantasy Basketball by SPOX.com
Werbung
Werbung
Werbung