SPOX-Meinung zur Stimmung in Premier-League-Stadien: Der Roar liegt im Sterben

Freitag, 10.02.2017 | 14:00 Uhr
In englischen Stadien herrscht seit dem Taylor Report in Folge der Hillsbrough-Katastrophe ein Stehplatz-Verbot
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Die Stadien der Premier-League-Vereine werden gerne zu den stimmungsvollsten und elektrisierendsten überhaupt verklärt. Das war vielleicht mal so, entspricht aber nicht mehr der Realität. Ein Kommentar von Redakteur Nino Duit. Teil 5 der SPOX-Themenwoche "Englands Fußball und seine Fans".

Anfield. Old Trafford. White Hart Lane. In Deutschland werden diese Stadion-Namen für gewöhnlich nicht gesprochen, sie werden geraunt. All die englischen Spielstätten gelten hierzulande eher als Fußballtempel, denn als -stadien und tragen epische Beinamen wie "Theatre of Dreams". Das Mutterland des Fußballs, es ist auch das Mutterland des Fußball-Fans und das Mutterland der Stadion-Stimmung.

Die einst enge, elektrisierende Atmosphäre in englischen Stadien ist mittlerweile aber aus dem Alltag verschwunden - der legendäre Roar liegt im Sterben. Trotzdem wird die dortige Stadion-Stimmung seit Jahrzehnten verherrlicht.

Nur hin und wieder, ganz selten und dann, wenn es mal wirklich wichtig wird, blitzt die verlorengeglaubte Atmosphäre in Anfield, Old Trafford oder der White Hart Lane kurz auf. Bei speziellen Spielen, wenn Tottenham ein North-London-Derby gegen Arsenal dreht oder der FC Liverpool unter Flutlicht auf internationaler Ebene aufspielt, herrscht eine Stimmung wie früher.

Ansonsten: Ein bisschen Applaus nach einer Grätsche an der Seitenauslinie, ein bisschen Gebrüll nach einem Torerfolg und dann vielleicht sogar ein bisschen Gesang, um die Führung akustisch zu unterstreichen. Mehr ist in englischen Stadien meist nicht.

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Home, sweet home

Die Atmosphäre eines gewöhnlichen Premier-League-Spiels ist im Vergleich zu der eines gewöhnlichen Bundesliga-Spiels nichts als enttäuschend. Es verhält sich wie mit vielen Mythen. Sie sind nur solange schön, solange sie auch Mythen bleiben.

Wer aus Bielefeld kommt oder auch aus Darmstadt oder Berlin. Wer Dauerkartenbesitzer bei seiner Arminia, seinen Lilien oder seiner Hertha ist und alle zwei Wochen die Stimmung auf der Alm, im Bölle oder Olympiastadion erlebt, der braucht nicht von der Atmosphäre von Anfield, Old Trafford oder der White Hart Lane zu träumen. Denn sie ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit weniger mitreißend und elektrisierend.

Taylor Report, Al-Seater-Stadien, Kommerzialisierung

Seit der Abschaffung der Stehplätze und der Verpflichtung zu All-Seater-Stadien auf Empfehlung des Taylor Reports in Folge der Hillsborough-Katastrophe fehlt englischen Stadien ein Stimmungskern, von dem aus die Atmosphäre auf den Rest des Stadions übergreift.

Seit den damit einhergehenden Ticketpreis-Erhöhungen fehlt vielen Fans, die einst für verherrlichungswürdige Atmosphären sorgten, das Geld, um die Drehkreuze am Stadion-Eingang zu passieren.

Seit der immer weiter voranschreitenden Kommerzialisierung findet in der Premier League eine Entfremdung der Fans von ihren Lieblingsvereinen statt. Amerikanische, australische oder arabische Besitzer denken global und vernachlässigen oftmals die Interessen der lokalen Fans.

Alternative Arenen

Die mythische Stimmung hat die Premier-League-Stadien verlassen und sich verlagert. Viele Fans suchen die verlorengeglaubte Atmosphäre bei unterklassigen Vereinen, manche gründeten aus Protest einfach ihre eigenen Klubs. Dort herrschen die Gewohnheiten und Regeln, die sie gerne haben. Die Gewohnheiten und Regeln von früher. Back to the roots.

Ausgelebt wird die Stimmung aber auch in Arenen, die nicht von Tribünen umgeben werden, sondern von Wänden, verziert mit Schwarz-Weiß-Bildern aus längst vergangenen und viel besseren Tagen und verstaubten Schals: den Pubs in Stadionnähe. Diese Pubs sind die Keimzelle der britischen Fankultur, in der Gesänge wie das ebenso wunderbar ohrwurmtaugliche, wie mittlerweile nervende "Will Grigg's On Fire" zelebriert werden.

Soll diese ausgewanderte Stimmung in die Stadien zurückkehren, müssten die Fehler, die seit der Hillsborough-Katastrophe gemacht wurden, behoben werden. Realistisch ist das nicht. Die globalisierten Vereine haben davon keinen finanziellen Nutzen.

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