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Später Ausgleich! Real entführt Punkt im Clasico

Luka Modric und Lionel Messi gehörten zu den Protagonisten des Clasico

Der FC Barcelona und Real Madrid haben sich am 14. Spieltag der Primera Division im 233. Clasico 1:1 (0:0) getrennt. Damit bleibt Real als Tabellenführer sechs Punkte vor dem Konkurrenten.

Vor 98.485 Zuschauern im Camp Nou brachte Luis Suarez den FC Barcelona nach einer Freistoßflanke von Neymar per Kopf mit 1:0 in Führung (53.). Der Treffer war Barcas zehntes Tor nach einer Standardsituation in der laufenden Saison.

In der 90. Minute erzielte Sergio Ramos per Kopf nach einem Freistoß von Luka Modric den Ausgleich zum 1:1.

Für Barcelonas Marc-Andre ter Stegen war es der erste Clasico seit seinem Wechsel zum FC Barcelona im Sommer 2014.

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Die Reaktionen:

Luis Enrique (Trainer Barcelona): "Nach dem 1:0 hatten wir die Spielkontrolle. Neymar und Messi hatten die Chancen, die Partie zu entscheiden, haben sie aber nicht genutzt. Wir hätten es verdient gehabt, das Spiel zu gewinnen. Wir hatten es in unserer eigenen Hand, aber wir haben das Spiel nicht entschieden und nun müssen wir akzeptieren, dass wir den Sieg noch verspielt haben. Real ist ein starker Spitzenreiter, der nicht versagen wird. Wir sind sechs Punkte hinten und müssen unser Spiel verbessern, um noch eine Chance zu haben."

Zinedine Zidane (Trainer Real): "Das ist kein Unentschieden, das wie ein Sieg schmeckt. Wir haben nur einen Punkt und nicht drei. Aber es stimmt, dass wir froh sind, denn es ist ein wichtiger Punkt. Wir sammeln Punkt um Punkt, jetzt geht es darum zu sehen, was wir im nächsten Spiel leisten können. Ich glaube nicht, dass die Moral von Barcelona durch dieses Spiel gebrochen ist. Wir haben sechs Punkte Vorsprung, aber das ändert nichts daran, dass wir weiter hart arbeiten müssen. Die Saison ist noch lang."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Luis Enrique setzt auf die gleiche Elf, die am vergangenen Wochenende beim 1:1 in San Sebastian wichtige Punkte liegen ließ. Für Andres Iniesta reicht es nicht ganz für einen Platz in der Mannschaft. Dafür startet erneut Andre Gomes im Mittelfeld.

Zidane nimmt im Gegensatz zum 2:1-Ligasieg am vergangenen Wochenende gegen Sporting Gijon drei Änderungen an seiner Startformation vor. Für Nacho, Danilo und James Rodriguez stehen Carvajal, Marcelo und Isco im Team.

31.: Nach einer Flanke vom rechten Flügel stehen sich Benzema und Ronaldo am Fünfer gegenseitig im Weg. Irgendwie landet das Leder an der Strafraumgrenze bei Marcelo. Dieser trifft den Ball mit seinem schwachen rechten Fuß jedoch nicht perfekt und verfehlt den Kasten.

37.: Ronaldo geht von links in den Sechzehner. Pique macht den Winkel mit geschicktem Stellungsspiel spitz, doch der Weltfußballer probiert es dennoch mit Vollspann. Ter Stegen reagiert stark und wehrt zur Ecke ab.

44.: Doppelchance für die Madrilenen! Zunächst dribbelt Benzema den Ball in den Sechzehner und drischt ihn von links scharf nach innen. Pique bekommt das Bein dazwischen und lenkt das Leder knapp neben das Tor. Die anschließende Ecke landet auf dem Kopf von Varane, der jedoch zu wenig Druck dahinter bringt und genau in ter Stegens Arme köpft.

53., 1:0, Suarez: Aus dem Nichts geht Barca in Führung. Neymar schlägt einen Freistoß links vom Strafraum an den Fünfer. Suarez stiehlt sich im Rücken von Vazquez davon, Varane kommt keinen entscheidenden Schritt mehr entgegen. Also darf Suarez aus fünf Metern wuchtig einköpfen. Keine Chance für Navas!

68.: Neymar vergibt die Riesenchance auf das 2:0! Iniesta schickt den Brasilianer links in den Sechzehner. Dieser lässt Carvajal mit einer einfachen Körpertäuschung ins Leere laufen und kommt aus acht Metern frei zum Abschluss. Er setzt ihn jedoch wenige Zentimeter über die Latte.

69.: Nächste gute Gelegenheit: Diesmal ist es Iniesta selbst, der links im Sechzehner mit Vollspann abzieht. Carvajal bekommt die Zehenspitze noch dazwischen und lenkt das Leder ans Außennetz.

82.: Iniesta spielt kurz nach der Mittellinie einen Traumpass in die Schnittstelle. Messi nimmt das Leder etwa 18 Meter vor dem Tor stark mit, geht in den Sechzehner und schließt aus 13 Metern halblinks in Richtung langes Eck ab. Der Schuss zischt knapp am rechten Außenpfosten vorbei.

89.: Ronaldo hat die Gelegenheit per Kopf. Am langen Pfosten kommt der Portugiese aus kürzester Distanz sträflich frei zum Kopfball. Alba bekommt irgendwie noch den Fuß dazwischen und klärt zur Ecke.

90., 1:1, Ramos: Der Kapitän gleicht aus! Modric schlägt einen Freistoß aus dem linken Halbfeld in den Sechzehner. Ramos geht entschlossen entgegen und zimmert den Kopfball aus sieben Metern ins linke Toreck.

Fazit: Durch den späten Zeitpunkt des Ausgleichs ist der Punktgewinn für Real natürlich schmeichelhaft. Aufgrund des starken Auftritts in der ersten Hälfte jedoch nicht unverdient.

Der Star des Spiels: Luka Modric. Strukturierte das Spiel der Gäste, hatte die meisten Ballaktionen seines Teams (85), spielte die meisten Pässe (62) und brachte davon 95,2 Prozent zum Mitspieler. Dazu mit der entscheidenden Flanke vor dem 1:1. Nach seiner Einwechslung der stärkste Mann bei Barcelona: Andres Iniesta.

Der Flop des Spiels: Dani Carvajal. Stand im ersten Durchgang bereits bei seinem Handspiel (39.) im Mittelpunkt, als er Glück hatte, dass es keinen Strafstoß gab. Nach dem Seitenwechsel bekam er seine Abwehrseite nicht in den Griff. Ließ sich unter anderem von Neymar vor dessen Großchance vernaschen wie ein Schuljunge (68.).

Der Schiedsrichter: Carlos Clos Gomez. Sehr schwierige Partie für den Mann mit der Pfeife, weil in beinahe jeder Szene reklamiert wurde. Entschied sich in der 2. Minute bei Mascheranos Attacke gegen Lucas Vazquez im Strafraum dagegen, so früh im Spiel einen Strafstoß zu geben. Dieser wäre allerdings die richtige Entscheidung gewesen - Mascheranos Einsatz war klar regelwidrig. Bei Ramos' vermeintlichem Handspiel (10.) keinen Elfmeter zu geben, war dagegen richtig, da der Arm des Real-Kapitäns komplett am Körper angelegt war. Anders sah es bei Dani Carvajal aus (39.). Sein Arm war klar vom Körper abgespreizt, als Alba ihn anschoss. Wenngleich die Distanz sehr kurz war, hätte sich Real da nicht über einen Elfmeterpfiff beschweren dürfen.

Clasico: Die Pfiffe des Spiels

Das fiel auf:

  • Unter der Woche gab es Gerüchte darüber, dass der FC Barcelona mit einer Dreierkette spielen könnte. Letztlich schickte Luis Enrique sein Team in einem 4-3-3 auf den Rasen. Im Spielaufbau standen die Innenverteidiger Mascherano und Pique sehr breit. Busquets ließ sich dann zwischen die beiden zentralen Abwehrspieler fallen, um die Bälle zu verteilen. Rakitic (halbrechts) und Gomes (halblinks) komplettierten das Dreiermittelfeld.

  • Beim Blick auf den Spielberichtsbogen von Real Madrid war das System, in dem sich die Königlichen formieren würden, unklar. In den ersten Minuten bildete sich eine 4-3-3-Grundordnung heraus. Isco, Modric und Kovacic formierten sich im Mittelfeld beinahe auf einer Linie.
  • Nach der Anfangsphase formierten sich die Königlichen dann doch in einem 4-4-2. Lucas Vazquez ließ sich ins Mittelfeld fallen, während Benzema und Ronaldo eine klassische Doppelspitze gaben.
  • Die Anfangsphase war sehr hitzig. In den ersten Minuten gingen beide Teams mit viel Feuer in die Zweikämpfe. Während die erste Viertelstunde der Partie sehr ausgeglichen war, zog sich Real in der Folge etwas zurück und überließ Barca den Ball. Infolgedessen hatten die Hausherren nach einer halben Stunde gut 55 Prozent Ballbesitz mit einer gewohnt überragenden Passquote von 87 Prozent (Real 80 Prozent).
  • Den offensiv gefährlicheren Eindruck machten jedoch lange Zeit die Königlichen, die im ersten Durchgang 7:4 Torschüsse abgaben und die stärkere Mannschaft waren. Der Führungstreffer durch Luis Suarez kam aus dem Nichts.
  • Nach dem Führungstreffer bekamen die Katalanen ein Übergewicht und erspielten sich weitere gute Gelegenheiten. Insbesondere die Hereinnahme von Iniesta für Rakitic tat dem Spiel der Gastgeber gut. Die lebende Klublegende war sofort der Chef im Mittelfeld und leitete Neymars große Chance zum 2:0 ein. In der Phase nach dem 1:0 verdiente sich Barca die Führung jedenfalls.

FC Barcelona - Real Madrid: Die Statistik zum Spiel

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