Fussball

Gareth Bale vor Abschied von Real Madrid: From hero to zero

Gareth Bale verlässt Real Madrid.

Trotz bedeutender sportlicher Verdienste in den vergangenen sechs Jahren spielt Gareth Bale bei Real Madrid keine Rolle mehr. Der spanische Rekordmeister mit Trainer Zinedine Zidane an vorderster Front drängt ihn zu einem Abschied und provoziert dabei sogar eine öffentliche Schlammschlacht mit dessen Berater. Wie konnte es so weit kommen? Und wie geht es jetzt weiter?

SPOX und Goalbeantworten die wichtigsten Fragen zum Bale-Aus bei Real.

Warum will Zidane Bale loswerden?

Zidane beschwichtigte nach der 1:3-Testspielpleite gegen den FC Bayern zunächst, dass er aus sportlichen Gründen keinen Platz für Bale habe. Einen Tag später ergänzte er, dass Bale aus eigenen Stücken nicht spielen wollte. Es sei "nichts Persönliches", sagte Zidane. Eine zweifelhafte These. Das Verhältnis der beiden galt schon immer als unterkühlt, weil Zidane in Bale nie einen Stammspieler sah. Der Franzose baute in den großen Spielen seiner zweiten Saison sogar sein System von einem 4-3-3 auf ein 4-3-1-2 um, in dem statt Bale auf dem rechten Flügel Isco als Freigeist vor der aus Karim Benzema und Cristiano Ronaldo bestehenden Doppelspitze agierte.

Der walisische Nationalspieler fühlte sich nicht ausreichend wertgeschätzt und setzte über seinen umtriebigen Berater Jonathan Barnett immer wieder öffentliche Spitzen gegen Zidane. Nach dem Champions-League-Finale im Mai 2018 gegen den FC Liverpool in Kiew, bei dem der eingewechselte Bale mit zwei Treffern zum Helden avancierte, lief das Fass über. Der zum besten Spieler des Spiels gekürte Linksfuß klagte im Moment des Sieges erneut über seine Rolle als Reservist. "Wenn ich keinen Stammplatz habe, gehe ich", sagte er.

Wenige Tage darauf kündigte Zidane aus heiterem Himmel. Er erreiche die Mannschaft nicht mehr, sie brauche einen "neuen Impuls", lautete die nach dem dritten Champions-League-Sieg in Folge doch eher seltsame Begründung des früheren Weltfußballers. Dass ihn auch die ständigen Meckereien von Bale ermüdet hatten, machte sich schon kurz nach seiner nicht weniger überraschenden Rückkehr im März 2019 bemerkbar. Er ließ den Superstar zunächst auf der Bank und zum Saisonende hin sogar auf der Tribüne schmoren. Spätestens in jener Phase wurde deutlich, dass Zidane auch einen internen Machtkampf mit Bales größtem Rückhalt, Florentino Perez, gewonnen hatte.

Der Real-Präsident hatte Bale 2013 nach wochenlangem Tauziehen für damals rekordträchtige 101 Millionen Euro von Tottenham Hotspur verpflichtet und sich immer wieder für ihn ausgesprochen. Zidane machte seine Rückkehr aber offensichtlich auch von einem Verkauf Bales abhängig - und dem Kauf eines neuen Leaders für die Offensive, die nach dem Abgang von Ronaldo zu Juventus Turin auch wegen durchschnittlicher Leistungen von Bale an Durchschlagskraft krankte. Die Wahl des 47-Jährigen fiel auf Eden Hazard, obwohl Perez lange mit einer Verpflichtung von PSG-Star Neymar geliebäugelt hatte.

"Zidane wäre nicht zurückgekehrt, wenn Perez ihm nicht einen Abgang von Bale versprochen hätte. Er hat jetzt mehr Macht als vorher und kann seinen Kader mehr nach seinen Vorstellungen zusammenstellen als zuvor", erklärte der ehemalige Real-Präsident Ramon Calderon unlängst der BBC. Bale ist nicht der einzige Star, der unter Zidane keine Zukunft hat. Dani Ceballos, James Rodriguez und Mariano Diaz stehen ebenfalls auf dem Abstellgleis.

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