Fussball

Transfers von Minderjährigen: FIFA belegt Chelsea mit Transfersperre

Chelsea darf in den Transferperioden Sommer 2019 und Winter 2019/20 keine Neuzugänge verpflichten.

Das Disziplinarkomitee der FIFA hat den FC Chelsea mit einer Transfersperre für die kommenden zwei Jahre belegt. Die Blues hatten in den vergangenen Jahren mehrere minderjährige Spieler verpflichtet und damit gegen Transferregeln verstoßen. Ferner wurden der Verein sowie die FA mit Geldstrafen belegt.

In einer offiziellen Pressemitteilung verkündete die FIFA, dass Chelsea gegen Artikel 19 der Regularien in 29 Fällen bei Verpflichtungen von Minderjährigen verstoßen hat. Zudem wurden beim Klub weitere Verstöße festgestellt.

Zudem verstieß Chelsea auch gegen Artikel 18bis mit zwei Übereinkünften bezüglich minderjährigen Spielern, die es dem Klub erlaubten, Einfluss auf andere Klubs zu nehmen.

Die FIFA-Regeln verbieten im Allgemeinen Transfers von minderjährigen Spielern aus anderen Ländern. Der Weltverband beruft sich dabei auf Artikel 19, wonach ein Spieler nur international transferiert werden darf, wenn er mindestens 18 Jahre alt ist. Der Artikel sieht nur drei Ausnahmen vor, die allerdings erst nach Prüfung bewilligt werden können.

Chelsea reagiert auf Sperre und kündigt Berufung an

In einem offiziellen Statement sagte Chelsea zum Urteil, dass man die "wichtige Arbeit der FIFA in Zusammenhang mit dem Schutze von Minderjährigen" respektiere und zudem vollends mit der FIFA-Untersuchung kooperiert habe. Weiter heißt es: "Chelsea war zunächst für 92 Fällen von Spielern gemäß der Artikel 19.1 und 19.3 angeklagt worden. Wir begrüßen die Tatsache, dass die FIFA akzeptiert hat, dass es bei 63 dieser Spieler keine Verstöße gab."

Gleichzeitig aber räumte Chelsea ein: "Der Klub ist extrem enttäuscht, dass die FIFA die Angaben zu den übrigen 29 Spielern nicht akzeptiert hat. Chelsea hat im Einklang mit den relevanten Regularien gehandelt und wird in Kürze Berufung bei der FIFA einlegen.

Zur Strafe darf Chelsea in den kommenden zwei Transferperioden im Sommer 2019 und Winter 2020 keinerlei Transfers auf nationaler oder internationaler Bühne tätigen. Ausdrücklich davon ausgenommen sind die Frauen- sowie die Futsal-Abteilungen des Klubs. Abgänge jedoch sind in dieser Zeit weiter möglich.

FIFA: Geldstrafen für Chelsea und die FA

Darüber hinaus belegte die FIFA die Blues mit einer Geldstrafe in Höhe von rund 530.000 Euro. Chelsea hat derweil 90 Tage Zeit, um die Situation der betroffenen Spieler zu klären.

Außerdem wurde auch der englische Fußballverband FA bestraft. Dieser muss eine Strafe in Höhe von knapp 450.000 Euro zahlen. Der FA werden sechs Monate eingeräumt, um die Situation gegenüber der FIFA zu erklären. Der Verband kündigte mittlerweile auch eine Berufung gegen das Urteil an.

Chelsea und die FA wurden am Freitag von der FIFA über die Sanktionen in Kenntnis gesetzt. Die Strafen können nun vor dem FIFA-Berufungskomitee angefochten werden.

Die Bestrafung an sich dürfte für Chelsea indes nicht allzu überraschend kommen, schließlich wurde dem Vernehmen nach etwa die Verpflichtung von Christian Pulisic von Borussia Dortmund auch mit einer möglichen Transfersperre für den Sommer bereits in diesem Winter abgewickelt. Bereits im Januar 2018 hatte der Guardian berichtet, dass Chelsea eben jene Strafe drohe.

Chelsea: Konsequenzen aus Transfersperre?

Welche Konsequenzen dies für den bestehenden Kader hat, ist derweil noch offen. Da wäre etwa die Frage, was mit den zurzeit an Chelsea ausgeliehenen Spielern passiert, wie etwa Gonzalo Higuain, der noch nicht fest verpflichtet wurde.

Zudem stellt die Sperre zumindest infrage, ob Chelsea im Sommer Leute wie Eden Hazard, der vermehrt mit Real Madrid in Verbindung gebracht wird, oder Callum Hudson-Odoi, um den im Winter der FC Bayern intensiv warb, verkaufen wird, ohne selbst personell nachlegen zu können. Bei beiden laufen die Verträge 2020 aus und beide scheinen nicht daran interessiert zu sein, langfristig bei Chelsea zu verlängern.

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