Premier League, 35. Spieltag

Chelsea Meister - Arsenal souverän

Von Adrian Franke
Sonntag, 03.05.2015 | 19:12 Uhr
Matchwinner: ALexis Sanchez (r.) erzielte gegen Hull einen Doppelpack
© getty
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Der FC Chelsea ist zum fünften Mal englischer Meister. Die Blues schlugen am 35. Spieltag der Premier League Crystal Palace mit 1:0 (1:0). Das Tor zum Titel erzielte Eden Hazard, der mit einem Elfmeter-Nachschuss den ersten Ligagewinn der Londoner seit 2010 besiegelte. Dem FC Arsenalreicht eine starke Halbzeit, Manchester City siegt dank Sergio Agüero. Der FC Liverpoolkommt gegen Abstiegskandidat Queens Park Rangers zu einem knappen 2:1-Sieg, während Manchester United zum dritten Mal hintereinander verliert.

Hull City - FC Arsenal 1:3 (0:3)

Tore: 0:1 Sanchez (28.), 0:2 Ramsey (33.), 0:3 Sanchez (45.+1), 1:3 Quinn (56.)

So einfach kann Fußball sein. Die Gunners, die mit unveränderter Aufstellung in das Spiel gegen die Tigers gingen, brauchten einige Minuten, um sich auf Hull einzustellen. Dann aber lief es für die Männer von Arsene Wenger relativ reibungslos. Die Umstände dieses Aufeinandertreffens zeichneten sich früh ab, obwohl der Abstiegskandidat aus Hull zu Beginn sogar zu Chancen kam.

Doch ein schlechtes Anspiel von Tom Huddlestone ermöglichte die Führung der Gäste und brachte Hull damit auf die Verliererstraße. Livermore wusste sich nach dem Ballklau der Gunners nur mit einem Foul zu helfen und ermöglichte Sanchez einen abgefälschten Freistoß im Tor der Gastgeber unterzubringen. Nur wenige Minuten später erhöhte Ramsey auf 2:0, als er dank Cazorla plötzlich zwischen zwei Hull-Verteidigern auftauchte und mit etwas Glück den Ball über die Linie brachte.

Kurz vor der Pause ging das Anspiel-Dilemma von Huddlestone weiter und Ramsey schickte Sanchez auf die Reise, der Harper im Tor keine Chance ließ. Mit der lockeren Pausenführung im Rücken flachte die Partie zusehends ab, bis der starke Elmohamady eine Befreiungsschlag von Arsenal nutzt und Quinn im Rücken von Mertesacker per Flanke bediente. Die Londonder schüttelten sich kurz und spielten die Begegnung unbeirrt herunter, ohne dass Hull den Sieg noch hätte gefährden können.

Hull bleibt mit der Heimniederlage weiter in akuter Abstiegsgefahr, während Arsenal so langsam für die Champions League planen kann.

Reaktionen zu Chelseas Titelgewinn:

Jose Mourinho (Trainer Chelsea): "Wenn man so hart arbeitet und dann Champion ist, fühlt es sich verdient an. Es fühlt sich gut an. Für mich ist es vielleicht ein besonderes Gefühl, weil ich nicht der klügste Mensch bin, wenn es darum geht, Länder und Klubs auszusuchen. Ich habe die schwierigste Liga in Europa gewählt und einen Klub, bei dem ich schon einmal glücklich war. Ich werde versuchen, noch einmal diesen Titel zu gewinnen. Was die Spieler jetzt fühlen, ist fantastisch. Das haben sie sich verdient."

John Terry (Chelsea): "Es gibt jemanden, der behauptete, ich könne nicht öfter als einmal pro Woche spielen. Er weiß, wer gemeint ist. Ich habe ihm nicht nur das Gegenteil bewiesen, sondern auch gezeigt, dass ich noch kämpfe und mich wohl fühle. Wir haben ein tolles Team und super Trainer. Diese Titel, dafür lebe ich."

FC Chelsea - Crystal Palace 1:0 (1:0)

Tore: 1:0 Hazard (45.)

Bes. Vorkommnis: Hazard verschießt Foulelfmeter (45.)

Personell veränderte Jose Mourinho sein Team im Vergleich zum 0:0 im Derby gegen Arsenal auf zwei Positionen. Oscar wurde verletzungsbedingt durch Juan Cuadrado ersetzt und Didier Drogba startete für Ramires. Taktisch liefen die Blues wie gewohnt in einer 4-2-3-1-Formation auf. Die Gäste, die ebenfalls in London beheimatet sind, boten Mariappa, Ward, Ledley und Mutch für Murray, Jedinak, Kelly und Souare auf.

41.566 Zuschauer sahen im ersten Durchgang in der ausverkauften Stamford Bridge entgegen aller Erwartungen einen keineswegs dominant auftretenden Gastgeber. Im Gegenteil: Ein von Alan Pardew perfekt eingestelltes Crystal spielte mutig mit und hatte großes Pech, dass es nach einem klaren Handspiel von John Terry im Strafraum keinen Elfmeter zugesprochen bekam (29.). Chelsea trat ideenlos auf und hatte nur eine große Torchance durch Matic. Kurz vor dem Pausenpfiff zog Eden Hazard dynamisch in den Gäste-Strafraum, wo er von Mariappa klar gefoult wurde. Den fälligen Strafstoß trat der Belgier ganz schwach in die Mitte. Julian Speroni parierte, den Nachschuss verwandelte Hazard dann zur umjubelten Führung (45.).

Zur Pause wählte Mourinho die taktisch sichere Variante und brachte den defensiven Mittelfeldspieler John Obi Mikel für Cuadrado. Entsprechend ruhig ließ der Gastgeber die zweiten 45 Minuten angehen. Ivanovic (56.) und Mikel (59.) bauten zwar die Torschussstatistik aus, echte Gefahr stellten ihre Versuche aber nicht dar. Ganz anders sah das beim 22-Meter-Schuss von Jason Puncheon aus, der haarscharf an Courtois' Gehäuse vorbei rauschte. In der Schlussphase verwalteten die von Ivanovic und Terry angetriebenen Blues den knappen Vorsprung clever und hatten in Person von Ivanovic (80.) und Willian (83.) sogar noch Chancen auf das 2:0. Emotional wurde es in der Nachspielzeit, als Eden Hazard bei seiner Auswechslung mit Standing Ovations verabschiedet wurde. Wenige Sekunden später war das Spiel aus und die Spieler feierten frenetisch den Titelgewinn.

FC Liverpool - Queens Park Rangers 2:1 (1:0)

Tore: 1:0 Coutinho (19.), 1:1 Fer (73.), 2:1 Gerrard (87.)

Bes. Vorkommnis: Gerrard scheitert mit Foulelfmeter an Green (Liverpool/79.)

Gelb-Rot: Onuoha (QPR/82.)

Liverpool ist gegen den Abstiegskandidaten aus London gerade nochmal mit einem blauen Auge davongekommen. Zwar waren die Reds über weite Strecken die aktivere Mannschaft, präsentierten sich vor dem gegnerischen Tor aber nicht effizient genug.

Steven Gerrard avancierte mit seinem Siegtreffer in der 87. Minute schließlich doch noch zum Matchwinner, nachdem er acht Minuten zuvor mit einem Strafstoß an Robert Green gescheitert war.

Bis dahin sah es so aus, als gelänge dem Außenseiter die Überraschung, denn Leroy Fer in der 73. Minute hatte mit einem schönen Volleyschuss zum Ausgleich getroffen. Liverpool, das zuletzt zwei Spiele in Folge ohne Sieg blieb, profitierte am Ende aber auch noch von einer achtminütigen Überzahl, nachdem Nedum Onuoha - der auch den Elfmeter verschuldet hatte - mit Gelb-Rot vom Platz flog.

Im ersten Durchgang hatte Philippe Coutinho das Team von Brendan Rodgers in der 19. Minute in Führung gebracht, die Hausherren verpassten es aber, das Spiel vorzeitig zu entscheiden. Mit nunmehr 61 Zählern bleibt man auf dem fünften Rang, nach oben und unten ist weiterhin alles möglich.

Manchester United - West Bromwich Albion 0:1 (0:0)

Tor: 0:1 Brunt (63.)

Bes. Vorkommnis: van Persie vergibt Handelfmeter (73.)

Die erste Torannäherung hatte United durch Ashley Young, der von der linken Seite nach innen zog und mit einem abgefälschten Schuss aus spitzem Winkel beinahe erfolgreich war (13.). In der Folge blieben die Red Devils das gefährlichere Team und kamen vereinzelt zu aussichtsreichen Einschussgelegenheiten. West Brom setzte derweil fast ausschließlich auf Standardsituation, erwirkte daraus zumindest ansatzweise Torgefahr.

Ohne Treffer ging die Partie in die Pause. Am optischen Eindruck änderte sich zunächst nichts. United mühte sich, machte das Spiel. In Strafraumnähe gingen Wayne Rooney & Co. gegen die tief stehende Defensive West Broms allerdings meist die Inspiration verloren.

Und der Außenseiter? Der hielt sich zurück, zeigte sich aber sehr effektiv. Mit etwas Glück ging West Brom dank eines abgefälschten Freistoßes von Chris Brunt (63.) in Führung. Manchester reagierte wütend, suchte nun mit mehr Nachdruck den Weg in die Spitze. Der Lohn war ein Elfmeter, den die Gastgeber nach Handspiel von Saido Berahino zugesprochen bekamen. Van Persie trat an - und scheiterte, obwohl nicht schlecht geschossen, am glänzend parierenden Boaz Myhill (73.).

Das anschließende Anrennen Uniteds blieb erfolglos. West Bromwich feierte daher nach Abpfiff einen bedeutenden Schritt in Richtung Klassenerhalt, hat als Tabellen-13. nun 40 Punkte auf dem Konto. United büßt im Tableau dagegen wichtigen Boden ein, bleibt als Vierter zwei Zähler hinter Arsenal und Manchester City, den Konkurrenten um eine direkte Qualifikation für die Champions League. Besonders ist dabei, dass United nun die dritte Niederlage in Folge hinnehmen musste. Solch eine Serie gab es unter Ex-Coach David Moyes nicht.

Tottenham Hotspur - Manchester City 0:1 (0:1)

Tor: 0:1 Agüero (29.)

Von Beginn an merkte man Tottenham an, dass sie mit Blick auf die Champions-League-Plätze aus der Ergebniskrise der Red Devils Kapital schlagen wollten und deshalb sofort ohne große Zurückhaltung Richtung City-Tor marschierten. Doch auch die Sky Blues, die ohne den verletzten Yaya Toure an der White Hart Lane antraten, versuchten sich an einem schnellen Ballvortrag. Dadurch entwickelte sich rasch eine intensive Partie zwischen beiden Teams. Immer wieder überrückten die Mannschaften durch schnelles Spiel die Mittelfeldformationen der gegnerischen Mannschaft und suchten konsequent den Abschluss.

Doch in der 29. Minute verpasste Sergio Agüero den Spurs-Attacken einen herben Dämpfer, als er an der rechen Strafraumecke von David Silva freigespielt wurde und den Ball trocken ins kurze obere Eck schlenzte. Saisontor Nummer 22 für den Argentinier.

Die Partie behielt jedoch ihr schnelles Tempo bei. Auch wenn City nun souverän aus einer Führung agierte, kamen die Spurs immer wieder gefährlich vor das Gehäuse von Joe Hart. Mit einem 0:1 ging ein rasantes Premier-League-Spiel schließlich in die Pause. In der zweiten Hälfte wiederholte sich das Bild. Die Spurs versuchten mit schnellen Bällen vor das City-Tor zu kommen, während Manchester meist auf giftige Nadelstiche zurückgriff.

Im Laufe der zweiten Spielhälfte merkte man den Spurs ihr unermüdliches Anrennen jedoch immer mehr an. Folglich schien City dem zweiten Tor immer näher, während die Londoner kaum noch zu Chancen kamen. Auch die fünf Minuten Nachspielzeit brachten Tottenham kein Glück.

City hat nun fünf Punkte Abstand auf den vierten Tabellenplatz der Red Devils, während sich Tottenham die Champions League wohl abschminken kann.

Die Tabelle der Premier League

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