Sonntag, 03.02.2008

Presse feiert Arsenal

Lehmann spielt, Löw bleibt skeptisch

London - Nach dem fehlerlosen Comeback von Jens Lehmann im Tor des FC Arsenal herrscht im Kreis der Nationalmannschaft Uneinigkeit darüber, ob Lehmann  Pluspunkte im Kampf um die Nummer 1 in der DFB-Elf gesammelt hat.

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© Getty

"Jedes Spiel bringt Jens weiter", sagte Bundestorwart-Trainer Andreas Köpke über den Auswahlkeeper, der beim 3:1-Sieg der Gunners in der Premier League bei Manchester City seinen ersten Liga-Einsatz seit dem 19. August 2007 hatte.

Bundestrainer Joachim Löw äußerte sich zurückhaltender, das Spielpraxis-Problem seiner Nummer 1 sieht er damit nicht gelöst. "Ich denke nicht, dass Arsene Wenger (Arsenal-Coach, d. Red.) sich jetzt auf der Position des Torhüters wieder umentscheidet", sagte Löw.

Lehmann kam zum Einsatz, weil Stammkeeper  Manuel Almunia wegen einer Daumen-Verletzung passen musste. "Möglicherweise sieht es nach dem Länderspiel schon wieder anders aus", bemerkte Löw.

Presse lobt Arsenals "Champagner-Stil" 

Groß auszeichnen konnte sich Lehmann in seinen 90 fehlerlosen Minuten nicht. "Jens war wenig beschäftigt", sagte Löw, der am Samstag auch diese Partie bei Premiere verfolgt hatte, "aber es war gut, dass er gespielt hat."

Möglicherweise kann Lehmann aber doch auf weitere Einsätze hoffen. Denn Wenger hatte vor der Partie angekündigt: "Jens hat die Möglichkeit zu glänzen und mit einem Sieg zurückzukehren."

Arsenal fand bei der zuvor daheim unbesiegten City-Elf zu seinem fließenden "Champagner-Stil" ("Mail on Sunday") zurück und eroberte mit nun zwei Punkten Vorsprung die Tabellenspitze von Manchester United, das bei Tottenham Hotspur zu einem glücklichen 1:1 kam. Auch Michael Ballacks FC Chelsea erreichte beim FC Portsmouth nur ein 1:1 und liegt nun 6 Zähler hinter Arsenal.

Adebayor Mann des Tages 

Mann des Tages war Arsenal-Stürmer Emmanuel Adebayor, der mit zwei Treffern (9./88. Minute) seine Bilanz auf 18 Saisontore schraubte und zudem bei Eduardos Fallrückzieher-Tor (26.) die Vorarbeit leistete.

"Ich freue mich jedes Mal, dass sich Togo nicht für den Afrika-Cup qualifiziert hat", sagte Wenger zur überragenden Leistung seines westafrikanischen Goalgetters. Gelson Fernandes gelang nach einer Unkonzentriertheit der Gunners-Abwehr zwischenzeitlich das 1:2 (28.), bei dem Lehmann keine Abwehrchance hatte.

Später rettete der Nationalkeeper stark gegen Darius Vassell (65.). "Wir lernen noch, aber das sollten wir besser schnell tun", sagte der angesäuerte City-Coach Sven-Göran Eriksson, dessen Team nach starkem Saisonstart zuletzt nur noch zwei Siege in zwölf Partien gelangen.

Ballack trotz Platzwunde top 

Meister Manchester United kam bei Tottenham erst in buchstäblich letzter Sekunde mit einem blauen Auge davon. "Man muss es ihnen lassen, sie haben stark gespielt", lobte ManU-Coach Alex Ferguson die stets gefährlichen und engagiert verteidigenden Spurs, die durch den Ex-Leverkusener Dimitar Berbatow (21.) in Führung gingen. Erst in der dritten Minute der Nachspielzeit traf Carlos Tevez zum Ausgleich.

Auch für Ballacks Chelsea reichte es in Portsmouth nicht zum Sieg. Der DFB-Auswahlkapitän hatte in der ersten Halbzeit die beste Szene, als sein Kopfball auf der Linie abgewehrt wurde (32.).

Nach der Pause ließ Nicolas Anelka die Blues-Fans kurzzeitig jubeln (55.), aber Neuzugang Jermain Defoe glich für den Gastgeber aus (64.), der gut mithielt und Chelsea den Vereinsrekord von zehn Siegen in Serie vermasselte.

Huth mit Köpfchen 

Ballack spielte gut. Trotz einer in einem Kopfball-Duell erlittenen und in der Kabine genähten Platzwunde hielt er mit einem Kopfverband durch. "Wir haben zwei Punkte verloren. Wenn man oben in der Tabelle stehen will, muss man seine Chancen nutzen", sagte Coach Avram Grant.

Robert Huth war der Mann beim FC Middlesbrough: Nach langer Verletzung erzielte der ehemalige Nationalspieler beim 1:1 (0:0) in Newcastle mit einem Kopfball den späten Ausgleich (87.) für die Gäste.

Für Huth war es erst der zweite Treffer in der Premier League und das erste Saisontor im fünften Einsatz. Nach der Führung durch Michael Owen (59.) reichte es für Newcastle wieder nicht zum erhofften ersten Sieg unter Trainer Kevin Keegan.


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