Samstag, 09.02.2008

Derby of Manchester

Der Schatten von München

München - Im Allgemeinen ist der Ton, der vor einem Derby angeschlagen wird, etwas rauer als vor gewöhnlichen Spielen.

brown, scholes, neville, giggs
© Getty

Doch das Derby of Manchester (So., ab 14.30 Uhr im SPOX-TICKER und im Internet TV) ist weder ein gewöhnliches Spiel, noch ein gewöhnliches Derby - nicht an diesem Sonntag.

Denn über allem liegt das Gedenken an die Opfer der Flugzeug-Katastrophe von München aus dem Jahre 1958, bei der insgesamt 23 Menschen, darunter acht Spieler von Manchester United, ums Leben kamen. Diese jährte sich am 6. Februar zum 50. Mal.

Aus diesem Grund wird vor dem Spiel eine Schweigeminute abgehalten, wie auch schon beim Länderspiel der englischen Nationalmannschaft am Mittwoch gegen die Schweiz. Diese wurde jedoch von Pfiffen und Buh-Rufen gestört und vorzeitig abgebrochen.

Wieder Pfiffe?

Dieses Szenario fürchtet man nun im Old Trafford. Deshalb bemühen sich beide Seiten im Vorfeld um einen respektvollen Umgang mit der Tragödie. "Ich hoffe, dass jeder Reife zeigt und den Opfern von München den nötigen Respekt entgegenbringt", sagte Citys Coach Sven-Göran Eriksson.

"City hat durch den Unfall auch jemanden verloren. Deshalb hoffe ich, dass ihre Fans nicht respektlos auftreten werden", meinte Paul Scholes. Der Mittelfeldspieler von United verweist auf den Tod von Frank Swift. Der ehemalige Torhüter von City (1933-49) war nach dem Ende seiner Karriere in den Journalismus gewechselt und saß ebenfalls im Flugzeug.

"Ich hoffe, die City-Fans besinnen sich auf das Wesentliche", so Scholes.

Ferguson lobt City

Darauf baut auch Sir Alex Ferguson, der gleichzeitig das Verhalten von Citys Klubführung im Vorfeld des Spiels lobte. "Ich hoffe, wir können ein tolles Fußballspiel genießen. Wenn die Fans auf ihren Klub hören, habe ich auch keine Bedenken", meinte der Schotte.

Sportlich gesehen geht es für beide Teams um viel. United liegt zwei Punkte hinter Arsenal und wird versuchen, die Lücke nicht noch größer werden zu lassen. City, das in den letzten Wochen etwas durchhing (seit vier Spielen ohne Sieg), will den Abstand zu den Champions-League-Rängen möglichst gering halten.

Ohne Elano und Rooney

Dabei müssen die Citizens auf Vedran Corluka und Elano verzichten, die ebenso wie auf Seiten von United Wayne Rooney und Patrice Evra Gelb-gesperrt sind.

Dafür stehen auf beiden Seiten zwei Stürmer vor ihrem Debüt. Während bei den Blues Benjani, der in der Winterpause nach großen Verwirrungen vom FC Portsmouth kam, wohl als alleinige Spitze auflaufen wird, könnte bei den Red Devils der erst 17-jährige Danny Welbeck zu seinem Premier-League-Debüt kommen.

"Er hat den richtigen Charakter für dieses Spiel. Vielleicht steht er in der Startelf, wenn wir mit Cristiano Ronaldo auf Außen spielen", meinte Ferguson.

Neben Benjani, der in der laufenden Saison bereits 12 Treffer erzielt hat, dürfen sich die Fans von City auch weiter über Micah Richards freuen. Das 19-jährige Verteidigerjuwel verlängerte seinen Vertrag bis 2013.

ManU brennt auf die Revanche

Für United geht es neben der historischen Bedeutung auch noch um Wiedergutmachung. Das Hinspiel gewann City durch einen famosen Weitschuss von Geovanni mit 1:0, obwohl United das Spiel über 90 Minuten dominiert hatte. Das soll am Sonntag natürlich anders sein.

"Jedes Spiel in Old Trafford ist wichtig. Aber dieser Sieg hätte eine ganz besondere Bedeutung", sagte Gary Neville.

Ein weiteres Spitzenspiel, wenn auch mit weit weniger historischer Bedeutung, steigt am Sonntag an der Stamford Bridge. Dort empfängt der FC Chelsea den FC Liverpool.

Chelsea in der Pflicht

Die Blues hecheln weiter Arsenal und ManU hinterher, haben den Glauben an den Titel aber noch nicht aufgegeben. Ein Sieg gegen die Reds ist damit Pflicht.

"Mir ist die Brisanz der vergangenen Duelle bewusst", meinte Avram Grant, "aber ich habe im Gegensatz zu meinem Vorgänger Jose Mourinho kein Problem mit Liverpool. Ich will nur, dass Chelsea gewinnt." Dabei kann der Coach wieder auf Frank Lampard und John Obi Mikel zurückgreifen.

Reds mit Auswärtsfluch

Für Liverpool spricht vor dem Duell so gut wie nichts. Unter Rafael Benitez konnten die Reds noch kein Auswärtsspiel gegen die großen Drei (Arsenal, ManU, Chelsea) gewinnen. An der Stamford Bridge sind sie gar seit sieben Spielen ohne Treffer.

Dennoch glaubt der Spanier an einen Sieg. "Wir können es schaffen, Dazu müssen wir allerdings ein perfektes Spiel abliefern."

Andreas Lehner

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