Gianluigi Buffons Comeback für Italiens Nationalelf: Ewigkeit vergeht nicht

Von Christian Schmidt
Freitag, 23.03.2018 | 10:14 Uhr
Gianluigi Buffon steht vor seinem Comeback für die italienische Nationalelf.
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Venlo

Eigentlich hatte Gianluigi Buffon nach der verpassten Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2018 bereits seinen Rücktritt aus der italienischen Nationalelf verkündet. Mit großer Beharrlichkeit überzeugte der italienische Verband die Torhüter-Ikone aber doch zu einem Kurzzeit-Comeback, so dass Buffon heute Abend gegen Argentinien (20.45 live auf DAZN) vor seinem 176. Einsatz für die Squadra Azurra steht.

Der 13. November 2017 ist ein Datum, das jeder italienische Fußballanhänger wohl am liebsten für immer aus dem Gedächtnis streichen würde.

Nachdem sich die Squadra Azzura im Playoff-Hinspiel zur Weltmeisterschaft im ersten Vergleich mit Schweden bereits eine 0:1-Niederlage geleistet hatte, bot die Elf von Gian Piero Ventura auch im heimischen Giuseppe-Meazza-Stadion eine über weite Strecken uninspirierte Vorstellung.

Als Schiedsrichter Antonio Miguel Mateu Lahoz beim Stande von 0:0 die Partie für beendet erklärte, war das zuvor nahezu Undenkbare Gewissheit: Zum ersten Mal seit 1958 verpasste der viermalige Weltmeister die Zulassung zum interkontinentalen Turnier.

Während eine ganze Fußballnation noch unter Schockstarre stand und die Stunde Null ausrief, zogen vier beteiligte Akteure noch am Spielfeldrand die Konsequenzen aus dem historischen Scheitern.

Buffon: "Es ist extrem schade"

Neben Andrea Barzagli, Giorgio Chiellini und Daniele De Rossi erklärte auch Kapitän und Torhüter Buffon unmittelbar nach der Partie mit Tränen in den Augen seinen Rücktritt aus der Nationalelf.

"Es tut mir nicht für mich persönlich leid, sondern für die ganze Mannschaft und das ganze Land", sagte Buffon nach der Partie und sprach aus, was wohl der Meinung sämtlicher Fußballfans entsprach: "Es ist extrem schade, dass meine Nationalmannschaftskarriere so zu Ende geht."

Welch enormes Gewicht der Rücktritt Buffons aus der Nationalelf besaß, ließ sich auch an den Reaktionen zahlreicher Akteure aus anderen Nationen ablesen.

Buffons Rücktritt löst große Anteilnahme aus

"Ich würde ihm gerne meinen Platz bei der WM geben. Als man ihn weinen sah, wollte man einfach nur noch mitweinen", erklärte etwa Ivan Rakitic. Vereinskollege Jordi Alba adelte Buffon als "besten Torhüter der Geschichte". Die As sprach derweil von einer "historischen Erniedrigung", die ein "Gigant wie Buffon" nicht verdient habe.

Buffon reagierte geschmeichelt auf die unzähligen Sympathiebekundungen und revidierte kurz darauf die Endgültigkeit seines Beschlusses. "Sehr wahrscheinlich höre ich auf, stehe aber weiter zur Verfügung, für Juventus wie für die Nationalmannschaft", öffnete er sich Ende Dezember im Interview mit dem Spiegel eine Hintertür für ein mögliches Comeback.

Selbst mit 80 Jahren würde er bei Bedarf nochmal auf den Rasen zurückkehren, allerdings wolle er auch niemanden im Weg stehen. Die Schmach der verpassten WM-Qualifikation könne ohnehin nicht getilgt werden: "Für mich ist dieses Ausscheiden eine Wunde, eine Narbe, die nie verheilen wird."

Mit der Abkehr von seinem endgültigen Rücktritt stieß er beim italienischen Verband in der Phase des Neuaufbaus und der Neuorientierung offene Türen ein.

Di Biagio überredet Buffon zu Comeback

Interimstrainer Luigi Di Biagio, der für den glücklosen Ventura übernommen hatte, startete eine Charmeoffensive, die selbst Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge vor Neid erblassen lassen haben dürfte.

"Aus meiner Sicht ist es nicht richtig, dass ein so wichtiger Spieler wie er so aufhört. Ich habe ihm vorgeschlagen, wenigstens ein, zwei, drei Spiele zu machen und jetzt werden wir abwarten. Vielleicht ist Gigi im März dabei", gab sich Di Biagio Ende Februar verhalten optimistisch bezüglich einer Rückkehr von Buffon.

"Es kann nicht sein, dass Italien gegen Schweden sein letztes Spiel bleibt", sprach Di Bagio zum Abschluss seines Plädoyers vermutlich dem ganzen Land aus dem Herzen.

Buffons Bilanz in der italienischen Nationalmannschaft

WettbewerbSpieleGegentoreSpiele ohne Gegentor
Freundschaftsspiele555617
EM-Qualifikation422623
Europameisterschaft17148
WM-Qualifikation392520
Weltmeisterschaft1496
Confed-Cup8131

Buffon gibt Rücktritt vom Rücktritt bekannt

Buffon erhörte den Ruf seiner Länderauswahl und ruderte kurz darauf in der italienischen Fußball-TV-Show Tiki Taka endgültig zurück. "Ich wollte eigentlich ein paar Tage mit meiner Familie Urlaub machen. Aber wenn mich die Nationalmannschaft braucht, werde ich da sein", gab Buffon per Videoschaltung zu Protokoll.

Dies sei eine Form von "Treue und Verantwortungsbewusstsein", die er gegenüber der Nationalelf bekunden wolle. Mit all seiner Erfahrung wolle er zur notwendigen Stabilität zu Beginn des propagierten Neuaufbaus beitragen.

Als Di Biagio am vergangenen Samstag seinen Kader für die anstehenden Testspiele bekanntgab, war Buffons Rückkehr in die italienische Auswahl endgültig perfekt.

Buffons Rückkehr eine emotionale Entscheidung

Die aktuelle Serie von 931 gegentorlosen Minuten in der heimischen Serie A mit Tabellenführer Juventus Turin und die Wahl zum besten Spieler im italienischen Oberhaus im vergangenen Oktober zeugen von Buffons nach wie vor unbestreitbarer sportlicher Klasse, die ihn für die Berufung in die Nationalelf legitimiert.

Buffons Entscheidung resultierte jedoch nicht aus der sportlichen Notwendigkeit heraus, immerhin steht mit Milans Gianluigi Donnarumma bereits ein hochgelobter Nachfolger in den Startlöchern, der auf Jahre hinaus die Position zwischen den Pfosten besetzen dürfte. Vielmehr war Buffons Entschluss eine von Emotionen und Gefühle begleitete Entscheidung.

Einer der ausschlaggebenden Gründe, die Buffon zu seiner Rückkehr in den Kreis der Squadra Azzura überzeugten, war laut Angaben des Keepers der tragische Tod von Fiorentina-Kapitän Davide Astori. "Er ist einer der Gründe, warum ich hier bin. Ich wollte anwesend sein und auf dieses Gefühl antworten", erklärte Buffon.

Zudem wollte er sich nicht der Verantwortung für die verpasste Qualifikation entziehen, auch wenn der Keeper wohl den geringsten Anteil daran getragen hatte. Und schlussendlich sei Interimstrainer Di Biagio "sehr nett" zu ihm gewesen.

Testspiele als würdige Rahmen für Buffons Abschied

Di Biagio wollte dem Torhüter vor den beiden Duellen gegen Argentinien und England zwar keine Einsatzgarantie aussprechen, alles andere als der 176. Länderspieleinsatz der Torwartlegende würde nach di Biagios Bemühungen aber überraschen.

Die große Bühne für seinen Abschied aus der Nationalelf in Form der WM in Russland bleibt Buffon zwar verwehrt, doch zumindest bekommt die Torwart-Legende einen würdigeren Rahmen für seine Abschiedsvorstellung, als ihn jener triste 13. November darstellte.

"Wenn ich aufhöre, dann möchte ich, dass die Leute traurig sind", hatte Buffon vor dem letztjährigen Champions-League-Finale gesagt. Die Reaktionen auf seinen zwischenzeitlichen Rücktritt aus der Nationalelf dürften ihm einen Vorgeschmack auf den fernen Tag gegeben haben, an dem der ewige Gigi seine Handschuhe tatsächlich an den Nagel hängen wird.

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