Montag, 12.01.2015

Blitzlichter aus Europa

Selfie-Stick für einen Unsterblichen

Francesco Totti macht sich - mal wieder - unsterblich, versagt jedoch beim Selfie-Torjubel. Ein Stick hätte geholfen. In England ist dieser inzwischen übrigens verboten. Beim Real-Traumpaar Bale und Ronaldo fliegen die Fetzen.

Kann Fußball gut, kann Selfies mittel: Francesco Totti
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Kann Fußball gut, kann Selfies mittel: Francesco Totti

Serie A

Von Oliver Birkner

Selfie made man des Spieltags: Es grenzte an Majestätsbeleidigung, als sich dieser Pimpf Felipe Anderson tatsächlich zum Protagonisten des römischen Derbys aufspielen wollte. Der 21-jährige Brasilianer servierte formidabel zu Lazios Führung und schoss das 2:0 vor der Pause dann selbst. Also bitte. Felipe Anderson war elf Monate alt, als Francesco Totti im März 1994 seinen ersten Stadtvergleich spielte. Am Sonntag trat er zum 40. Mal gegen Lazio an und rückte die Verhältnisse höchstpersönlich gerade. Nachdem der König von Rom verkürzt hatte, gelang ihm ein kongenialer Scherenschlag zum Ausgleich. Der Mann, der ohnehin fast alle erdenklichen römischen Rekorde hält, schnappte sich einen, der fehlte: Mit elf Treffern ist der Capitano nun bester Torjäger in der Liga-Geschichte des "Derby della Capitale". Das verdiente eine besondere Feiergeste. Totti rannte zur legendären "Curva Sud" ließ sich ein Handy übergeben und fertigte ein Selfie vor dem Kurvenpanorama an. Dass er sich eigentlich nie im Social Network herumtreibt, wurde allerdings deutlich. Auf einem unglücklichen Schnappschuss sah man sein Gesicht vom Mund an, den grünen Teppich über der Laufbahn und einen Teil der Plexiglas-Barriere. "Ich mache nie Selfies, aber diesen Moment wollte ich einfach festhalten", erklärte der 38-Jährige, dessen Geste auch in anderen Ländern Beachtung fand. "Wir hassen Selfies wie die Pest", schrieb der "Daily Mirror". "Doch das gilt nur für Sterbliche. Roma Legende Totti gehört nicht dazu, denn er ist seit Sonntagnachmittag der coolste Fußballer überhaupt." Ein echter selfie made man. Gelb gab es übrigens nicht, Verwarnungen gelten eben auch nur für Sterbliche.

Die Top-Torjäger der Serie-A-Saison 2014/15
Rang 1: u.a. Luca Toni von Hellas Verona (22 Tore)
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Rang 1: u.a. Luca Toni von Hellas Verona (22 Tore)
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Rang 1: u.a. Mauro Icardi von Inter Mailand (22 Tore)
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Rang 1: u.a. Mauro Icardi von Inter Mailand (22 Tore)
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Rang 3: u.a. Carlos Tevez von Juventus Turin (20 Tore)
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Rang 3: u.a. Carlos Tevez von Juventus Turin (20 Tore)
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Platz 4: Gonzalo Higuain vom SSC Neapel (18 Tore)
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Platz 4: Gonzalo Higuain vom SSC Neapel (18 Tore)
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Rang 5: Jeremy Menez vom AC Milan (16 Tore)
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Rang 5: Jeremy Menez vom AC Milan (16 Tore)
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Rang 6: u.a. Manolo Gabbiadini von Sampdoria Sampdori (15 Tore)
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Rang 6: u.a. Manolo Gabbiadini von Sampdoria Sampdori (15 Tore)
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Rang 6: u.a. Domenico Berardi von Sassuolo Calcio (15 Tore)
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Rang 6: u.a. Domenico Berardi von Sassuolo Calcio (15 Tore)
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Rang 8: Antonio Di Natale von Udinese Calcio (14 Tore)
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Rang 8: Antonio Di Natale von Udinese Calcio (14 Tore)
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Rang 9: u.a. Miroslav Klose von Lazio Rom (13 Tore)
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Rang 9: u.a. Miroslav Klose von Lazio Rom (13 Tore)
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Rang 9: u.a. Iago Falque vom FC Genua (13 Tore)
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Rang 9: u.a. Iago Falque vom FC Genua (13 Tore)
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Rang 9: u.a. Paulo Dybala von US Palermo (13 Tore)
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Rang 9: u.a. Paulo Dybala von US Palermo (13 Tore)
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Rang 9: u.a. Fabio Quagliarella vom FC Turin (13 Tore)
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Rang 9: u.a. Fabio Quagliarella vom FC Turin (13 Tore)
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Knock out des Spieltags: Bei Inter-Spielen ist die Langeweile erst einmal vorüber. Zum einen entdeckten die Tifosi ihren Principe Poldi für sich, der beim 3:1 gegen Genua rund 50 Minuten stark aufspielte, bis ihm die Luft wegblieb. Im erst dritten Vereinsspiel der Saison über die volle Distanz durfte man nicht viel mehr Puste erwarten. Währenddessen erhielt Xherdan Shaqiri tosenden Applaus, obwohl er sich bloß warmlief und keine Sekunde kickte. Poldi und Shaq sollen nächsten Samstag gemeinsam für Furore sorgen. Vorerst urteilte die Presse, mit Shaqiri seien die imposantesten Schenkel seit Karl-Heinz Rummenigge zu Inter gewechselt. Und dann gab es schließlich noch Ersatzkapitän Marco Andreolli. Den hatte Trainer Roberto Mancini in der ersten Hälfte angefaucht, er solle keine hohen Bälle mehr schlagen. Andreolli sah das anders und bombte später einen Querschläger kompromisslos in Mancinis Gesicht. Der 50-Jährige sackte K.o. zu Boden, rappelte sich auf und deutete grinsend an, den Übeltäter sofort auswechseln zu wollen. Hinterher gestand Mancini ein: "Als Torwart muss ich mich deutlich verbessern."

Und sonst? Wie schon oft in der Vergangenheit sorgte die Kulisse in Napolis Stadio San Paolo mal wieder für Gänsehaut. Beim Einlaufen der Teams von Neapel und Juventus sangen die fast 60.000 Tifosi innbrünstig "Napule è", ein Stück des am 4. Januar verstorbenen neapolitanischen Liedermachers Pino Daniele, dem man zudem den Sprechchor "Olé, olé, olé, Pino, Pinooo" wie einst Maradona widmete. Später war die Euphorie verflogen, denn Juve siegte 3:1. Neben Traumtoren von Paul Pogba und Arturo Vidal sorgte die 2:1-Führung durch Martin Caceres allerdings für Polemik, da sich der Uruguayer und Giorgio Chiellini im Abseits befanden. "Chiellini hatte nach einer Platzwunde einen Kopfverband - das machte ihn unsichtbar, und er verdeckte damit auch noch Caceres", kommentierte Coach Rafa Benitez anschließend. Also, Stürmer der Welt, einfach Turban auf und los zur unsichtbaren Torejagd! Dieter Hoeneß lässt grüßen.

Serie A: Selfie Stick für einen Unsterblichen

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