Dienstag, 09.12.2014

UEFA-Präsident weist Korruptionsverdächte zurück

Platini: "Keinen Picasso" aus Russland

UEFA-Präsident Michel Platini hat erneut jegliche Korruptionsvorwürfe zurückgewiesen. "Ich bin mehr als unschuldig", sagte der Chef der UEFA dem französischen Radiosender "Europe 1" zu den Gerüchten rund um die WM-Vergaben an Russland 2018 und Katar 2022.

Michel Platini weist erneut jegliche Korruptionsverwürfe zurück
© getty
Michel Platini weist erneut jegliche Korruptionsverwürfe zurück

"Ich habe weder einen Picasso, noch Goldbarren, Benzin oder Gas erhalten." Er sei das "Opfer" der Ermittlungen mit "Gerüchten über die Privatsphäre".

Die britische "Sunday Times" hatte sich zuletzt auf dubiose Dokumente der gescheiterten englischen WM-Bewerber berufen und berichtet, Platini habe kurz vor der Wahl am 2. Dezember 2010 ein dem Maler Pablo Picasso zugeschriebenes Gemälde aus Russland erhalten. Der Franzose sprach anschließend von "lächerlichen Gerüchten".

Auf die Frage, ob diese aus dem Umfeld des FIFA-Präsidenten Joseph S. Blatter gestreut worden sein, antwortete Platini vielsagend: "Ich weiß es nicht, es gibt da viele Interessen. Viele wollten die Endrunde in den USA sehen. Aber ich wiederhole mich. Ich habe aus Überzeugung für Katar und Russland gestimmt. Ich will, dass der Fußball neue Regionen erschließt."

FIFA braucht "frischen Wind"

Wenn die Ermittlungen der FIFA-Ethikkommission allerdings doch noch Beweise für eine unsaubere Wahl liefern würden, "werden die Endrunden neu vergeben werden", sagte der UEFA-Präsident.

Bei der Präsidenten-Wahl des Weltverbandes am 29. Mai 2015, im Rahmen derer Blatter in seine fünfte Amtszeit gewählt werden will, werde Platini weder dem 78-jährigen Schweizer noch dem bislang einzigen Gegenkandidaten Jérôme Champagne (56) seine Stimme geben. Die FIFA brauche "frischen Wind", sagte Platini.

Trotz des offenen Bruches mit dem FIFA-Präsidenten empfinde Platini "Wertschätzung und Freundschaft" für "Sepp", aber es gebe zwischen den mächtigsten beiden Männern im Weltfußball "immer einen kleinen Konflikt". Das Image der FIFA sei im Zuge der tiefen Krise "sehr schlecht", sagte der Europameister von 1984.


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