WAC, OM & Mersin rocken ihre Ligen

Von Andreas Königl
Donnerstag, 09.10.2014 | 09:44 Uhr
Andre-Pierre Gignac ist mit neun Treffern bester Torschütze von Marseille
© getty
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In Deutschland, Spanien oder England dominieren die großen Favoriten ihre Ligen - doch ein Blick über den Tellerrand zeigt, dass in anderen Ländern Europas die Konkurrenzdichte wesentlich höher ist. SPOX beleuchtet die Überraschungsteams aus Österreich, Frankreich und der Türkei - denn Geld und Ballbesitz schießen eben doch nicht immer Tore.

Wolfsberger AC (Österreich)

11 Spiele - 9 Siege, 2 Niederlagen - 23:9 Tore - 27 Punkte
Tabellenplatz: 1

Es war der 14. September diesen Jahres, als sich ein kleiner Klub aus der 25.000-Seelen-Gemeinde Wolfsberg als erster Verein aus Kärnten an die Spitze der Österreichischen Bundesliga setzte - ein historischer Tag für den Fußball in der Alpenrepublik.

"Es freut mich umso mehr, dass auch der Didi Kühbauer versteht, wie Taktik funktioniert, und dass es die Mannschaft gut umsetzen kann", meinte der als Emotionstrainer bekannte Dietmar Kühbauer nach dem sensationellen 1:0-Erfolg gegen den großen Favoriten Red Bull Salzburg und der damit verbundenen Tabellenführung für den WAC.

Erfolg kein Zufall

Seither sind drei weitere Spiele vergangen und die No-Name-Truppe ohne einen aktuellen A-Nationalspieler in den Reihen fühlt sich sichtlich wohl auf dem Platz an der Sonne. "Na sicher, fassen können wir das Ganze noch nicht. Aber das heißt nicht, dass wir die Tabellenführung nicht hart erarbeitet haben", meinte Mittelfeldmann Peter Zulj. "Viele wollen das auf einen Lauf rausreden, aber der Lauf ist längst vorbei. Mittlerweile macht unsere Qualität den Unterschied."

Die Ergebnisse geben den Kärntnern zweifelsohne Recht, wenngleich die Mannschaft nicht auf eine spektakulär offensive Spielweise wie beispielsweise die Salzburger setzt. Kühbauer legt den Fokus in einer 4-2-3-1-Grundformationen eher auf ein auf Reaktion ausgelegtes Spielsystem - defensiv solide, und bei Ballgewinn mit schnellem Umschaltspiel nach vorne.

Während seiner Karriere bewies der Erfolgstrainer mehrfach seinen ganz besonderen Humor. Angesprochen auf seinen nächsten Gegner David Beckham meinte Kühbauer einst: "Der Beckham is mir wurscht. Aber wahrscheinlich bin ich dem Beckham auch wurscht". Sympathischer Schmäh. Übrigens: Kühbauer - alias "Tennis-Didi" - verlor zwischen 2010 und 2012 in der dritten und zweiten Klasse seines Landes keinen einzigen Satz. Jetzt widmet er sich aber wieder verstärkt dem Fußball. Mit Erfolg.

"Von Ballbesitz kann man sich nichts kaufen"

Nur Aufsteiger SCR Altach hat in der Liga im Schnitt weniger Ballbesitz - dennoch ein bewusst gewähltes System, welches zu funktionieren scheint. "Wir sind jetzt sicher nicht die Mannschaft, die sich nur hinten reinstellt und auf Konter lauert. Wir spielen schon auch mit", weist Zulj mögliche Kritiker in die Schranken. "Aber man sieht auch immer wieder, dass man sich von Ballbesitz nichts kaufen kann - sondern nur von Toren."

Der Kader ist mit 23 Spielern der kleinste der Liga, da gilt es an einem Strang zu ziehen. Einen Superstar gibt es nicht, das zeigt allein schon der Blick auf die Verteilung der Torschützen - die 23 Treffer verteilen sich auf zehn Schultern.

"Unsere Vorbereitung war wirklich nicht gut. Doch mit dem ersten Liga-Spiel ist uns praktisch der Knoten geplatzt", erklärt Routinier Joachim Standfest. "Das Team ist von Spiel zu Spiel mehr zusammengewachsen."

Titel geht nur über Salzburg

Es gilt auf dem Boden zu bleiben im Lavanttal, wobei die Meisterschaft ohnehin nicht das erklärte Ziel ist. "Ich will, dass wir eine gute Saison spielen und das ist das Wichtigste", hatte Kühbauer noch vor dem ersten Spieltag erklärt. "Im Fußball kann man nicht so genau planen. Es kann immer etwas passieren."

Die Meisterschaft geht ohnehin nur über das Team aus Salzburg, wobei man laut Standfest am Ende "im guten Mittelfeld landen will. Darüber hinaus möchten wir den WAC in der Bundesliga weiter etablieren. Der Verein soll eine fixe Größe in Österreich werden."

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