Fussball

Gerrard 0 - MUFC 20

Von SPOX
Steven Gerrard verpasste mal wieder die Meisterschaft mit dem FC Liverpool
© getty

In Barcelona meldet Keeper Pinto Ansprüche auf einen Positionswechsel an, während die Bluebirds von Cardiff City zukünftig auch wieder in blau statt rot spielen wollen. Das San Siro verabschiedet derweil seinen Duracell-Hasen.

Premier League

Von Raphael Honigstein

Banner des Spieltags: Der Fußball schreibt bekanntlich die schönsten Geschichten, auch wenn das Ende manchmal etwas mau daherkommt. Mit Manchester City gewann das Team mit den reichsten Eigentümern, dem teuersten Kader und dem besten Sturm die Premier League; aus neutraler Sicht war diese letzte Wendung, die ja gar keine wahr, dann doch etwas enttäuschend. Verdient haben Manuel Pellegrini und seine Jungs die Meisterschaft natürlich trotzdem.

Sie leisteten gute, solide und oft auch spektakuläre Arbeit, während die Konkurrenz an ihren eigenen Schwächen scheiterte. Liverpool-Kapitän Steven "jetzt keine verdammten Ausrutscher" Gerrard wird wohl noch länger an der verpassten Chance zu knabbern haben. Nach dem wahnwitzigen 3:3 gegen Crystal Palace vom Montag, das bei gegnerischen Fans in Anlehnung an das Champions-League-Finale von 2005 als "Crystanbul" firmiert, twitterte die offizielle Seite der Spurs einen lustigen Vine-Film und musste sich danach dafür entschuldigen.

Am Sonntag ließen Man Utd-Fans ein Banner mit "Gerrard 0 - MUFC 20" über das Stadion von Anfield fliegen. Damit sind die Anzahl der Titel gemeint. Sehr böse, aber irgendwie auch ein Beweis dafür, dass es sonst sehr wenig für die United-Fans zu lachen gab.

MJ des Spieltags: Gute Nachrichten für alle Traditionalisten kommen aus Wales. Vincent Tan, der sympathische, und keinster Weise wie ein Bösewicht aus James-Bond-Filmen gekleidete Besitzer von Cardiff City, will die Trikotfarbe der "Bluebirds" vom angeblich Glück bringenden Rot wieder auf das herkömmliche Blau ändern - aber nur, wenn Cardiff nach dem Abstieg sofort wieder aufsteigt.

Vielleicht sollte er zur Sicherheit auch noch Mohamed Al-Fayeds alte Michael-Jackson-Statute vor dem Stadion aufstellen? Der Ex-Eigentümer hat ernsthaft behauptet, dass Fulham nur deswegen ins Unterhaus muss, weil der falsche MJ von seinem Platz vor dem Craven Cottage abtransportiert wurde. Felix Magath weiß es aber besser. Er hat Lewis Holtby ("er ist kein Kämpfer") die Schuld in die Schuhe geschoben.

Vertretungslehrer des Spieltags: Keine Schuld an Tottenham's unbefriedigender Saison hat natürlich Tim Sherwood. "Wir hätten die Champions League erreicht, wenn ich die ganze Saison auf der Bank gesessen hätte", sagte er am Sonntag. Zuvor hatte er sich beschwert, dass ihn die Londoner wie einen "Vertretungslehrer" behandelt hätten.

Der Mann mit der Daunenweste gab beim 3:0 gegen Aston Villa einem kritischen Fan die Gelegenheit auf der Bank zu sitzen - mit Sherwoods Gilet."Jede Woche erzählt er mir, was ich machen soll. Also habe ich ihm die Gelegenheit gegeben, es selbst zu machen", sagte Sherwood, "er danach hat die Weste geklaut, die Polizei sucht nach ihm. Nein, er kann sie behalten."

Einen Sinn für Späße hat er, das muss man ihm lassen. Aber Tottenham hätte zur Abwechslung gerne einen guten Mann im Amt. Frank De Boer wird wohl kommen. Ohne Daunenweste.

Und sonst so? Es hätte der schönste Tag für Richard Scudamore sein können. Doch der Sunday Mirror veröffentlichte just am letzten Spieltag private Emails des Premier-League-Chefs, in denen er sexistische Witz riss. Eigentlich kein Kapitalverbrechen, aber die schaden wird Scudamore die Affäre auf jeden Fall, weil er so wahnsinnig umwitzig rüberkommt. "Halte Sie von deinem Stengel fern", riet er unter anderem einem befreundeten Anwalt, der eine Mitarbeiterin namens Edna eingestellt hatte. Grundsätzlich ja kein falscher Tipp, aber man sollte so etwas nie schriftlich machen.

Seite 1: Vertretungslehrer Sherwood und der falsche Michael Jackson

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