Fussball

Russen-Rakete, Wüstensöhne & Barca-Bezwinger

Von Daniel Riedmüller
Kevin Kuranyi sichtlich zufrieden im Kreise seiner neuen Teamkameraden bei Dinamo Moskau
© Getty

Im vergangenen Sommer kehrten sie der Bundesliga den Rücken - doch was machen eine handvoll Deutsche, sowie Ex-Stars und Sternchen, bei ihren neuen Vereinen im Ausland? SPOX hat den Werdegang von 18 Spielern unter die Lupe genommen.

Teil 1) Die Deutschen im Ausland

Kevin Kuranyi (Dynamo Moskau/Russland): 16 Spiele, 9 Tore

Bilanz: Neun Tore in 16 Spielen können sich durchaus sehen lassen. Damit führt der SPOX-Kolumnist die vereinsinterne Torschützenliste an, obwohl er erst zur Rückserie kam. Dynamo schloss die Saison allerdings nur als Siebter ab, holte mit Kuranyi in der Rückserie aber immerhin zwei Punkte mehr als in der Hinrunde.

Standing: Nach anfänglichen Schwierigkeiten blüht der ehemalige Schalker immer mehr auf - von den Dynamo-Fans wurde er gar zum Spieler des Jahres gewählt. Zusammen mit Woronin bildet Kuranyi ein gefährliches Sturmduo mit ausreichend Bundesliga-Erfahrung. Dynamos Topverdiener spielt dabei als unangefochtene Nummer eins in vorderster Front.

SPOX meint: Russland-Rakete. Bei angeblich sechs Millionen Euro netto pro Jahr kann man sicher lächelnd einschlafen. Sportlich ist Dynamo in Russland jedoch nur ein Leichtgewicht, verpasste die internationalen Ränge deutlich.

 

Mesut Özil (Real Madrid/Spanien): 17 Spiele, 5 Tore

Hinrundenbilanz: Özil glänzte bei seinen insgesamt 28 Pflichtspiel-Einsätzen in zentraler Rolle vor allem als Vorlagengeber, der mit unvorhersehbaren Pässen seine Mitspieler einsetzt. Sieben Assists in der Liga und vier in der Champions League können sich durchaus sehen lassen. Allerdings fehlt es dem Ex-Bremer noch ein wenig an Konstanz.

Standing: Eigentlich war Özil bei den Königlichen erstmal nur als Backup für Kaka vorgesehen. Doch durch Kakas Verletzung wurde der DFB-Kicker in die erste Elf gespült und besticht dort durch gute Leistungen. Ist fester Bestandteil der Real-Offensiv-Power um Cristiano Ronaldo, auch wenn ihm Kaka nun im Nacken sitzt.

SPOX meint: Auf dem Weg zum Weltstar. Dass der 22-Jährige bereits nach den ersten Einsätzen mit Standing Ovations bejubelt wird, war nicht zu erwarten. Özil scheint nach einem halben Jahr menschlich gereifter, muss auf dem Platz aber noch konsequenter und konstanter werden, um Kaka weiter zu verdrängen. Dann winkt irgendwann vielleicht der Fußball-Olymp.

 

Sami Khedira (Real Madrid/Spanien): 16 Spiele, 0 Tore

Hinrundenbilanz: Khedira spielt seinen Part verlässlich, hat aber noch nicht die Klasse von Xabi Alonso erreicht und muss zulegen, will er sich seinen Stammplatz zurückholen - denn die Konkurrenz schläft nicht. Wartet immer noch auf seinen ersten Treffer und steuerte bislang auch erst einen Assist bei.

Standing: Ist nicht so glanzvoll eingeschlagen wie Özil, bekam aber auch schon ein Extra-Lob von Jose Mourinho ab. Verlor nach ein paar kleineren Verletzungen zuletzt seinen Stammplatz an Lass Diarra. Spielte zuvor in der Schaltzentrale neben Alonso solide, aber nicht überragend.

SPOX meint: Ausbaufähig. Khedira hat noch nicht ganz verinnerlicht, was es heißt, ein Königlicher zu sein. Da ist noch Luft nach oben. Auf dem Platz wirkt er manchmal noch ein wenig phlegmatisch. Das Vertrauen von Trainer Mourinho hat er aber.

 

Jerome Boateng (Manchester City/England): 12 Spiele, 0 Tore

Hinrundenbilanz: Stand in der Premier League zehn Mal in der Startelf, konnte dabei aber nie hundertprozentig überzeugen. Boateng kann zwar überall in der Viererkette eingesetzt werden, hat aber mit Kompany (innen), Kolo Toure (innen), Kolarov (links), Richards (innen/rechts) und Zabaleta (links/rechts) starke Konkurrenz.

Standing: Ist nach vielen kleinen Verletzungen noch einen Schritt davon entfernt, ein unumstrittener Stammspieler oder gar Leistungsträger zu sein.

SPOX meint: Nur Mitläufer. Einen echten Karriere-Boost hat dem Außenverteidiger der Wechsel bislang nicht eingebracht. Zwar steht der 22-Jährige nicht auf dem Abstellgleis, jedoch sollte langsam der Knoten platzen.


Thomas Broich (Brisbane Roar/Australien): 24 Spiele, 3 Tore

Bilanz: Glänzt Down Under als exzellenter Vorlagengeber, vor allem bei Standards. Stand in 24 von 25 Spielen in der Startelf und führt mit Roar die A-League unangefochten an. Bei nur einer Niederlage beträgt der Vorsprung auf den Zweiten Adelaide United bereits zwölf Punkte.

Standing: Ist der kreative Denker im offensiven Mittelfeld. Von seinen Mitspielern angesichts seiner Erfahrung und seiner Professionalität absolut akzeptiert und derzeit nicht aus der Mannschaft wegzudenken.

SPOX meint: Down under endlich glücklich! Genau das wollte Thomas Broich: Weg von dem hektischen Fußballer-Leben in Deutschland. In Australien verzichtet das ehemalige Top-Talent zwar auf viel Geld, ist in der drittklassigen Liga aber wieder ein Star auf dem Rasen. Alles richtig gemacht!

 

Roberto Hilbert (Besiktas/Türkei): 13 Spiele, 1 Tor

Hinrundenbilanz: Er hatte einen schweren Start in Istanbul, konnte in den ersten Auftritten nicht überzeugen und galt schnell als Fehleinkauf. Aber Hilbert kämpfte sich in die Mannschaft und ist inzwischen eine feste Größe auf der rechten Seite. Wird meistens rechts in der Viererkette eingesetzt, macht seine Aufgabe dort aber sehr gut.

Standing: Fans und Medien schätzen die fleißige und laufstarke Spielweise des Deutschen. Dürfte auch nach den namhaften Winterzugängen bei Besiktas seinen Stammplatz behalten.

SPOX meint: Alles richtig gemacht! Hilbert und Besiktas - eine Liebe auf den zweiten Blick. Nach der am Ende schwierigen Zeit in Stuttgart hat sich Hilbert wieder gefunden.


Teil 2: Toni, Bordon, Bance: Gestern Bundesliga-Star, heute...

Teil 3: Maniche, Sosa, Valdez: Was macht eigentlich...?

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