Erneut Debakel für die Furia Roja

Spott für Weltmeister Spanien und Capello

SID
Donnerstag, 18.11.2010 | 16:30 Uhr
David Villa (l.) erzielte während der Weltmeisterschaft in Südafrika fünf Tore für Spanien
© Getty
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Weltmeister Spanien wurde vom Nachbarn Portugal gedemütigt, Englands Nationaltrainer Fabio Capello von den heimischen Medien verspottet. Dagegen wurde Lionel Messi seinem Ruf als Superstar einmal mehr gerecht.

Weltmeister Spanien wurde ausgerechnet vom Nachbarn Portugal gedemütigt, Englands Nationaltrainer Fabio Capello als "Trottel mit dem Hut" verspottet. Dagegen war der Floh mal wieder der Größte: Lionel Messi gehörten nach seinem Slalom-Sololauf zum 1:0 von Argentinien gegen Erzrivale Brasilien die Ovationen.

Da hatte für Welt- und Europameister Spanien "das ruhmreichste Jahr ein trauriges Ende genommen", wie die Zeitung "Sport" nach dem 0:4 in Lissabon gegen Portugal befand. Nationaltrainer Vicente Del Bosque suchte gar nicht erst nach Ausreden.

"Schlechter kann man nicht spielen", grummelte der Coach und nahm seine Stars in die Pflicht: "Wir dürfen uns auf den WM-Titel nicht ausruhen. Ich bin sehr verärgert."

Wieder vier Gegentore

Das 0:4 war der Tiefpunkt seit dem WM-Triumph am 11. Juli in Johannesburg. Zuvor hatten die Spanier schon beim 1:4 in Argentinien ein Debakel erlebt. "Der Stern stürzt ab", schrieb die spanische Tageszeitung "AS" und "Marca" stellte fest: "Portugal hat uns wie einen Stier durch die Arena geführt. Das war ein Schlag ins Gesicht."

Den Toren von Carlos Martins (45.), Helder Postiga (49. und 68.) und des Bremer Bundesliga-Profis Hugo Almeida (90.) hatte die Furia Roja kaum etwas entgegenzusetzen.

"Es ist nicht einfach, die beste Nationalmannschaft der Welt zu schlagen. Aber wir haben bewiesen, dass Portugal immer besser wird", sagte Portugals stark auftrumpfender Superstar Cristiano Ronaldo mit Genugtuung.

Capello in der Kritik

Wie die Spanier, so stand auch Capello im Fußball-Mutterland in der Kritik. Der Italiener wurde nach dem 1:2 im Duell der WM-Versager zwischen England und Frankreich verhöhnt wie einst Steve McClaren.

Der heutige Coach vom Bundesligisten VfL Wolfsburg wurde nach der verpassten EM-Qualifikation und der Schlagzeile "Der Trottel mit dem Regenschirm" entlassen.

Capello, der die Pleite mit einem Basecap verfolgt hatte, wurde vom Boulevardblatt "The Sun" als "Trottel mit dem Hut" verspottet.

Gerrard erleidet Oberschenkelverletzung

Auslöser der Sticheleien war weniger die erste Heimniederlage in der fast dreijährigen Amtszeit des Trainers, sondern vielmehr die Oberschenkelverletzung von Mittelfeld-Star Steven Gerrard in der 85. Minute. Eigentlich hatte Capello mit Gerrards Klub FC Liverpool verabredet, den 30-Jährigen nur eine Stunde spielen zu lassen.

Liverpools Fitnesscoach Darren Burgess flippte völlig aus und ließ auf dem sozialen Netzwerk Twitter Tiraden gegen Capello und den englischen Verband FA ab. Wörter wie "amateurhaft", "unglaublich" und "eine Schande" waren da zu lesen, bis seine Kommentare gelöscht wurden.

Benzema und Valbuena treffen

Capello rechtfertigte sich: "Durch die Verletzungen von Garry Barry und Rio Ferdinand brauchten wir einen älteren Spieler auf dem Feld. Es tut mir leid für Gerrard. Aber der Verein kann nicht entscheiden, wie lange ein Spieler für das Nationalteam spielt", sagte Capello, für den die Luft immer dünner wird.

Nach den Gegentoren durch Karim Benzema (13.) und Mathieu Valbuena (55.) war Peter Crouch (86.) nur noch der Anschlusstreffer gelungen.

Dagegen war Weltfußballer Messi nach seinem fantastischen Sololauf in der Nachspielzeit zum 1:0 der Argentinier in Doha gegen Erzrivale Brasilien der Held.

Messi entscheidet Spiel per Solo

"Ich wollte sie unbedingt schlagen, und ich habe es geschafft", sagte der Superstar vom spanischen Meister FC Barcelona, der eine Lücke in seiner Karriere schloss. Für den 23-Jährigen war es der erste Sieg mit dem A-Team der Gauchos gegen Brasilien.

Messi hatte sich bei seinem Solo von der Mittellinie auch von vier Gegnern nicht stoppen lassen und mit einem präzisen Flachschuss von der Strafraumgrenze für den ersten Sieg der Albiceleste im Klassiker seit dem 8. Juni 2005 gesorgt.

Der Dank von Argentiniens neuem Nationaltrainer Sergio Batista, der nach der WM Ikone Diego Maradona abgelöst hatte, galt entsprechend Wirbelwind Messi: "Zum Glück haben wir mit ihm den besten Spieler der Welt", erklärte Batista: "Das Ergebnis erlaubt es mir, in Ruhe weiterzuarbeiten."

Dank Messi: Argentinien siegt im Prestigeduell

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