Kentaro-Boss Philipp Grothe im Interview

Grothe ist der neue Big Player im Weltfußball

Von Interview: Haruka Gruber
Montag, 29.03.2010 | 13:35 Uhr
Lockte die Selecao nach Europa und brachte die englische FA ins Web 2.0: Philipp Grothe
© Graham Fudger
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Mit Blut, Schweiß und Tränen baute Philipp Grothe ein Imperium auf - die Sportrechteagentur Kentaro Group. Weltstars hören auf Grothe - und der englische Verband ist dank ihm im Web 2.0 angekommen. Grothe über Boomphasen, Günter Netzer und einen Box-Promoter als Praktikanten.

Große Ambitionen waren schon immer da: Gleich am ersten Tag ihrer Firmengründung stürzte sich die Kentaro Group in den Pitch um die Vermarktungsrechte der FA, des englischen Fußball-Verbands.

Das ist knapp vier Jahre her. Inzwischen ist Kentaro eine der führenden Sportrechteagenturen Europas und ein echter Big Player. Fußball-Klubs wie der AC Milan oder der FC Chelsea lassen sich vom Schweizer Unternehmen weltweit vermarkten. Große Verbände - u.a. England, Irland und Österreich - zählen zu den Klienten. Brasiliens und Argentiniens Nationalmannschaften haben die Organisation ihrer zumeist überseeischen Freundschaftsspiele in die Hände Kentaros gelegt.

Bei SPOX erzählt Mitbegründer Philipp Grothe über bescheidene Anfänge in provisorischen Büros, den harten Kampf um die Premiumprodukte auf dem Sportmarkt und wie man in Zukunft im Ringen um die Superstars mitmischen könnte.

SPOX: 2003 gab es die Firma Kentaro noch gar nicht, jetzt ist sie der neue Big Player im Weltfußball. Wie kam es dazu?

Philipp Grothe: Es ist ein bisschen wie bei einem Fußballspiel: Ohne harte Arbeit und das Quäntchen Glück gibt es keinen Erfolg. In unserer Branche spielt zudem die Erfahrung eine große Rolle. Mein Partner Philippe Huber und ich arbeiten seit Anfang der 90er Jahre zusammen. Wir haben den Fußballbereich bei der damaligen UFA Sports, die heute Sportfive heißt, und später bei IMG aufgebaut, ehe wir uns selbständig gemacht haben. Ein allgemein gültiges Erfolgsrezept gibt es leider nicht - außer: Blut, Schweiß und Tränen. Womit wir wieder beim Fußball wären.

SPOX: Klingt abstrakt. Wie kann man sich den Beginn konkret vorstellen?

Grothe: Das war eine interessante Zeit. Zusammen mit Philippe Huber und einem damaligen Praktikanten - keinem Geringeren als Kalle Sauerland, dem Box-Promoter und Erfinder des Super-Six-Turniers - haben wir uns in London im Frühstücksraum eines Hotels eingenistet, die Laptops auf die Knie gepackt und so lange gearbeitet, bis wir rausgeschmissen wurden. Dann sind wir zur Europapokal-Auslosung nach Monaco geflogen. In einem angemieteten Raum haben wir ein provisorisches Büro eingerichtet - und hatten Glück, dass sich ein paar zypriotische Vereine von uns vermarkten ließen. Als diese Klubs gute Gegner zugelost bekamen, war es der Startschuss für uns.

SPOX: Ist es so einfach, eine Sportrechte-Agentur zu etablieren?

Grothe: Wegen der allgemeinen wirtschaftlichen Lage war 2003 ein sehr guter Zeitpunkt. Und unser erster Verband war gleich ein Volltreffer. Otto Rehhagel, ein langjähriger Freund und Geschäftspartner, war gerade zum griechischen Verband gewechselt. Wir durften unser Konzept der Verbandsspitze vorstellen - und erhielten prompt den Zuschlag. Wenig später wurden die Griechen auch noch Europameister, was ihren Vermarktungswert nicht gerade verringert hat...

SPOX: 2006 nahmen Sie sogar den englischen Verband FA unter Vertrag - und sorgten so für großes Aufsehen.

Grothe: Wir nahmen die FA früh ins Visier. Bereits vor sechs Jahren, am ersten Tag unserer Firmengründung, hatten wir im Pitch um die weltweiten Rechte der englischen Nationalmannschaft sehr gute Chancen.

SPOX: Am ersten Tag?

Grothe: Völlig überraschend fanden wir uns unter den zwei letzten Kandidaten wieder. An einem Samstagmorgen rief mich jedoch der damalige englische Verbandschef Mark Palios an und entschuldigte sich fast schon dafür, uns nicht den Zuschlag geben zu können. Er meinte, dass der öffentliche Druck zu groß werden würde, wenn die FA auf der ganzen Welt von einem erst 24 Stunden existierenden Unternehmen vermarktet wird. Drei Jahre später hat es ja dann doch geklappt.

SPOX: Mittlerweile ist Kentaro ein Riese mit fast 100 Mitarbeitern - und sorgte erst im Herbst letzten Jahres für eine mediale Sensation, als Englands WM-Qualifikationsspiel gegen die Ukraine ausschließlich live im Internet zu sehen war.

Grothe: Wir standen mit dem Rücken zur Wand. Die wirtschaftliche Lage war ohnehin schon schlecht, zusätzlich ging unser ursprünglicher TV-Partner "Setanta" pleite, so dass die anderen Sender daraufhin nur sehr niedrige Angebote für das Spiel abgaben. Außerdem waren die Three Lions ja schon für die WM qualifiziert, so dass Spannung nur bedingt gegeben war. Dann kam uns die Idee, erstmals in der Geschichte ein Fußball-Major-Event per Pay-per-View im Internet anzubieten. Es war ein phänomenaler Erfolg und hat ein gigantisches Medienecho erzeugt. Rund um den Globus haben fast alle Zeitungen darüber berichtet. Es war eine historische Innovation, "the start of something new", wie der Engländer sagt.

SPOX: Nicht alle Fans waren jedoch davon begeistert. Statt im Pub mit Freunden mussten sie am PC sitzen.

Grothe: Wir wollten das Spiel in Pubs zeigen, aber technisch war es nicht möglich. Um das Problem halbwegs aufzufangen, haben wir einen Deal mit einer Kinokette abgeschlossen und eben im Kino die Partie übertragen - was ein Modell für die Zukunft sein könnte. In der Zukunft wird aber auch die Übertragung in Pubs möglich sein.

SPOX: Außerdem ist Kentaro verantwortlich dafür, dass die brasilianische Nationalmannschaft mittlerweile ihre Freundschaftsspiele in Europa austrägt wie jüngst in London gegen Irland. Verstehen Sie, dass der traditionelle Fan darüber die Nase rümpft?

Grothe: Eigentlich nicht, weil die Selecao eine globale Marke ist - möglicherweise die stärkste und strahlendste der gesamten Fußballwelt. Für den Verband sind die Freundschaftsspiele nun mal eine große Einnahmequelle und die nötigen Ticketpreise könnte man in Brasilien nie erzielen. Zumal es organisatorisch viel mehr Sinn macht, in Europa anzutreten, weil die meisten brasilianischen Stars hier spielen. Es leben auch sehr viele Brasilianer in Europa, so dass immer eine Heimspielatmosphäre entsteht. Und ganz ehrlich: Welcher Fußballfan freut sich denn nicht, Kaka, Robinho und Co. einmal aus nächster Nähe zu erleben?

SPOX: Zu Ihrem Portfolio gehören neben der Selecao auch Argentinien, der FC Chelsea oder der FC Arsenal. Wie reagieren die Alteingesessenen der Branche auf Kentaros Aufstieg?

Grothe: Ein gemeinsames Bier ist leider nur selten möglich. In den 90er Jahren waren durchaus dreistellige Gewinnmargen möglich. Die Zeit der Pioniergewinne ist allerdings vorbei, der Markt ist sehr kompetitiv geworden. Dementsprechend hart wird gekämpft. Als Sportrechteagentur muss man sich alle sechs Monate neu erfinden und mit neuen Ideen punkten.

SPOX: ARD und ZDF zahlen für die deutschen Länderspiele auf das Jahr gerechnet rund 80 Millionen Euro an den DFB. Ist Fußball wirklich soviel wert?

Grothe: Der Wert wird sogar steigen, weil Premium-Sportrechte immer wichtiger werden. Durch die Fraktalisierung der Märkte gibt es nicht nur ein paar TV-Sender, sondern auch zahlreiche neue Plattformen im Internet, die um Zuschauer buhlen. Dementsprechend begehrter werden Events, die eine hohe Einschaltquote garantieren. In Deutschland fallen mir da nur Thomas Gottschalk, der FC Bayern und die deutsche Nationalmannschaft ein. Wenn Gottschalk in Rente geht, gibt es nur noch Fußball.

SPOX: In Deutschland ist Kentaro jedoch nur vereinzelt aktiv.

Grothe: Mit dem Sauerland-Boxstall haben wir bereits einen starken Partner, aber klar: Wir würden gerne auch einen deutschen Fußball-Klub vermarkten und sind auf der Suche nach dem richtigen Verein. Der FC Bayern wäre natürlich perfekt. (lacht)

SPOX: WM-Vermarkter Infront genießt auch deshalb ein großes Ansehen, weil die Firma mit Günter Netzer über einen einflussreichen Repräsentanten verfügt. Sind Sie neidisch?

Grothe: Netzer ist im deutschsprachigen Raum der perfekte Botschafter - aber man muss sehen, dass nur sehr wenigen Fußballern der Sprung ins Geschäftsleben so erfolgreich gelingt. Nicht jeder wird Direktor einer großen Sportvermarktungs-Agentur wie Netzer, zu viele enden in der Lotto-Totto-Annahmestelle. Wir haben aus dem Grund eine eigene Spieler-Division gegründet, um ehemaligen Fußball-Stars bei einer zweiten Karriere zu helfen.

SPOX: Dafür haben Sie mit SEM eine der größten Spieleragenturen Englands, die Thierry Henry und Rio Ferdinand zu den Klienten zählt, aufgekauft.

Grothe: Bei SEM stehen unter anderem auch Ian Wright und Emmanuel Petit unter Vertrag, die Schritt für Schritt unsere Anliegen vertreten sollen. Petit ist ein kleiner Shareholder bei Kentaro und ist im französischen Mark sehr aktiv. Von seiner Intelligenz und seinem smarten Auftreten her ähnelt er Netzer. Seitdem Petit für uns tätig ist, haben wir einen ganz anderen Zugang zum französischen Markt.

SPOX: Deutet der Kauf von SEM an, dass Kentaro zukünftig auch bei Transfers mitmischen will?

Grothe: Wir kaufen bereits jetzt aktiv durch einen speziellen Transfer Fund Transferrechte an Spielern, beispielsweise in Brasilien. Das ist ein Zukunftsmarkt, weil die Vereine zunehmend Probleme haben, alleine exorbitant hohe Ablösesummen zu zahlen. Wir helfen dann beispielsweise einem Bundesligisten, Spieler X zu verpflichten, und wenn dieser nach Spanien verkauft wird, teilen wir uns den Erlös. Dieses Investitionsmodell wird mehr und mehr kommen.

SPOX: Bei diesem Thema kommt einem eine Heuschrecke in den Sinn.

Grothe: Völlig zu Recht. Es wurde bereits sehr viel Schindluder betrieben, ich erinnere an den dubiosen Wechsel von Carlos Tevez und Javier Mascherano zu West Ham United. Aber ich versichere: Wir arbeiten komplett anders. Bei uns sind die Besitzverhältnisse eindeutig geklärt und wir sind darauf bedacht, dass die Beteiligten zufrieden sind. Alleine schon, weil es sich am Ende wirtschaftlich rentiert. Auf Dauer kann man nur erfolgreich arbeiten, wenn alle Seiten glücklich sind.

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