Ruhiger EM-Empfang für Italien in Wien

SID
Montag, 02.06.2008 | 14:57 Uhr
em 2008, italien, toni
© DPA
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Wien - Mit Zuckerbrot und Peitsche und ungewöhnlich ruhig hat für Weltmeister Italien die Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz begonnen. Bei ihrer Ankunft auf dem Wiener Flughafen Schwechat empfingen die Österreicher die Azzurri am Montagmittag mit einer riesigen Marzipantorte.

Nationaltrainer Roberto Donadoni widerstand der süßen Versuchung jedoch und verordnete seinen Spielern stattdessen nach der Ankunft fast ohne Fans im rund 30 Kilometer entfernten EM-Quartier Hotel Schloss Weikersdorf in Baden bei Wien gleich das erste Training im Admira-Wacker-Stadion in Maria Enzersdorf.

Schließlich ist Donadoni für die Realisierung eines noch vielen süßeren Traums verantwortlich: Der Gewinn des zweiten Europameistertitels nach 1968. Damit der wahr werden kann, soll es Luca Toni & Co. bei der EM an nichts fehlen.

Das Mannschaftshotel ist luxuriös und hermetisch abgeschirmt. Das aus dem 13. Jahrhundert stammende Schloss ist komplett für das Team des viermaligen Weltmeisters reserviert.

Kaum Fans zur Begrüßung

Jeder Spieler hat ein Einzelzimmer, Donadoni und die Teammanager logieren in edlen Suiten mit Stuckdecken und antiken Möbeln. In der Lobby sorgen 15 Hirschgeweihe für Alpenflair.

Bis zum anvisierten Finale am 29. Juni in Wien soll die Nobelherberge in Niederösterreich Heimat und Rückzugsort für die Spieler sein. Ruhig scheint das EM-Quartier zu sein.

Beim Eintreffen des Teams verloren sich gerademal ein Handvoll Fans mit drei kläglich wirkenden Fahnen vor dem Hotel. Bei der WM 2006 in Deutschland hatten dagegen einige hundert "Tifosi" ihre Lieblinge vor dem Mannschaftshotel in Duisburg begeistert empfangen.

Keine Zeit für einen Vino

Wie damals im Landhaus Milser haben die Italiener auch in Österreich wieder für die Freizeit ein Billardzimmer und viele Spiele. Die Feingeister unter den Kickern können im gegenüberliegenden Garten mit rund 600 verschiedenen Rosenarten in voller Blüte lustwandeln. Nur ein Ausflug auf einen "Vino" ins benachbarte Weinviertel wird der Coach den Azzurri verwehren.

Auch der Tross von Journalisten, Sponsoren und Mitarbeitern muss in Österreich auf keinerlei gewohnte Annehmlichkeit aus der Heimat verzichten.

Das rund 15 Kilometer vom EM-Quartier entfernt liegende "Casa Azzurri" in Oberwaltersdorf wird für die Zeit des Turniers zum "Little Italy". Hier finden auch die Treffen mit der Presse und Kulturveranstaltungen statt.

In Wirklichkeit spielt die Musik aber in Maria Enzensberg. Im Stadion von Admira Wacker trainiert der Weltmeister seit Montag für die schweren Gruppenspiele am kommenden Montag in Bern gegen die Niederlande sowie für die Partien in Zürich am 13. Juni gegen Rumänien und am 17. Juni gegen Vize-Weltmeister Frankreich.

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