Freitag, 06.06.2008

EM 2008

Frankreich mit alter Garde zum dritten EM-Titel?

Chatel-St.-Denis - Das Wetter ist trist, die Stimmung prächtig. Drei Tage vor dem EM-Start gegen Rumänien herrscht im Kreis der französischen Nationalmannschaft Zuversicht. Die Rückkehr von Patrick Vieira in das Teamtraining tröstete über die vielen dunklen Wolken am Himmel hinweg.

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Zwar wird der am Oberschenkel verletzte Kapitän im ersten Duell der Gruppe C in Zürich voraussichtlich noch fehlen, soll aber in den folgenden Partien gegen die Niederlande und Italien zum Einsatz kommen.

Noch kann sich Trainer Raymond Domenech seiner Sache aber nicht sicher sein: "Ich werde mich erst im letzten Moment festlegen. Er muss selbst entscheiden, ob er spielen kann oder nicht."

Platini nimmt alte Spieler in die Pflicht

Ganz behutsam soll Vieira an das normale Trainingspensum herangeführt werden. Übersteht er die nächsten zwei Tage schadlos, wird ihn Domenech im Kader belassen. Ansonsten ist der nachnominierte Mathieu Flamini dabei.

"Vieira ist ein wichtiger Stabilisator", sagte Domenech voller Hoffnung auf eine rasche Genesung seines defensiven Mittelfeldspielers. Die Fortschritte des Routiniers erhöhen nach Einschätzung von Michel Platini die Chancen des Teams auf den dritten EM-Titel nach 1984 und 2000: "Viel hängt von den alten Spielern ab. Sind sie auf der Höhe, haben wir eine gute Mannschaft", sagte er der "L'Equipe".

Trotz vieler Talente dominiert die alte Garde

Die Einschätzung des UEFA-Präsidenten gibt die Erwartungen in der "Grande Nation" wieder. Zwar verfügt Domenech über vielversprechende Talente, setzt aber bei der EM in erster Linie noch einmal auf Haudegen wie Claude Makelele (35), Lilian Thuram (36), Willy Sagnol (31) und Vieira (31).

Diese Strategie birgt Risiken: Schließlich haben einige Altstars ihren Zenit überschritten. Sowohl Thuram (FC Barcelona) als auch Sagnol (Bayern München) und der zuletzt verletzungsanfällige Vieira (Inter Mailand) zählten zuletzt nicht mehr zum Stammpersonal ihrer Klubs. "Entscheidend wird sein, ob die Frische bei allen wieder rechtzeitig zurückkommt", befand Makelele.

Ribery und Henry wieder im Training

Sorgen um den Gesundheitszustand von Franck Ribery und Thierry Henri erwiesen sich als unbegründet. Sowohl der als Zidane-Nachfolger auserkorene Bayern-Star als auch der Angreifer aus Barcelona nahmen wieder das Training auf. Sie hatten die Übungseinheit am Vortag wegen leichter Blessuren vorzeitig beendet.

Nichts soll die Konzentration stören. Deshalb haben sich die Franzosen auch fast völlig von der Außenwelt abgeschottet. Das noble Quartier "Le Mirador Kempinski" über dem Genfer See auf dem Mont Pelerin ist streng abgeschirmt.

"Es ist wichtig, dass wir unseren Frieden haben. Ruhe und Gelassenheit können wir nur durch Isolation erreichen", begründete Domenech den hohen Sicherheitsaufwand.


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