Spanien-Coach Aragones opfert Fabregas

System-Streit bei der Furia Roja

Von Thomas Gaber
Dienstag, 03.06.2008 | 10:24 Uhr
aragones, fabregas
© Getty
Advertisement
Bundesliga
FrJetzt
S04-M05: Jetzt die Highlights anschauen!
J1 League
Live
Kobe -
Tosu
A-League
FC Sydney -
Sydney Wanderers
Primera División
Levante -
Getafe
Premier League
Chelsea -
Watford
Premier League
Huddersfield -
Man United
Primera División
Real Betis -
Alaves
Ligue 1
Monaco -
Caen
Serie A
Sampdoria -
Crotone
Premier League
Southampton -
West Bromwich
Primera División
Valencia -
Sevilla
1. HNL
Hajduk Split -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Amiens -
Bordeaux
Ligue 1
Angers -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Dijon
Ligue 1
Nantes -
Guingamp
Ligue 1
Rennes -
Lille
Premier League
Man City -
Burnley (DELAYED)
Primera División
Barcelona -
Malaga
Serie A
Neapel -
Inter Mailand
Primeira Liga
Porto -
Pacos Ferreira
Premier League
Stoke -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Crystal Palace (Delayed)
Primera División
Villarreal -
Las Palmas
Eredivisie
PSV – Heracles
Serie A
Chievo Verona -
Hellas Verona
Championship
Ipswich -
Norwich
CSL
Guangzhou Evergrande -
Guizhou
Eredivisie
Feyenoord -
Ajax
Premier League
Everton -
Arsenal
Ligue 1
Nizza -
Strassburg
Serie A
Atalanta -
Bologna
Serie A
Benevento -
Florenz
Serie A
AC Mailand -
Genua
Serie A
SPAL -
Sassuolo
Serie A
FC Turin -
AS Rom
Premier League
ZSKA Moskau -
Zenit
Primera División
Celta Vigo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Troyes -
Lyon
Premier League
Tottenham -
Liverpool
First Division A
Anderlecht -
Genk
Serie A
Udinese -
Juventus
Premier League
Dynamo Kiew -
Schachtjor Donezk
Primera División
Leganes -
Bilbao
Super Liga
Roter Stern Belgrad -
Lucani
Primera División
Real Madrid -
Eibar
Serie A
Lazio -
Cagliari
Serie A
Sao Paulo -
Flamengo
Ligue 1
Marseille -
PSG
Allsvenskan
Malmö -
AIK
Primera División
Real Sociedad -
Espanyol
Primera División
La Coruna -
Girona
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter Mailand -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolverhampton
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo -
Milan
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Strasbourg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nizza
Championship
Leeds -
Sheffield Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man United -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Serie A
Milan -
Juventus
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Primera División
Atletico Madrid -
Villarreal
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Serie A
AS Rom -
Bologna
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Watford -
Stoke (Delayed)
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham (Delayed)
Super Liga
Cacak -
Partizan
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
PSV
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
First Division A
Brügge -
Sint-Truiden
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo Verona
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Ligue 1
Toulouse -
St. Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Serie A
Ponte Preta -
Corinthians
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Serie A
FC Turin -
Cagliari
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano
Serie A
Hellas Verona – Inter Mailand
Premier League
Burnley -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Real Betis
Primera División
Las Palmas -
La Coruna
Copa Libertadores
Lanus -
River Plate
Championship
Preston -
Aston Villa
A-League
Melbourne City -
Sydney
Ligue 1
Rennes -
Bordeaux Begles
Primera División
Real Betis -
Getafe

München - Spätestens am 30. Juni, am Tag nach dem EM-Finale, beginnt bei der spanischen Nationalmannschaft eine neue Zeitrechnung.

Trainer Luis Aragones wird sein Amt definitiv niederlegen - egal, ob Spanien alle drei Vorrundenspiele verliert oder mit sechs Siegen eindrucksvoll Europameister wird.

Staatsheiligtum Raul wird von der Presse entweder vehement ins Team zurückgefordert oder auf Nimmerwiedersehen aus der Nationalelf verabschiedet.

Doch zuvor steht für die Furia Roja noch ein Turnier auf dem Programm. Selbstredend startet Spanien auch in Österreich und der Schweiz als Mit-Favorit. Wie bei jeder Großveranstaltung, nach den genialen Auftritten in den letzten Quali-Spielen in Dänemark (3:1) und gegen Schweden (3:0) aber auch kein Wunder.

Rückkehr zur Doppelspitze 

Aragones war hauptverantwortlich für die Euphorie im Land. Der Coach hatte sein Team nach einigen unterdurchschnittlichen Spielen eine Systemumstellung verordnet. Die Doppelspitze Fernando Torres/David Villa wurde zugunsten eines fünften Mittelfeldspielers aufgelöst. Das 4-1-4-1 ersetzte das klassische 4-4-2.

Auf der Busspur darf Aragones seitdem zwar nicht fahren, den Kritikern blieb aber nichts anderes übrig als den chronisch unbeliebten Coach für seinen taktischen Kniff zu loben.

Nach dem wenig überzeugenden 2:1 im Testspiel gegen die Fußball-Weltmacht Peru liegen die Nörgler Aragones aber schon wieder in den Ohren. "Warum beraubt er der Mannschaft ihrer Stärken?", fragte die Zeitung "As".

Was war passiert? Spanien lief nicht im Erfolgssystem 4-1-4-1, sondern im 4-1-3-2 auf. Rückkehr zur Doppelspitze. Doch das funktionierte gegen Peru ebenso wenig wie damals beim DFB mit Gerhard Mayer-Vorfelder und Theo Zwanziger.

Villa und Torres standen sich gegenseitig auf den Füßen, die offensive Dreierreihe dahinter mit Xavi, Andres Iniesta und David Silva stand zu tief, die Abstände zwischen Mittelfeld und Angriff waren zu groß - tödlich für das beliebte und zuletzt perfekt praktizierte Kurzpassspiel der Spanier.

Kritik aus den eigenen Reihen 

Villa und Torres erklärten hinterher unisono, dass sie lieber alleine im Sturm spielen, weil sie dadurch mehr Freiheiten besäßen und somit gefährlicher seien.

Auch Iniesta kann die Taktikänderung nicht nachvollziehen. "Im 4-1-4-1 erreichen wir einen außergewöhnlich hohen Anteil an Ballbesitz. Ballbesitz ist die beste Verteidigung. Wenn du den Ball hast, kann dir der Gegner nichts tun. Deshalb gibt dieses System mit vier Ballspielern im Mittelfeld der Mannschaft Stabilität und Ruhe", sagte Iniesta der "Süddeutschen Zeitung". 

Aragones lieferte für seine gewählte Taktik folgende Erklärung: "Wir sind noch in der Testphase. Ich möchte sehen, welches System am besten zu uns passt und welche Spieler am besten für das jeweilige System geeignet sind."

Schlechte Karten für Fabregas 

Klingt soweit plausibel. Dann hätte der 69-Jährige das darauffolgende Statement aber weglassen müssen: "Sie können davon ausgehen, dass die Elf der ersten Halbzeit gegen Peru auch die EM beginnen wird." Also kein 4-1-4-1. Mit Doppelspitze. Und ohne Cesc Fabregas.
Der Star des FC Arsenal verbrachte die ersten 45 Minuten nämlich ziemlich beleidigt auf der Bank. "Ein moralischer Schlag gegen Cesc. Er ist zwar nicht deprimiert, aber doch angeschlagen", erkannte "Marca" und gab Fabregas gleich noch einen Tipp mit ins EM-Quartier nach Neustift in Tirol.

"Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich im Training täglich für die erste Elf zu empfehlen."

Doch der 21-Jährige hat schlechte Karten. Aragones bevorzugt Xavi, der gegen Peru nicht nur Villas Führungstor mit einem Traumpass einleitete, sondern eindrucksvoll unter Beweis stellte, dass Spanien auf den Barca-Star nicht verzichten kann. Xavi ist Seele, Stratege, ja sogar Chef im Mittelfeld.

Zur zweiten Halbzeit kam Fabregas für Xavi und mit ihm der Bruch im Spiel nach vorne. Dabei haben beide längst bewiesen, dass sie kompatibel sind. Siehe EM-Quali gegen Schweden und Dänemark.

Die Null muss stehen

Trotzdem muss Fabregas im Auftaktspiel der Gruppe D gegen Russland für einen zweiten Stürmer Platz machen. Aragones will es so. Allen Gefahren und Unkenrufen zum Trotz. Was vorne passiert, interessiert den eigenwilligen Coach aber ohnehin nicht mehr. Aragones will plötzlich die Null halten.

"Ich wollte gegen Peru ohne Gegentor bleiben. Das haben wir nicht geschafft und von daher unser Ziel nicht erreicht. Und wenn wir so ein Tor bei der EM kriegen, kostet uns das Kopf und Kragen", sagte Aragones über den absurden Fehlpass von Carlos Marchena vor Perus zwischenzeitlichem Ausgleichstor.

Gegentorlos bleiben wollen und gleichzeitig das kompakte 4-1-4-1 zugunsten einer zweiten Spitze aufgeben? Das passt irgendwie nicht zusammen. 

Maximal vier Wochen ist Aragones noch im Amt. Er hat sein Schicksal selbst in der Hand. Er will Europameister werden. Und vielleicht nimmt der engstirnige Coach dafür einmal in seinem Trainerleben gut gemeinte Ratschläge an.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung