EM-Telegramm

Die Russen kommen

SID
Dienstag, 17.06.2008 | 17:38 Uhr
putin, russland
© Getty
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München - Während die DFB-Elf zum ersten Mal die Tore öffnet, müssen dies die Kroatien mit dem Geldbeutel machen. Der platzt beim Endspiel in Gruppe D wohl aus allen Nähten.

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Public Viewing: Die deutsche Nationalmannschaft hat erstmals in ihrem EM-Stammquartier im Tessin bei einem Training die Tore geöffnet.

Einen Tag nach dem 1:0-Sieg im entscheidenden Gruppenspiel gegen Österreich durften rund 100 Kinder und Jugendliche, die derzeit im Schweizer Jugend-Sportzentrum in Tenero sind, die Übungseinheit der DFB-Auswahl verfolgen. Bisher waren die Trainingsstunden höchsten die ersten 15 Minuten für Medienvertreter geöffnet.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat eine sogenannte "rote Zone" innerhalb des großen Trainingsareals mit zwei Meter hohen Sichtschutz-Zäunen abgrenzen lassen. Im Jugend-Sportzentrum von Tenero am Lago Maggiore werden für bis zu 500 Mädchen und Jungen in verschiedenen Sportarten von Beachvolleyball bis Klettern Trainingscamps abgehalten.

Bonzen im Anmarsch: Politiker und Milliardäre wollen beim Endspiel in der EM-Gruppe D zwischen Russland und Schweden in Innsbruck mitfiebern. Der Tiroler EM-Landeskoordinator, Wirtschaftslandesrat Hannes Bodner, teilte in einer Pressekonferenz mit, der russische Präsident Dmitri Medwedew (42) und Ministerpräsident Wladimir Putin (55) hätten Interesse an einem Besuch des Fußballspiels signalisiert.

Der mehrfache Milliardär und Eigentümer des FC Chelsea, Roman Abramowitsch (41), sowie der schwedische Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt (42) haben ihr Kommen bereits zugesagt.

Zahlen bitte: Der kroatische Fußballverband ist von der UEFA zu einer Geldstrafe von 5000 Euro verurteilt worden. Die Europäische Fußball-Union sanktionierte damit das Verhalten der kroatischen Fans, die im ersten Gruppenspiel nach dem Führungstreffer durch Luka Modric per Foulelfmeter im Wiener Ernst-Happel-Stadion Rauchbomben gezündet hatten.

Neues Geläuf: Die Verlegung des neuen Rasens im Basler St. Jakob- Park verläuft nach Auskunft des EM-Organisationskomitees nach Plan.

Am Dienstagnachmittag sollen die Umbaumaßnahmen der Spielfläche in der EM-Arena abgeschlossen sein, teilte der Veranstalter bei einer Pressekonferenz in Basel mit. Ob die Nationalmannschaften Deutschlands und Portugals ihre Abschlusstrainings für das Viertelfinale wie geplant schon auf dem neuen Grün abhalten können, sollte allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt geklärt werden.

Das Ausrollen eines neuen Stadionrasens war wegen der sintflutartigen Regenfälle während der Partie zwischen der Schweiz und der Türkei (1:2) am vergangenen Mittwoch notwendig geworden. Mehr als 180 Kubikmeter Niederschlag pro Quadratmeter pro Stunde hatten den Rasen aufgeweicht. In der Nacht zu Montag war die Entscheidung gefallen, einen neuen Rasen zu verlegen. Laut EM-OK ist dies technisch problemlos möglich. In Basel finden bei der EM noch zwei Viertelfinalpartien und ein Halbfinale statt.

Kabul goes EM: Es ist nach Mitternacht, als in der afghanischen Hauptstadt Kabul das Spiel zwischen Deutschland und Österreich angepfiffen wird. Drei lokale Fernsehstationen übertragen die EM-Spiele aus Österreich und der Schweiz. Und immer dann, wenn die deutsche Mannschaft spielt, geht es hoch her, denn die Löw-Elf ist der Favorit für viele Afghanen.

Das Wohlwollen für die Deutschen spürt auch der Leiter des deutschen Fußballprojekts, Ali Askar Lai, ein ehemaliger afghanischer Nationalspieler. Er ist Co-Kommentator beim Fernsehen und im Radio, und hin und wieder muss er die Euphorie dämpfen, weil es nicht so läuft, wie es die Afghanen gern sehen würden. Öffentliche Übertragungen gibt es jedoch nicht, die Sicherheitsbehörden haben vor größeren Menschenansammlungen gewarnt, auch die Deutsche Botschaft.

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