Mittwoch, 11.06.2008

EM-Telegramm

Villa und der Klub der flotten Dreier

München - Der erste Spieltag der Gruppenphase ist vorbei, die Teams sortieren sich, um neu anzugreifen. Während bei den Polen wiedermal Kriegsstimmung herrscht, soll Österreich ein Bauern-Trick helfen. Eine Gottheit ist währenddessen not amused.

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© Getty

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Österreichs Bauern-Trick: Für Österreich ist die Zielsetzung ganz einfach: In den letzten zwei Gruppenspielen gegen Polen und Deutschland müssen Tore her. Um dies zu erreichen, hat ein Bauer eine ganz besondere Tor-Prämie ausgegeben: Wer der Alpenrepublik aus der Torflaute bei der EM verhilft, dem winkt ein ganzes Leben lang Freibier!

"Nach dem verlorenen Spiel gegen Kroatien haben wir uns überlegt, was wir tun können, um zu helfen", so der Chef der Großbrauerei Ottakringer, Sigi Menz. Jeder österreichische Nationalspieler, der ein Tor schießt, erhalte sein Leben lang den durchschnittlichen österreichischen Jahresbedarf (108 Liter) an Gerstensaft nach Hause geliefert.

Rehhakles erzürnt: Griechen-Coach Otto Rehhagel ist nach der Auftakt-Schlappe gegen die Schweden sauer und lässt kein gutes Haar an seiner Mannschaft: "Einige Spieler haben leider ihre Leistung, zu der sie fähig sind, nicht abrufen können", so Rehhagel.

Auf Kritik an seiner extrem defensiven Taktik entgegnete der Europameister von 2004 angesäuert: "Wenn wir nicht so gespielt hätten, hätte es in der Halbzeit schon 5:0 gestanden - gegen uns."

Die Chancen auf einen Viertelfinaleinzug schätzt der Fussball-Lehrer wie folgt ein: "Eigentlich wäre es einfach, wenn wir die nächsten beiden Spiele gewinnen. Aber wenn wir so spielen wie heute, werden wir keines mehr gewinnen."

Villa im Klub der flotten Dreier: Spaniens Stürmerstar David Villa hat sich durch seine drei Tore beim 4:1-Sieg gegen Russland einen Platz in den Bestenlisten der EM gesichert. Bereits zum achten Mal in der Endrunden-Historie gelang einem Spieler in einer Partie ein Dreierpack.

Schießt Villa Spanien zum zweiten EM-Titel nach 1964? Jetzt nachrechnen!

Vor ihm schafften dies bereits die beiden Deutschen Dieter Müller (1976) und Klaus Allofs (1980), Michel Platini (1984, gleich zweimal), die Niederländer Marco van Basten (1988) und Patrick Kluivert (2000) sowie der Portugiese Sergio Conceicao (2000).

Hicke mit deutschen Tugenden im "Krieg" gegen Polen: Nach den Auftaktpleiten von Österreich und Polen in der Gruppe B geht es im zweiten Spiel bereits ums nackte Überleben.

Während den Polen eine Extraprämie von 400.000 Dollar winkt, heizen die heimischen Medien wie schon vor der Partie gegen Deutschland mit martialischen Sprüchen die Endspielstimmung an: "Es wird einen Krieg geben", tönte Abwehrspieler Michal Zewlakow.

Die Österreicher hatten für das Säbelrasseln aus dem Polen-Lager und die "Schlammschlacht" der Medien nur ein müdes Lächeln übrig. "Das ist Schwachsinn hoch zehn", sagte Co-Trainer Andreas Herzog.

Toni schützt Donadoni: Luca Toni hat Italiens Trainer Roberto Donadoni nach der 0:3-Pleite gegen die Niederlande vor der heftigen Kritik in Italien in Schutz genommen.

"Wir werden gegen Rumänien auch für Donadoni siegen, der zu Unrecht massakriert wird", sagte der Stürmer des FC Bayern München.

Alle an Bord bei Frankreich: Die Equipe Tricolore kann gegen die Niederlande aller Voraussicht nach aus dem vollen Schöpfen. Kapitän Patrick Vieira und der nationale Rekordtorschütze Thierry Henry stehen vor der Rückkehr ins Team.

Die beiden Routiniers kamen bei einem 45 Minuten langen Test (7:0) in Chatel-Saint-Denis gegen eine regionale Jugendauswahl zum Einsatz. Dabei hinterließ vor allem Henry als Torschütze und Vorbereiter einen starken Eindruck. Vieira hielt sich zwar betont zurück, überstand den Härtetest aber ebenfalls ohne Probleme.

SPOX

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