Nur ein Sieg gegen England bringt das Weiterkommen

Sorgen um Schewtschenko - Rooney Rückkehr

SID
Montag, 18.06.2012 | 14:39 Uhr
Sollte Superstar Schewtschenko nicht spielen können, wird es ganz eng für die Elf von Oleg Blochin
© Getty
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Es geht um "Alles oder Nichts", doch ausgerechnet vor dem wichtigsten Spiel in der Geschichte der Ukraine sorgt sich das ganze Land um das Knie von Superstar Andrej Schewtschenko. "Letzte Schlacht ohne Schewa?", titelte das Blatt "Focus Magazin". Vor dem Duell gegen England am Dienstag (20.15 Uhr im LIVE-TICKER) dreht sich alles um den Fitnesszustand des alternden Torjägers. Bei den Engländern kehrt der Goalgetter zurück.

Eine Schwellung im linken Kniegelenk bereitet dem 35- Jährigen Sorgen. Beim öffentlichen Training am Sonntag musste "Schewagol" komplett passen.

Dabei benötigt der Co-Gastgeber so dringend die Tore von Schewtschenko, soll am Dienstag die große Party nicht wieder vorbei sein. "Er ist ein wichtiger Spieler für uns. Lasst uns hoffen, dass er spielen kann. Es wäre eine Schande, sollte er nicht spielen können", sagte Bayern-Profi Anatoli Timoschtschuk.

Beim 2:1 im ersten Spiel hatte die Ukraine noch das große Comeback des früheren Torschützenkönigs der Serie A erlebt, als er beide Treffer erzielte. Gegen Frankreich blieb er blass und mit ihm ging auch das Team von Oleg Blochin unter.

Woronin: "Größte Spiel in der Geschichte des Landes"

Es wäre ein trauriger Abschied für Schewtschenko, schließlich ist nach der EM definitiv Schluss in der Nationalmannschaft. In 110 von insgesamt 190 Länderspielen seit der Unabhängigkeit der Ukraine im Jahre 1991 hatte Europas Fußballer des Jahres von 2004 auf dem Platz gestanden, dabei hat er es auf 48 Tore gebracht.

Ein möglicher 49. Treffer könnte einer der wichtigsten seiner Karriere sein. Denn nur ein Sieg würde der Mannschaft von Nationaltrainer Oleg Blochin das Weiterkommen bescheren, ansonsten wäre nach Polen auch der zweite Gastgeber in der Vorrunde ausgeschieden.

"Es ist das größte Spiel in der Geschichte des Landes", betont der frühere Bundesligaprofi Andrej Woronin und schiebt die Favoritenrolle den Engländern zu: "Unsere Aussichten das Viertelfinale zu erreichen sind klein, aber wir müssen sie nutzen. Gegen die Engländer, die mit ihrer stärksten Waffe Wayne Rooney antreten werden, müssen wir mindestens so spielen wie gegen Schweden, dann haben wir eine Chance auf einen Erfolg. Wir spielen dieses Mal nicht nur für uns, sondern für alle Ukrainer."

Klitschko: "Nichts ist unmöglich"

Und weil dies so ist, versucht auch Vize-Premierminister Boris Kolesnikow die Bürger zu mobilisieren. "In jedem Fenster muss eine ukrainische Flagge hängen", fordert der Politiker. Seit dem Zuschlag für die Austragung der EM im Jahre 2007 hat das Land dem Ereignis entgegen gefiebert und den Traum vom Finale gehegt.

Dabei kämpfen die Ukrainer aber nicht nur gegen den Weltmeister von 1966, sondern auch gegen den Fluch von Donezk an. Sechsmal hat die Nationalmannschaft in der Industriestadt im Osten des Landes gespielt, viermal gab es eine Niederlage und zwei Spiele endeten Unentschieden.

"Es wird Zeit, mit der Tradition zu brechen", sagte Blochin. Am Dienstag wäre eine gute Gelegenheit dazu. Box-Weltmeister Vitali Klitschko wird es hautnah miterleben. Und der Champ aus dem Ring macht dem Team Mut: "Nichts ist unmöglich. Leider haben wir das letzte Spiel verloren, aber die Hoffnung bleibt. Wir drücken die Daumen."

Die Engländer sind dagegen heiß - vor allem ob der Rückkehr ihres Top-Stürmers Wayne Rooney. Der ManUnited-Star war in den ersten beiden Spielen gesperrt und greift jetzt ein. Trainer Roy Hodgson erwartet aber mehr als nur eine gute Figur bei der EM.

Der Nationalcoach hat Rooney aufgefordert, sich an einem der ganz großen Spieler der Fußball-Geschichte zu orientieren: "Pele hat in den entscheidenden Momenten alles aus sich herausgeholt und Brasilien zu WM-Titeln geführt", sagte der 64-Jährige.

"Wir hoffen, dass Wayne am Dienstag Ähnliches vollbringt. Wenn er alles gibt, kann er uns noch sehr weit führen."

England reicht ein Unentschieden gegen die Ukraine, um ins Viertelfinale einzuziehen.

Andrei Schewtschenko im Steckbrief

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