Dienstag, 12.06.2012
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NED - GER: Der direkte Vergleich

Vorsicht vor der Null-Tore-Offensive!

Die Niederlande stehen gegen Deutschland bereits mit dem Rücken zur Wand (Mi., 20.15 Uhr im LIVE-TICKER). Eine weitere Niederlage würde das fast sichere Aus für Oranje bedeuten. Die Pleite zum Auftakt gegen Dänemark hatte viele Gesichter, keines davon aber war so plakativ wie die furchtbar schlechte Chancenverwertung der Niederländer. Im Gegensatz dazu ging Deutschland mit seinen wenigen Möglichkeiten ungeheuer effizient um. Trotzdem bleibt die Elftal der gefährlichste Gegner in der Gruppenphase - was der direkte Vergleich aller Mannschaftsteile verdeutlicht.

Der hoch gelobte Angriff der Niederländer mit van Persie und Huntelaar traf gegen Dänemark nicht
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Der hoch gelobte Angriff der Niederländer mit van Persie und Huntelaar traf gegen Dänemark nicht

Die Torhüter: Maarten Stekelenburg vs. Manuel Neuer

Stekelenburg hatte gegen Dänemark das für einen Torhüter undankbarste Spiel überhaupt zu spielen. Nur selten wurde der 29-Jährige geprüft - und kassierte quasi mit dem ersten ernstzuehmenden Schuss aufs Tor den entscheidenden Gegentreffer. Zu allem Überfluss auch noch durch die Beine. Später rettete er aber zweimal stark und hielt seine Mannschaft zumindest bis zum Schlusspfiff noch im Spiel. Stekelenburg ist ein starker Torhüter, aber keiner von Weltformat.

Manuel Neuer hatte lange Zeit eine ähnliche Partie zu spielen, gegen die defensiv eingestellten Portugiesen wurde es erst bei Pepes Lattentreffer kurz vor der Pause gefährlich. In der Schlussphase rückte Neuer dann mehr und mehr in den Blickpunkt und parierte zweimal überragend. Portugal kam zu insgesamt elf Ecken - bisheriger Turnierhöchswert. Neuer, dem eine Schwäche bei hohen Flanken nachgesagt wird, blieb aber auch in dieser Disziplin weitgehend fehlerlos. Im Gesamtpaket dürfte Neuer seinem niederländischen Pendant einen Tick voraus sein.

Vorteil Deutschland

Die Abwehrreihen

Van der Wiel, Vlaar, Heitinga, Willems - so ging die Niederlande ins Auftaktmatch gegen Dänemark. Auf dem Papier eine solide Hintermannschaft. Gegen die an sich biederen Dänen offenbarte sich aber ein anderes Bild. Die Außenverteidiger Van der Wiel und Willems unterstützten die Offensive kaum, blieben bei eigenem Ballbesitz fast nur hinten stehen. Das Aufbauspiel aus der Zentrale hatte statistisch sehr gute Werte (90 Prozent Passgenauigkeit), bedenkt man aber, dass es sich dabei fast ausschließlich um kurze Zuspiele auf die defensiven Mittelfeldspieler handelte, beinahe ohne Druck des Gegners im Pressing, dann relativiert sich diese Zahl schnell wieder. Defensiv hinterließen Vlaar und Heitinga nicht immer den besten Eindruck. Heitinga wurde beim entscheidenden Gegentor von Krohn-Dehli viel zu leicht ausgespielt. Dazu leistete sich die Niederlande in der eigenen Hälfte gleich elf Fouls, sieben davon wurden von Abwehrspielern begangen - was deutlich zu viel ist. Zum Vergleich: Deutschland kam im gesamten Spiel auf lediglich 14 Foulspiele. Die niederländische Viererkette erweckte in den wenigen Druckphasen der Dänen keinen sicheren Eindruck, für das Offensivspiel kam aus der Abwehrreihe so gut wie gar kein Input.

Bei der deutschen Mannschaft schien die Abwehr die Schwachstelle zu sein. Die rechte Seite der Viererkette wurde kurzfristig mit Boateng und Hummels besetzt, dagegen war der Einsatz von Badstuber und Lahm schon länger klar. Besonders spannend war der Auftritt Boatengs gegen Ronaldo. Dem Münchener wird ein Hang zur Lethargie nachgesagt, im Auftaktspiel gegen Portugal hatte er den Superstar aber nahezu perfekt im Griff. Daneben überzeugte Hummels bei seinem ersten Turnierspiel überhaupt. Im Zweikampf und im Passspiel erreichte er jeweils Werte von an die 90 Prozent, dazu kamen auch die angeblich verbotenen langen Pässe überdurchschnittlich gut an (7 von 11). Hummels spielte mit 84 Pässen die mit Abstand meisten aller Spieler. Portugals Innenverteidiger Pepe (43) und Bruno Alves (41) kamen nur zusammen auf Hummels' Passstatistik. Lahm blieb auf der linken Seite relativ blass, leistete sich einige Abspielfehler und hatte mit Nani durchaus Probleme. Trotzdem kam er wie auch Hummels im gesamten Spiel ohne Foulspiel aus. Insgesamt beging die gesamte deutsche Viererkette nur drei Fouls... Was allerdings noch nicht klappte, war das Offensivspiel über die Außen. Weder Lahm noch Boateng konnten großen Druck nach vorne entwickeln, was angesichts der Gefahr schneller portugiesischer Konter und Gegenspielern wie Ronaldo und Nani geschuldet war. In der Schlussphase geriet Deutschland immer mehr unter Druck, das Zentrum mit Hummels und Badstuber blieb aber größtenteils stabil.

Vorteil Deutschland

Seite 2: Mittelfeld, Angriff, Trainer im Vergleich

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Für SPOX bei der Nationalmannschaft: Stefan Rommel

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