Freitag, 03.12.2010

Saarbrückens Manuel Zeitz im Interview

"Oliver Kahn ist mein Vorbild"

Manuel Zeitz spielt seit der C-Jugend beim 1. FC Saarbrücken. Das Ausnahmetalent wird aller Voraussicht nach in der nächsten Saison für den 1. FC Nürnberg auflaufen. Im Interview nimmt Zeitz Stellung zu den Wechselgerüchten, spricht über den Kampf um den Klassenerhalt mit dem FCS und sein großes Vorbild Oliver Kahn.

Der 20-jährige Manuel Zeitz ist ein Eigengewächs des 1. FC Saarbrücken
© Getty
Der 20-jährige Manuel Zeitz ist ein Eigengewächs des 1. FC Saarbrücken

SPOX: Herr Zeitz, es ist furchtbar laut im Hintergrund. Wo erreichen wir Sie gerade?

Manuel Zeitz: Auf dem Weihnachtsmarkt.

SPOX: Sie trinken doch nicht etwa Glühwein?

Zeitz: (lacht) Doch. Vor dem Trainingsspiel haben wir ausgemacht, dass die Verlierer den Gewinnern einen Glühwein ausgeben müssen. Das ist natürlich eine Ausnahme.

SPOX: Wäre im Sommer alles wie geplant gelaufen, würden wir Sie jetzt aber auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt erreichen, oder?

Zeitz: Das stimmt. Das Interesse von 1. FC Nürnberg war bereits in der letzten Saison vorhanden. Aber die Vereine haben sich nicht geeinigt und deshalb erreichen Sie mich noch in Saarbrücken.

SPOX: Sie sagen 'noch'. Der Wechsel zum Club ist somit nicht aus der Welt?

Zeitz: Das Interesse und der Kontakt bestehen durchaus noch und es ist sehr wahrscheinlich, dass ich in der nächsten Saison für den Club auflaufen werde. Aber lassen Sie mich erstmal dieses Jahr in Saarbrücken meine Leistung bringen. Im Sommer läuft mein Vertrag aus, dann gucken wir weiter. Fakt ist, dass ich in der nächsten Saison in der Bundesliga spielen will.

SPOX: Mit Mike Frantz und Philipp Wollscheid sind in der Vergangenheit bereits zwei Saarbrücker nach Nürnberg gewechselt. Besteht noch Kontakt?

Zeitz: Kontakt habe ich zu beiden. Mit Philipp habe ich noch zusammengespielt, insofern ist der Kontakt intensiver. Etwas Schlechtes über Nürnberg haben beide bislang nicht erzählt. Ich höre nur Gutes.

SPOX: Sie werden von allen Seiten in den höchsten Tönen gelobt. Sie seien ein Supertalent, heißt es. Wie gehen Sie damit um?

Zeitz: Ich bewerte das nicht über, trotzdem macht es mich stolz. Es ist nie schlecht, einen guten Ruf zu haben. Dass ich ihn habe, freut mich sehr. Aber einen besonderen Druck lege ich mir nicht auf. Ich gehe einfach auf den Platz und versuche, mein Spiel durchzuziehen.

Die Top-Torjäger der Bundesliga 2010/2011
Rang 1: Mario Gomez vom FC Bayern (27 Tore). Bis zum 8. Spieltag ging nichts, danach traf er nach Belieben
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Rang 1: Mario Gomez vom FC Bayern (27 Tore). Bis zum 8. Spieltag ging nichts, danach traf er nach Belieben
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Rang 2: Papiss Cisse vom SC Freiburg (22 Tore). Der Senegalese kostete die Breisgauer lediglich 1,5 Millionen Euro
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Rang 2: Papiss Cisse vom SC Freiburg (22 Tore). Der Senegalese kostete die Breisgauer lediglich 1,5 Millionen Euro
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Rang 3: Theofanis Gekas von Eintracht Frankfurt (16 Tore). Der Grieche kam vor der Saison für eine Million Euro zur Eintracht
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Rang 3: Theofanis Gekas von Eintracht Frankfurt (16 Tore). Der Grieche kam vor der Saison für eine Million Euro zur Eintracht
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Rang 3: Milivoje Novakovic vom 1. FC Köln (16 Tore). Der Slowene harmoniert in dieser Saison gut mit Podolski
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Rang 3: Milivoje Novakovic vom 1. FC Köln (16 Tore). Der Slowene harmoniert in dieser Saison gut mit Podolski
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Rang 5: Srdan Lakic vom 1. FC Kaiserslautern (15 Tore). Lakic wechselte 2008 von der Hertha nach Kaiserslautern
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Rang 5: Srdan Lakic vom 1. FC Kaiserslautern (15 Tore). Lakic wechselte 2008 von der Hertha nach Kaiserslautern
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Rang 5: Andre Schürrle vom 1. FSV Mainz 05 (14 Tore). Eine fantastische Hinrunde wurde mit dem A-Länderspiel-Debüt gekrönt
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Rang 5: Andre Schürrle vom 1. FSV Mainz 05 (14 Tore). Eine fantastische Hinrunde wurde mit dem A-Länderspiel-Debüt gekrönt
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Platz 5: Lucas Barrios (26) von Borussia Dortmund (14 Tore). Der Argentinier kam 2009 von Colo-Colo (Chile) in den Ruhrpott
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Platz 5: Lucas Barrios (26) von Borussia Dortmund (14 Tore). Der Argentinier kam 2009 von Colo-Colo (Chile) in den Ruhrpott
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Rang 5: Didier Ya Konan von Hannover 96 (13 Tore): Der Ivorer kam im August 2009 für 550.000 Euro aus Trondheim
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Rang 5: Didier Ya Konan von Hannover 96 (13 Tore): Der Ivorer kam im August 2009 für 550.000 Euro aus Trondheim
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Rang 8: Lukas Podolski vom 1. FC Köln (13 Tore). Prinz Poldi blüht in der Domstadt wieder richtig auf
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Rang 8: Lukas Podolski vom 1. FC Köln (13 Tore). Prinz Poldi blüht in der Domstadt wieder richtig auf
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SPOX: In der Aufstiegssaison haben Sie das mit elf Toren und acht Vorlagen untermauert. Eine beachtliche Quote für einen Mittelfeldspieler. Wo liegen Ihre Schwächen?

Zeitz: Ich muss körperlich definitiv noch zu legen, um in den Zweikämpfen besser bestehen zu können. Da weht ab der 3. Liga schon ein anderer Wind als in der Regional- oder Oberliga. Und mein Schuss aus der Distanz könnte noch präziser und kräftiger werden. Insgesamt hat man mit zwanzig Jahren sowieso nicht ausgelernt.

SPOX: In dieser Serie sind es bislang nur zwei Tore. Dafür haben Sie schon acht Gelbe Karten kassiert. Mussten Sie Ihr Spiel umstellen, oder ist das normal im Abstiegskampf?

Zeitz: Einerseits stellen die Gegner sich mittlerweile besser auf mich ein, andererseits hätte ich schon deutlich mehr Tore machen können. Aber Sie haben schon Recht: Ich muss in der 3. Liga mehr für die Defensive tun, wobei ich ja ein zentral-defensiver Mittelfeldspieler bin. In der Regionalliga konnte ich mich dennoch öfter vorne einbringen. Aber acht Gelbe Karten sind schon ein bisschen zu viel des Guten.

Blog: Der 19. Spieltag der 3. Liga in der Vorschau

SPOX: Sie hauen als Führungsspieler gerne mal dazwischen, oder?

Zeitz: (lacht) Wenn es nicht so gut läuft, dann schon.

SPOX: Das zeigt Ihren Ehrgeiz und den unbedingten Siegeswillen.

Zeitz: Das steht sowieso immer ganz oben auf meiner Liste. Ich will immer gewinnen, das ist aber nicht nur beim Fußball so.

SPOX: Sondern?

Zeitz: Einfach immer. Ob nun ein Teamkollege kommt und mit mir Fußballtennis spielen will, oder ob wir Karten spielen, ich gebe immer alles und will gewinnen. Ich verliere sehr ungern.

SPOX: Sicher ist Oliver Kahn auch deswegen Ihr großes Vorbild, oder?

Zeitz: Von der Position her passt es ja schon mal nicht, denn Torhüter werde ich bestimmt nicht mehr in meiner Karriere. (lacht) Aber seine Einstellung, dieser unbedingte Wille zu gewinnen, sei die Lage noch so aussichtslos, damit kann ich mich sehr gut identifizieren.

SPOX: Mit Blick auf die letzten drei Partien in diesem Jahr wäre ein Sieg gegen Burghausen ganz nach Ihrem Geschmack.

Zeitz: Es wäre natürlich von Vorteil, wenn wir gegen die gewinnen. Gegen Braunschweig und Offenbach wird es schwer. Man braucht schon einen richtig guten Tag, um die zu schlagen. Aber in der 3. Liga kann man gegen niemanden einen Sieg fest einplanen. Im Hinspiel hätten wir Braunschweig von den Chancen her definitiv schlagen können. Die Liga ist sehr ausgeglichen und wir müssen jeden Gegner sehr ernst nehmen, egal ob er oben oder unten steht.

SPOX: Der Klassenerhalt wird ein hartes Stück Arbeit, oder?

Zeitz: Natürlich, aber es war von Beginn an unser ausschließliches Ziel. Die Qualität im Kader haben wir allemal.

SPOX: Kann der Verein den schnellen Entwicklungssprung auffangen, der aufgrund des Durchmarsches aus der Ober- in die 3. Liga von Nöten ist?

Zeitz: Es wird diskutiert, ob ein neues Stadion gebaut werden soll, aber da tut sich derzeit recht wenig. Ansonsten finden wir hier optimale und professionelle Bedingungen vor. Es ist noch nicht so lange her, dass der Verein in der 2. Bundesliga war. Insofern ist alles vorhanden.

SPOX: Sie sind seit der C-Jugend beim FCS und ein Saarbrücker Urgestein. Was bleibt hängen, wenn Sie den Verein im Sommer wechseln sollten?

Zeitz: Der Verein hat mir immer zur Seite gestanden, meinen Weg ins Profigeschäft geebnet und mir somit die Möglichkeit gegeben, meinen Traum zu verwirklichen. Ich verdanke dem Verein so ziemlich alles. Das ist mir bewusst und ich werde es niemals vergessen.

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