Dreierpack von Lewandowski? Paderborn-Coach Baumgart: "Hoffe, dass wir vier machen"

SID
Montag, 05.02.2018 | 14:59 Uhr
Paderborn Coach Steffen Baumgartl geht zuversichtlich in die Partie gegen Bayern.

Drittligist SC Paderborn fordert im Viertelfinale des DFB-Pokals Bayern München. Die Ostwestfalen gehen vollkommen unbelastet in das Duell mit dem Rekordmeister.

Steffen Baumgart musste schmunzeln. Von einem Journalisten angesprochen auf einen möglichen Dreierpack von Bayern-Superstar Robert Lewandowski im DFB-Pokalschlager des SC Paderborn am Dienstag (18.30 Uhr im LIVETICKER) gegen München, meinte der Coach des SC Paderborn verschmitzt: "Sollte Lewandowski tatsächlich drei Tore machen, hoffe ich, dass wir vier machen."

Der 46-Jährige weiß aber auch: "Es wäre interessant, wenn es nur Lewandowski wäre. Wir kriegen das nur kompakt hin. Wir sollten das Spiel annehmen, elf gegen elf." Mit der krassen Außenseiterrolle kann der Drittliga-Tabellenführer gut leben. "Wir haben uns das Heimspiel verdient", konstatierte Baumgart und hofft auf ein Pokal-Wunder: "Wir gehen die Sache so an, damit wir in die nächste Runde kommen."

"Sonst sitzen hier nur fünf Leute"

Dass die Partie gegen den FC Bayern ein anderes Kaliber als die normalen Begegnungen in der 3. Liga darstellen, musste der Coach schon beim Gang zur Pressekonferenz am Montag erfahren. Als der frühere Bundesligastürmer (Rostock, Wolfsburg) die Tür öffnen wollte, ging diese aufgrund des großen Journalistenandrangs nicht auf, Baumgart lugte durch den Türspalt und staunte: "Was ist denn hier los, sonst sitzen hier nur fünf Leute."

Der FC Bayern will dagegen kein neues Weinheim, Vestenbergsgreuth oder Magdeburg erleben. "Wir haben große Ambitionen. Eine Mannschaft wie der FC Bayern darf es sich nicht erlauben, mit angezogener Handbremse zu agieren. Wir werden hochmotiviert ins Spiel gehen. Meine Message ist bisher immer angekommen", sagte Trainer Jupp Heynckes am Montag bestimmt.

Blamagen gegen unterklassige Teams wie Magdeburg (2000), Vestenbergsgreuth (1994) oder Weinheim (1990) - Heynckes war damals zum ersten Mal Trainer in München - sind lange her. "Damit befasse ich mich nicht. Das ist eine andere Zeit", betonte der Bayern-Coach deshalb auch. "Das soll auch so bleiben", fügte Kapitän Thomas Müller an: "An der Mentalität und an der Art und Weise, wie wir spielen, sind wir noch nie gescheitert."

Paderborn bleibt für das Duell im eigenen Stadion

Der SCP will sich allerdings so teuer wie möglich verkaufen. Deshalb bleibt der Klub im eigenen kleinen Stadion, das mit 15.000 Zuschauern längst ausverkauft ist. "Entscheidend ist, dass wir ein Heimspiel haben. In unserem Stadion, in unserem Zuhause", erklärte Baumgart: "Ich gehe doch nicht von meinem Zuhause weg, nur weil ich woanders vielleicht fünf Zuschauer mehr habe oder man da höhere Einnahmen erzielt."

Beim SC Paderborn hat man sich mit den Gegebenheiten arrangiert. Aus diesem DFB-Pokal-Marketing-Pool kassierte der SCP mit dem Einzug in die Runde der besten Acht bereits knapp drei Millionen Euro. Beim Halbfinaleinzug würden weitere 2,55 Millionen Euro fällig.

Paderborn hat sich jedenfalls in den letzten Monaten ein gesundes Selbstbewusstsein aufgebaut - die im laufenden Wettbewerb ausgeschalteten Zweitligisten St. Pauli (2:1), Bochum (2:0) und Ingolstadt (1:0) können ein Lied davon singen. Schlusssatz von Baumgart: "Wenn wir am Dienstag rausfliegen sollten, dann erhobenen Hauptes. Wir werden Gas geben und unser Spiel machen. Aber wir werden nicht anfangen nach dem Motto 'Zieht den Bayern die Lederhosen aus'."

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