DFB-Pokal - Kommentar: FC Bayern trifft im Achtelfinale auf den BVB

Der Ruf nach einer Setzliste ist Quatsch

Sonntag, 29.10.2017 | 21:57 Uhr
Der FC Bayern München und Borussia Dortmund treffen bereits im Pokal-Achtelfinale aufeinander
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Der FC Bayern München trifft nach der Zweitrunden-Partie gegen RB Leipzig bereits im Achtelfinale des DFB-Pokals auf Borussia Dortmund. Nach dem Hammerlos kochen die Diskussionen über eine Setzliste wieder hoch. Aber: Die hochklassigen Paarungen im frühen Turnierverlauf können dem Pokal als Wettbewerb nur guttun. Ein Kommentar von SPOX-Redakteur Jochen Rabe.

Dass der FC Bayern und Borussia Dortmund bereits im Achtelfinale des DFB-Pokals aufeinander treffen, ist ein echter Hammer, keine Frage. Das sieht auch Mats Hummels so, der direkt nach der Auslosung twitterte: "Dritte Runde, zweites Finale, unglaublich."

Ganz sicher hätten beide Teams lieber erst einmal einen anderen Gegner zugelost bekommen. Einen, bei dem es (zumindest vermeintlich) einfacher wird, ins Viertelfinale einzuziehen. Stattdessen gibt es ein vorgezogenes Finale. Nun wird eine der beiden besten deutschen Mannschaften nicht im Pokal überwintern.

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Diskussionen über eine Setzliste im Pokal gegeben - eben um solche Ansetzungen in den frühen Runden zu vermeiden. Um die Wahrscheinlichkeit zu verringern, dass bereits im Viertelfinale zwei Topfavoriten ausgeschieden sind. In den sozialen Medien kochte diese Diskussion am Sonntagabend wieder hoch.

Setzliste im DFB-Pokal hätte durchaus Vorteile

Aber welchen Mehrwert hätte es denn wirklich, eine Setzliste im Pokal einzuführen? Natürlich ist die Lust darauf, die ganz großen Duelle in der heißen Saisonphase im April und Mai zu sehen, nachvollziehbar.

Auch aus rein wirtschaftlicher Sicht gäbe es Argumente, alles dafür zu tun, dass die großen Zugpferde des deutschen Fußballs lange dabei bleiben. Möglichst bis zum Finale.

Bayern und der BVB haben die meisten Fans, garantieren die höchsten Einschaltquoten, garantieren kleineren Vereinen volle Stadien, emotionalisieren und polarisieren. Und wenn sie im Finale in Berlin aufeinandertreffen, ist der größtmögliche sportliche Wettbewerb gewährleistet, die größtmögliche Spannung.

Und trotzdem wertet das vorgezogene Finale zu diesem frühen Zeitpunkt den Wettbewerb auf.

Bayern und der BVB trafen in den letzten Jahren immer aufeinander

De facto ist die Schere zwischen den Topteams und dem Rest in den letzten Jahren nämlich so weit auseinander gegangen, dass riesige Überraschungen in den frühen Runden quasi ausgeschlossen sind. Zumindest was Bayern und Dortmund angeht. Zeiten eines frühen Pokalaus gegen die Kickers Offenbach (Dortmund 2010), den VfL Osnabrück (Dortmund 2009), Alemannia Aachen (Bayern 2006 und 2004) oder den 1. FC Magdeburg (Bayern 2000) sind einfach vorbei.

Stattdessen treffen Bayern und Dortmund nun in der siebten Pokalsaison in Folge aufeinander. Übersetzt: Zuletzt sind die beiden immer entweder aneinander gescheitert oder ins Finale eingezogen. In den letzten sechs Pokalfinals stand Bayern oder Dortmund, dreimal lautete so die Finalpaarung.

Dass die beiden früher oder später aufeinander treffen würden, war demnach ohnehin wahrscheinlich. Dass es nun früher statt später stattfindet, erhöht die Spannung im Pokal enorm.

Chance für Schalke, Leverkusen oder Gladbach

In Zeiten, in denen der Kampf um die deutsche Meisterschaft seit Jahren quasi keiner ist, ist es doch reizvoll, wenn nicht auch im Pokal immer die üblichen Verdächtigen in Halbfinale und Finale stehen. Etwa für Schalke, Gladbach oder Leverkusen tut sich dadurch eine riesige Gelegenheit auf, mal wieder ein Finale zu erreichen.

Bei guter Auslosung und mit starken Tagesformen könnte auch ein Team aus der Kategorie darunter nach Berlin fahren. Und dass es der Attraktivität des Finals nicht unbedingt schadet, wenn einmal eine Fangruppe am Start ist, die nicht jedes Jahr zu einem Endspiel fährt, haben die Anhänger von Eintracht Frankfurt in diesem Mai eindrucksvoll nachgewiesen. Mal abgesehen von der ebenfalls vorhandenen sportlichen Spannung.

Nach der Auslosung der zweiten Runde, als die Bayern mit dem Auswärtsspiel bei RB Leipzig ebenfalls schon einen Hammer serviert bekamen, sprach sich Uli Hoeneß gegen die Einführung einer Setzliste aus: "Das ist doch der Reiz des Wettbewerbs. Das sollte man auf keinen Fall justieren."

Eine Aussage, die man so unterschreiben kann. Klar ist es ein Hammerlos - doch dieses wertet den Reiz des Wettbewerbs massiv auf. Unter anderem auf Schalke, in Leverkusen oder in Gladbach werden sie diese Aussage wohl ebenfalls unterschreiben...

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