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Gnabry-Hattrick bringt Löw den Rekord

Freitag, 11.11.2016 | 22:40 Uhr
Sami Khedira eröffnete in der siebten Minute das Schützenfest
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Die deutsche Nationalmannschaft hat in der Qualifikation zur WM 2018 in Russland das erwartete Schützenfest gefeiert. Am 4. Spieltag der Gruppe C schlug das Team von Bundestrainer Joachim Löw den krassen Außenseiter San Marino mit 8:0 (3:0).

Vor 5000 Zuschauern im Stadio Olimpico in Serravalle eröffnete Sami Khedira bereits in der 7. Minute das Schützenfest. Dank der Tore von Serge Gnabry (9.) und Jonas Hector (32.) ging es mit 3:0 in die Pause. Nach dem Seitenwechsel traf Gnabry doppelt (58./76.) und schnürte bei seinem Debüt einen Dreierpack. Auch Hector (56.) traf nochmals. Mattia Stefanelli (82./ET) und Kevin Volland (85.) stellten den 8:0-Endstand her.

Joachim Löw schreibt dank des lockeren Dreiers Geschichte: Für den 56-Jährigen ist es der 95. Sieg als Bundestrainer. Er zieht somit an Legende Sepp Herberger vorbei und stellt eine neue Rekordmarke auf.

Deutschland behält in der Gruppe C die weiße Weste und fährt im vierten Spiel den vierten Sieg ein. Erst zum zweiten Mal in der Ära Löw erzielt der DFB zudem acht Treffer in einem Länderspiel (erstmals beim 13:0 in San Marino vor 10 Jahren).

Reaktionen:

Joachim Löw (Bundestrainer): "Das war natürlich insgesamt kein Maßstab heute, das darf man nicht überbewerten. Die Mannschaft hat versucht, Tore zu erzielen, und das ist ihr auch gelungen. Wenn man dann gute Laufwege hat, fallen die Tore zwangsläufig. Serge hat schon im Training angedeutet, dass er sehr gefährlich und im Abschluss gut ist. Wir wollten die Gruppe von Anfang an dominieren, das ist uns bislang gelungen."

Pierangelo Manzaroli (Trainer San Marino): "Am Anfang hatte ich Angst, dass es wieder ein 0:13 wird. Danach haben wir es in der ersten Halbzeit besser gemacht. In der zweiten Halbzeit war es ein Klassenunterschied."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Löw setzt direkt von Beginn auf Gnabry (erster Bremer Nationalspieler seit Hunt) und Henrichs. Es sind die Debütanten 84 und 85 unter Löw. Kimmich startet in der Innenverteidigung, Henrichs beginnt rechts in der Viererkette. Auch ter Stegen feiert ein Debüt: Er steht erstmals in einem DFB-Pflichtspiel zwischen den Pfosten. Khedira führt das Team zum fünften Mal als Kapitän aufs Feld.

San Marinos Coach Manzaroli würfelt sein Team im Vergleich zum 1:5 in Norwegen ordentlich durch und tauscht gleich auf fünf Positionen. Vitaioli, Gasperoni, Berardi, Cesarini und Palazzi waren zuletzt allesamt nicht mit dabei.

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7., 0:1, Khedira: Gündogan spielt 30 Meter halblinks vor dem Tor einen herrlichen Lobpass auf den zentral im Sechzehner einstartenden Khedira. Der hängt Kapitän Vitaioli ab, umkurvt Simoncini links und schiebt aus drei Metern ins leere Tor ein.

9., 0:2, Gnabry: Gomez erläuft einen Schnittstellenpass knapp vor Simoncini, doch dieser kann ihm das Leder noch vom Fuß schlagen. Gnabry lauert drei Meter dahinter links im Sechzehner und schiebt aus zehn Metern ein.

32., 0:3, Hector: Gündogan leitet das Tor mit einem schönen flachen Anspiel ein. Götze nimmt das Leder an, dreht sich und schickt dann Hector in den Sechzehner. Der Kölner schiebt halblinks im Strafraum überlegt rechts unten ein. Simoncini ist machtlos.

58., 0:4, Gnabry: Kimmich sucht den Chipball aus dem Mittelfeld ins Strafraumzentrum. Gnabry nutzt die Bewegung der herausrückenden Abwehr, um sich in deren Rücken alleine an den Elfmeterpunkt zu schleichen. Von dort netzt der Bremer aus dem Lauf mit dem Innenrist überlegt rechts unten ein. War aber wohl Abseits.

65., 0:5, Hector: Götze sichert sich das Leder nach einer Kombination über die linke Seite an der Torauslinie. Simoncini irrt im Strafraum etwas orientierungslos umher. Götze legt das Leder mit einem Mini-Querpass zum linken Fünfereck, wo Hector den Ball mit der Pike über die Linie drückt.

76., 0:6, Gnabry: Müller spielt mit einem hohen Ball aus dem halbrechten Mittelfeld Gnabry im Sechzehner frei. Der läuft im Rücken seiner Gegenspieler links im Sechzehner ein und veredelt sein Spiel mit einer Direktabnahme aus 15 Metern rechts unten in die Ecke.

82., 0:7, Stefanelli (ET): Volland setzt sich rechts im Sechzehner sehenswert durch, läuft bis an die Fünfmeterraumkante und legt das Leder von dort hart und flach in die Mitte. Simoncelli wehrt das Leder nach vorne ab, fälscht die Hereingabe aber so unglücklich ab, dass Stefanelli das Leder ans Schienbein bekommt und so ins eigene Tor befördert.

85., 0:8, Volland: Müller hat im Sechzehner Zeit und Platz und nutzt beides für einen wohlüberlegten Querpass an die linke Fünferkante. Dort hat Volland zunächst Probleme, das Leder auf nassem Geläuf anzunehmen. Letztlich vollendet der Leverkusener aber doch per Drehschuss.

Fazit: Erwartet hoher Kantersieg der DFB-Elf, die San Marino in allen Belangen komplett überlegen waren.

Der Star des Spiels: Serge Gnabry. Gehörte von Beginn an zu den auffälligsten DFB-Kickern. Immer wieder suchte er mit Tempo das Eins-gegen-eins und machte somit auf seiner linken Seite mächtig Betrieb. Krönte seine Leistung mit seinen drei Toren. Er ist seit Dieter Müller im Juni 1976 der erste Debütant, dem ein Dreierpack gelang.

Der Flop des Spiels: Fabio Vitaioli. Eigentlich ist es nicht wirklich fair, aus diesem tapfer kämpfenden Kollektiv einen Spieler herauszupicken. Doch der eifrige Abwehrspieler sah nicht wirklich viel Land gegen die deutsche Offensive. Hatte lediglich neun Ballaktionen und gewann keinen Zweikampf. Auch Keeper Aldo Simoncini sah bei dem ein oder anderen Tor nicht ganz souverän aus.

Der Schiedsrichter: Artyom Kuchin (Kasachstan). San Marino versuchte keineswegs, die technischen Defizite mit Härte wettzumachen. Der Kasache hatte deshalb leichtes Spiel. Spielte sich nicht künstlich in den Mittelpunkt und hatte die Partie im Griff. Übersah das Abseits von Gnabry vor dem 4:0.

Alle Spiele und Termine: Der DFB-Fahrplan bis zur WM 2018 in Russland

Das fiel auf:

  • San Marino rührte von der ersten Minute Beton an und stellte sich dem DFB in einem ganz tiefen 4-5-1 entgegen. Nahezu die komplette Partie spielte sich deshalb in den 20 Metern vor dem Kasten der Gastgeber ab. Dort übernahm Gündogan fast immer die Kontrolle und versuchte, die Partie zu verlagern. Er riss das Spiel an sich und mimte vor dem gegnerischen Strafraum den Quarterback. Fand mit scharfen Flachpässe und schönen Lupfern immer und immer wieder die Lücke in der blauen Mauer. Hatte zudem die meisten Ballaktionen auf dem Feld.
  • Debütant Henrichs war im Gegensatz zu Gnabry längst nicht so präsent. Er hatte im ersten Durchgang zwei gute Chancen, ließ aber beide liegen. Hatte hinten zudem einen kleinen Wackler, als er den Halt verlor. Dennoch eine ordentliche Premiere des Leverkuseners.

  • Gomez fand bis zu seiner Auswechslung überhaupt nicht in die Partie. Er hatte lediglich 12 Ballaktionen und schoss nur zwei Mal aufs Tor. Gewann zudem keinen einzigen Zweikampf. Ihn jetzt allerdings an den Pranger zu stellen, wäre falsch. Dazu stand er viel zu oft im blauen Getümmel.

San Marino - Deutschland: Daten zum Spiel

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