Fussball

"Naiv oder berechnend": Özil-Berater schießt scharf gegen Kroos, Müller und Neuer

Von SPOX
Mesut Özil erklärte am 22.07. seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft
© getty

Erkut Sögüt, Berater von Mesut Özil, hat in einem Interview mit 11Freunde scharf gegen die Nationalspieler Toni Kroos, Thomas Müller und Manuel Neuer geschossen. Der Nationalkeeper reagierte wenig später auf einer Pressekonferenz. Auch Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge bekamen ihr Fett weg.

"Mesut hat keinen Fehler gemacht. Dabei bleibt es", erklärte Sögüt im Interview mit 11Freunde. Es sei eine "Frage des Respekts, den Präsidenten zu treffen, wenn dieser darum bittet. Die beiden haben sich in all den Jahren immer wieder getroffen, das war nie ein Problem in der deutschen Öffentlichkeit." Dann holt Sögüt zum großen Rumdumschlag gegen den deutschen Fußball und die Medienlandschaft aus.

Özil wird vorgeworfen, mit seinem medienwirksamen Bild mit dem umstrittenen türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan Wahlkampfhilfe für dessen Partei betrieben zu haben. Sögüt dazu: "Das kann so aussehen. Aber in Wirklichkeit hat die deutsche Presse mit ihren ausufernden Berichten dem Präsidenten viel mehr geholfen. Viele Wahlberechtigte in Deutschland haben gedacht: 'Jetzt erst recht!'"

Özil-Foto mit Erdogan schon 2010: Veränderte Politik Erdogans sorgt für Kritik

Bereits im Jahr 2010 traf Özil auf Erdogan, damals gab es jedoch keinen Aufschrei. Das hat auch mit der in den letzten Jahren stark veränderten Politik des türkischen Machthabers zu tun. Dass Özil sich deshalb nun nicht mehr mit Erdogan treffen dürfe, leuchtet Sögüt nicht ein: "Sollen wir Mesut also sagen: Jetzt darfst du den Präsidenten nicht treffen, aber in zwei Monaten wieder? Das leuchtet doch nicht ein."

Der Berater griff auch Özils Nationalmannschaftskollegen Toni Kroos, Manuel Neuer und Thomas Müller an, die sich zum Rücktritt des langjährigen DFB-Spielmachers öffentlich geäußert hatten. Unter anderem hatte Kroos im Zusammenhang mit der auf Twitter veröffentlichten dreiteiligen Rücktrittserklärung Özils von einem "hohen Anteil an Quatsch" gesprochen.

Özil-Berater: Neuer, Kroos und Müller "naiv oder berechnend"

"Neuer wirft Mesut indirekt vor, nicht mit Stolz das deutsche Nationaltrikot getragen zu haben. Das ist nicht akzeptabel. Müller hat die Diskussion nicht verstanden. Und Kroos sollte als gestandener Nationalspieler erklären, was er mit dem Vorwurf 'Quatsch' meint." Für die Aussagen der drei Spieler gebe es laut Sögüt nur zwei Erklärungen: "Sie sind entweder naiv oder berechnend."

Auf der Pressekonferenz am Dienstag vor dem Champions-League-Auftakt des FC Bayern bei Benfica (Mittwoch, 21 Uhr im LIVETICKER) reagierte Neuer auf die Kritik Sögüts reagiert. "Ich kenne diesen Menschen nicht. Für mich ist das kein Thema mehr", sagte der Nationaltorhüter.

Einmal angefangen, macht Sögüt auch vor den Bayern-Bossen Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß nicht Halt. Bayerns Präsident Hoeneß hatte Özil vorgeworfen, seit Jahren in der Nationalmannschaft "Dreck gespielt" zu haben und mit den Rassismusvorwürfen ablenken zu wollen. FCB-Vorstandschef Rummenigge sprach gar von einer "Phantomdiskussion".

Özil-Berater nimmt auch Hoeneß und Rummenigge unter Beschuss

Sögut dazu: "Wenn hier irgendjemand ablenken will, dann sind es diese beiden. Und zwar von der Leistung ihrer eigenen Spieler, von ihrer Steuerhinterziehung, ihren unverzollten Rolex-Uhren und von der Vetternwirtschaft in ihrem Verein. Rummeniges Bruder Michael und Hoeneß' Bruder Dieter sind als Spielerberater aktiv.Michael wollte vor einigen Jahren Mesut abwerben. Ich habe kein Wort von den Bayern gehört zu den rassistischen Ausfällen des Theaterchefs in ihrer Stadt. Äußert euch doch mal dazu!"

Mesut Özil: Leistungsdaten in der Nationalmannschaft

WettbewerbSpieleToreAssists
Freundschaftsspiele30510
WM-Qualifikation20910
Weltmeisterschaft1624
EM-Qualifikation15512
Europameisterschaft1124
Gesamt922340
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