Fussball

"Enttäuschung sitzt unglaublich tief"

Von Adrian Bohrdt
Max Kruse wird vorerst kein weiteres Länderspiel für das DFB-Team bestreiten
© getty

Max Kruse ist fassungslos, dass Bundestrainer Joachim Löw ihn nicht in den vorläufigen Kader für die WM im Sommer in Brasilien nominiert hat. Der Stürmer von Borussia Mönchengladbach hatte noch am Dienstag einen Termin mit dem DFB wegen eines WM-Porträts.

"Ich hatte da noch einen Dreh für ein WM-Porträt über mich. Und Donnerstag sollte meine DFB-Untersuchung für Brasilien sein", zitiert die "Bild" den 26-Jährigen: "Ich habe so viel in dieses große Ziel investiert, da sitzt die Enttäuschung jetzt unglaublich tief. Das muss ich erst einmal verarbeiten."

Kruse galt aufgrund des Mangels an Alternativen im Sturm als aussichtsreicher WM-Kandidat. Doch obwohl Löw auch auf Mario Gomez verzichtete, war für Kruse neben Miroslav Klose und Kevin Volland kein Platz im Offensivaufgebot. "Er hat mir erklärt, dass es ausschließlich sportlich Gründe waren", berichtete der Angreifer vom Gespräch mit Löw: "Das kann ich allerdings nicht nachvollziehen."

Immerhin sei er "in der Liga nicht umsonst hinter Marco Reus der zweitbeste deutsche Scorer. Und meine Schwächephase zu Beginn der Rückrunde habe ich längst hinter mir." Selbst für das Testspiel gegen Polen reichte es für Kruse nicht: "Ich weiß nicht, warum. Dabei wäre ein Länderspiel in meiner Heimatstadt Hamburg etwas ganz Besonderes für mich gewesen."

Bonhof: "Ich war schockiert"

Auch Gladbachs Vize-Präsident Rainer Bonhof hatte wenig Verständnis für die Entscheidung des Bundestrainers: "Ich war schockiert, als ich die Nominierung gehört habe. Für mich ist es unverständlich, dass 30 Namen im Kader stehen, aber die von Max Kruse und Marc-Andre ter Stegen nicht dabei sind. Ich finde das alles sehr komisch."

Gerade mit der von Löw nominierten Offensive zeigte sich der 62-Jährige alles andere als zufrieden: "Richtige Stürmer kannst du in dem Aufgebot lange suchen, selbst hinter Klose steht nach seiner Verletzung ja ein Fragezeichen. Da überrascht es mich schon, einen Stürmer wie Kruse mit zwölf Toren und 15 Vorlagen zuhause zu lassen."

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Am Ende liege das Risiko aber beim Bundestrainer: "Letztendlich muss Jogi Löw das ja selbst verantworten. Erst die WM wird zeigen, ob er mit seiner Nominierung richtig lag."

Max Kruse im Steckbrief

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