Oliver Bierhoff im Interview

"Uns fehlt etwas in kritischen Momenten"

Von Für SPOX in Berlin: Stefan Rommel
Mittwoch, 17.10.2012 | 10:37 Uhr
Bei Oliver Bierhoff macht sich nach dem 4:4 gegen Schweden Ernüchterung breit
© Getty
Advertisement
Bundesliga
SaJetzt
Alle Samstags-Highlights: HSV-FCB, BVB, VfB & RBL
Primera División
Villarreal -
Las Palmas
Eredivisie
PSV – Heracles
Serie A
Chievo Verona -
Hellas Verona
Championship
Ipswich -
Norwich
CSL
Guangzhou Evergrande -
Guizhou
Eredivisie
Feyenoord -
Ajax
Premier League
Everton -
Arsenal
Ligue 1
Nizza -
Strassburg
Serie A
Atalanta -
Bologna
Serie A
Benevento -
Florenz
Serie A
AC Mailand -
Genua
Serie A
SPAL -
Sassuolo
Serie A
FC Turin -
AS Rom
Premier League
ZSKA Moskau -
Zenit
Primera División
Celta Vigo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Troyes -
Lyon
Premier League
Tottenham -
Liverpool
First Division A
Anderlecht -
Genk
Serie A
Udinese -
Juventus
Premier League
Dynamo Kiew -
Schachtjor Donezk
Primera División
Leganes -
Bilbao
Super Liga
Roter Stern Belgrad -
Lucani
Primera División
Real Madrid -
Eibar
Serie A
Lazio -
Cagliari
Serie A
Sao Paulo -
Flamengo
Ligue 1
Marseille -
PSG
Allsvenskan
Malmö -
AIK
Primera División
Real Sociedad -
Espanyol
Primera División
La Coruna -
Girona
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter Mailand -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolverhampton
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo -
Milan
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Strasbourg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nizza
Championship
Leeds -
Sheffield Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man United -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Serie A
Milan -
Juventus
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Primera División
Atletico Madrid -
Villarreal
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Serie A
AS Rom -
Bologna
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Watford -
Stoke (Delayed)
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham (Delayed)
Super Liga
Cacak -
Partizan
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
PSV
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
First Division A
Brügge -
Sint-Truiden
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo Verona
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Ligue 1
Toulouse -
St. Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Serie A
Ponte Preta -
Corinthians
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Serie A
FC Turin -
Cagliari
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano
Serie A
Hellas Verona – Inter Mailand
Premier League
Burnley -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Real Betis
Primera División
Las Palmas -
La Coruna
Copa Libertadores
Lanus -
River Plate
Championship
Preston -
Aston Villa
Copa Libertadores
Grêmio -
Barcelona
Copa Sudamericana
Flamengo -
Fluminense
A-League
Melbourne City -
Sydney
Ligue 1
Rennes -
Bordeaux Begles
Primera División
Real Betis -
Getafe
Primera División
Valencia -
Leganes
Championship
Bristol -
Cardiff
Premiership
St Johnstone -
Celtic
Championship
Aston Villa -
Sheffield Wednesday
Primera División
Deportivo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Angers -
PSG
Serie A
Bologna -
Crotone
Primera División
Alaves -
Espanyol
Championship
Brentford -
Leeds
Ligue 1
Metz -
Lille
Ligue 1
Monaco -
Guingamp
Ligue 1
Montpellier -
Amiens
Ligue 1
Nantes -Toulouse
Ligue 1
Troyes -
Straßburg
Primera División
Barcelona -
Sevilla
Serie A
Genoa -
Sampdoria
Primeira Liga
Porto -
Belenenses

Nach dem unerklärlichen Einbruch der deutschen Nationalelf beim 4:4 gegen Schweden spricht Teammanager Oliver Bierhoff im Interview über den Bruch im Spiel, mögliche Auswechslungen und fehlende Mentalität in kritischen Spielsituationen.

Frage: Herr Bierhoff, haben Sie so etwas schon mal erlebt?

Oliver Bierhoff: Das heute war schon extrem. Ein 4:0 abzugeben in einem Spiel, das man 60 Minuten mehr als dominiert und in dem man den Gegner voll im Griff hat, ist schon ernüchternd. Aber wir hatten das ja vorher schon angesprochen: Wir haben das Problem, das wir häufig durch Nachlässigkeiten den Gegner wieder ins Spiel bringen. Dann lassen wir nach und vergessen, den Sack zuzumachen. Das ist uns heute auch wieder nicht gelungen. Und irgendwo fehlt dann etwas, das gerade in kritischen Momenten gefragt ist.

Frage: Hätte sich von außen etwas ändern lassen, zum Beispiel durch einen weiteren Spielerwechsel?

Bierhoff: Zu Auswechslungen kann ich jetzt auch nichts sagen. Häufig ist es aber so ja, dass man den Bruch nicht zu stark haben will und zu viele Spieler wechselt. Zum Beispiel ist Marco Reus in der zweiten Halbzeit etwas abgetaucht, da fand ich es konsequent, dass er da einen Wechsel vorgenommen hat. Oder bei Götze für Müller, weil der Mario einer ist, der den Ball halten kann. So hätte man ein bisschen Ruhe ins Spiel bringen können. Also die Auswechslungen waren kein Thema.

Frage: Haben Sie einen Spieler vermisst, der ein Zeichen setzt und das Spiel in der schwierigen Phase an sich reißt?

Bierhoff: Wir haben aufgehört zu spielen und Schweden bekommt auf einmal die Initialzündung. Wir hatten aber erfahrene Spieler auf dem Platz, die in ihren Vereinen auch international spielen. Wir müssen das nicht an einer Person festmachen. Aber wir müssen einfach lernen, in diesen Momenten der Schwierigkeit den Kopf zu bewahren, wieder ein System reinzubringen und zu unserem Spiel zurückzufinden. Das ist uns heute in keiner Weise gelungen.

Frage: Es gab einen Freistoß in der letzten Minute für Deutschland. Der wurde zurückgespielt, statt sich mit dem Ball Richtung Eckfahne zu begeben und die Zeit verrinnen zu lassen. Daraus resultierte dann letztlich der Ausgleich. War das nicht signifikant?

Bierhoff: Wir haben in den letzten 30 Minuten häufig die Fehler gemacht, die Jogi Löw angesprochen hat, welche wir gegen Österreich gesehen haben. Also unter anderem ständige Rückpässe zu Manuel Neuer, der dann lange Pässe spielt. Und das gerade gegen einen kopfballstarken Gegner wie die Schweden - anstatt den Ball einfach mal zu halten oder wie in dieser letzten Szene zur Eckfahne zu gehen. Das wird dann eben bestraft.

Frage: Es gab nicht den klassischen Bruch im deutschen Spiel. Aber wann haben Sie gespürt, dass das noch schief gehen könnte?

Bierhoff: Das ist ein psychologisches Ding. Beim 4:1 denkt man sich das vielleicht noch nicht. Beim relativ schnell folgenden 4:2 denkt man: 'Jetzt muss man aufpassen.' Dann lauert die Gefahr: Wie kann man innerhalb des Spiels doch wieder den Stecker reinstecken und umstellen? Dann merkt man, dass der Gegner neue Moral findet und man selbst ängstlicher wird, die Mechanismen funktionieren nicht mehr. Deshalb ist es wichtig, dass wir das lernen, in solch schwierigen Momenten wieder zu unserer Linie zu finden.

Frage: Wie hätte die Mannschaft nach dem 4:2 denn spielen müssen?

Bierhoff: Es gab so fünf Minuten, in denen ich das Gefühl hatte, dass wir die Kontrolle wieder gewonnen hatten nach dem 4:2. Und eigentlich müssen wir es mit unserer technischen Qualität schaffen, den Ball zu halten und nach vorne zu spielen und gerade beim Passspiel noch konzentrierter zu sein. Wir hätten mehr über die Sicherheit reinkommen müssen und nicht leichtfertig die Bälle verlieren oder zurück spielen. Sicherheit und Ballkontrolle hätten gereicht, wir mussten ja kein Tor schießen.

Frage: Bastian Schweinsteiger sieht sich selbst als Führungsspieler. Hatten Sie von ihm nicht erwartet, da heute mehr voranzugehen?

Bierhoff: Ich möchte das nicht an einer Person festmachen. Bastian Schweinsteiger war vor der EM ein Problem, dann hat er beim letzten Spiel gefehlt, dann war es ein Problem, wenn er nicht da war. Das ist immer eine Diskussion, die ihr Medien dann führt. Ich glaube, dass da nicht nur ein Spieler gefordert ist, sondern mehrere. Gerade natürlich die mit Erfahrung. Ich weiß natürlich auch, dass es häufig in einer Kettenreaktion so ist, dass man keinen Tritt fasst. Und das war heute der Fall.

Frage: Kann man diese Mentalität einer Mannschaft beibringen? Oder hat man sie oder man hat sie nicht?

Bierhoff: Man kann sicherlich lernen und muss Dinge aufzeigen. Man lernt durch Negativerlebnisse und schwierige Phasen. Ich hoffe jetzt, dass uns gerade das jetzt auch weiterbringen wird. Aber das ist keine Sache, die man einmal sagt und dann umsetzt. Aber man hofft, dass wir dies in Zukunft besser machen.

Frage: Muss man die Mannschaft jetzt hart anfassen oder streicheln?

Bierhoff: Jetzt sind sie ja erst mal wieder bei den Vereinen... Aber wichtig ist, den Finger in die Wunde zu stecken. Wir dürfen da nicht zur Tagesordnung übergehen. Für uns ist das immer schwer, weil jetzt ja erst wieder eine Pause kommt und dann ein Freundschaftsspiel. Dann weiß man nicht, welchen Kreis man hat. Wir haben das nach dem Österreich-Spiel gemacht und auch jetzt wird man knallhart analysieren und klar die Fehler ansprechen. Das müssen wir aufzeigen. In der Hoffnung, dass es nach wiederholter Anweisung auch irgendwann in den Kopf reingeht und da klick macht.

Frage: Es gab auch ja etliche positive Momente im Spiel. Hat es Sie überrascht, wie rauschhaft die Mannschaft über Strecken der Partie kombiniert hat?

Bierhoff: Überrascht nicht. Was in der Mannschaft drinsteckt, hat sie mir über 60 Minuten lang gezeigt. Und wenn man konzentriert ist und diese kurzen Wege geht und miteinander kombiniert, ist es für jede Mannschaft schwer. Selbst für die Schweden, die nur hinten drin stehen und dicht machen. Mich hat das nicht überrascht. Wir kennen das Potenzial, müssen das aber auch 90 Minuten abrufen

Deutschland - Schweden: Daten und Fakten zum Spiel

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung