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DFB setzt Kempter vorerst nicht mehr ein

SID
Freitag, 30.07.2010 | 17:12 Uhr
Michael Kempter wird vorerst keine Spiele mehr pfeifen
© sid
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Rote Karte für Michael Kempter: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat den umstrittenen Schiedsrichter zurückgepfiffen - dem jüngsten Referee der Bundesliga-Geschichte droht ein frühes Karriere-Ende. Bis zum Abschluss der internen Aufarbeitung der Affäre um den früheren Schiedsrichter-Beobachter Manfred Amerell wird der DFB Kempter nicht mehr ansetzen.

Der 27-Jährige darf die ihm ursprünglich zugewiesene Drittliga-Begegnung am Samstag zwischen dem SV Sandhausen und Kickers Offenbach damit nicht pfeifen.

Der Kontrollausschuss des Verbandes und die Schiedsrichterkommission werden jetzt die neuen Vorwürfe Amerells überprüfen - dann wird entschieden, "ob oder in welcher Form Kempter als Schiedsrichter in Zukunft eingesetzt werden kann".

Amerells Anwalt Jürgen Langer hatte jedem DFB-Präsidiumsmitglied in den vergangenen Tagen eine 13-seitige tabellarische Auflistung zugeschickt.

Inhalt: Die vermeintlichen Widersprüche von Michael Kempter bei dessen Aussagen gegen Amerell beim DFB im Februar und bei der Staatsanwaltschaft Augsburg im April.

Hocke setzt sich mit seiner Forderung durch

Das Präsidium beschloss nun zwar auf seiner turnusmäßigen Sitzung einstimmig, den Schriftsatz und die darin zum Ausdruck gebrachten Schadensersatzforderungen in Höhe von insgesamt 150.000 Euro nicht anzuerkennen. Allerdings genügte diese Auflistung, um die Mitglieder im Falle Kempter noch einmal ins Grübeln zu bringen.

Offiziell klingt das so: "Bis zur Klärung des Sachverhaltes wird Michael Kempter nach Absprache zwischen Herbert Fandel, dem Leiter der Schiedsrichterkommission, und Lutz-Michael Fröhlich, Abteilungsleiter Schiedsrichter des DFB, nicht mehr angesetzt. Durch diese Maßnahme soll gewährleistet werden, dass der Fall mit der nötigen Ruhe möglichst schnell aufgearbeitet werden kann."

DFB-Vizepräsident Rolf Hocke setzte sich damit mit seiner Forderung durch, die schnelle Ansetzung Kempters zu überdenken. Die Personalie sorgte in Frankfurt/Main für Zündstoff.

Hocke hatte sich in der "Süddeutschen Zeitung" beklagt, Fandel habe mit der Ansetzung einen Alleingang getätigt. Das höchste Gremium des Verbandes habe bei der WM in Südafrika noch beschlossen, dass Kempter vorerst noch nicht nominiert werden solle.

Amerell fordert 150.000 Euro Schadenersatz

Er sei "überrascht, dass Kempter schon für diesen Samstag nominiert wurde", hatte Hocke erklärt. "In Pretoria haben wir die Schiedsrichterlisten für erste, zweite und dritte Liga abgesegnet - mit ausdrücklicher Ausnahme der Person Kempter. Weil wir gesagt haben, wir wollen uns erst ein umfassendes Bild zur Sache von Schiedsrichter-Chef Herbert Fandel geben lassen."

Die Personalie Kempter sollte ausdrücklich ausgeklammert werden, doch anscheinend drückte Fandel dessen Ansetzung durch. Bei Amerell sorgte dies für unverhohlene Empörung.

"Man muss fragen, wer mit Kempter unter einer Decke steckt, wenn der mit solcher Gewalt geschützt werden muss. Jetzt zeigt sich, ob die Präsidiumsmitglieder nur Marionetten des Präsidenten und des Herrn Fandel sind", sagte Amerell, der von Kempter und drei weiteren Referees der sexuellen Nötigung bezichtigt wird.

Amerell fordert von seinem früheren Zögling Kempter wegen angeblicher Verleumdungen Schadensersatz in Höhe von 150.000 Euro, der DFB soll die Ansprüche bis spätestens 2. August anerkennen. Dies verweigerten die 19 Präsidiumsmitglieder. Kempter hilft dies jedoch nicht: Seine Pfeife bleibt vorerst stumm.

Zwanziger bleibt DFB-Boss - Kempter der Streitfall

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