Beckenbauer: "Jetzt geht die WM so richtig los"

SID
Donnerstag, 24.06.2010 | 17:07 Uhr
Franz Beckenbauer war von 1984 bis 1990 Teammanager der deutschen Mannschaft
© Getty
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UPDATE Franz Beckenbauer ist vor dem Achtelfinale gegen Engalnd optimistisch und sieht beim DFB-Team physisch im Vorteie. Uwe Seeler ist von den Three Lions bisher "enttäuscht".

Die Ehrenspielführer Franz Beckenbauer und Uwe Seeler sehen Deutschland im WM-Achtelfinalschlager gegen das Fußballer-Mutterland England physisch im Vorteil. Beckenbauer hat bei der deutschen Nationalmannschaft im Vergleich zu den Three Lions körperliche Vorteile ausgemacht.

"Was für Deutschland spricht: Unsere Power! Die Engländer wirkten müde. Unsere Spieler dagegen wirken körperlich in besserem Zustand", meinte der "Kaiser" in seiner "Bild"-Kolumne vor dem Klassiker am Sonntag  (15.45 Uhr im LIVE-TICKERund auf SKY) und auf in Bloemfontein.

Dies habe seinen Grund, führte der "Kaiser" weiter aus: "Die Premier-League-Profis müssen weitaus mehr Spiele als ihre Bundesliga-Kollegen absolvieren. Deshalb sind sie oft bei den WM- oder EM-Turnieren ausgebrannt."

Man müsse Respekt haben, "Angst sicher nicht! Die ersten beiden WM-Auftritte der Engländer waren dürftig, gegen die Slowenen haben sie sich gesteigert".

Seeler: "Da ist keine Dynamik erkennbar"

Seeler, der wie Beckenbauer mit Deutschland mit WM-Endspiel 1966 gegen England (2:4 n.V.) stand, sagte der Welt über die Briten: "Ich meine, dass die ziemlich ausgepowert sind. Da ist keine Kraft oder Dynamik erkennbar, es fehlt an Tempo und überraschenden Aktionen. Die sind nicht frisch und das beste Beispiel dafür ist Rooney. Viele haben ihn als eine der Attraktionen dieses Turniers gesehen, auch ich hatte einiges von ihm erwartet. Bislang spielt er aber, zurückhaltend ausgedrückt, nicht gerade berauschend." Deutschland habe am Sonntag eine Riesenchance.

Die Gelegenheit scheine ihm angesichts des körperlichen Zustandes der Engländer günstig. Seeler: "Die Mannschaft ist in jedem Fall nicht so stark, dass man sie fürchten muss. In den drei Spielen, die sie bisher abgeliefert haben, hat mich die Mannschaft überhaupt nicht überzeugt. Sie hat ganz einfach schlecht gespielt. Was ich bisher gesehen habe, war eine einzige Enttäuschung."

Von der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) erhofft sich die HSV-Ikone, dass die Spieler "mehr Druck entwickeln". Er setzte darauf, dass diese Mannschaft "mit ihrem Elan sich wie frühere deutsche Mannschaft im Turnier noch steigert".

Defoe hält dagegen

Englands Angreifer Jermain Defoe, Schütze des entscheidenden 1:0 gegen Slowenien, widersprach Beckenbauer am Donnerstag aber vehement. "Das ist völlig falsch. Keiner von uns ist müde. Wir sind frisch und werden gegen Deutschland richtig Gas geben", sagte der 27-Jährige.

Allerdings ist auch Ex-England-Legionär Jens Lehmann überzeugt, "dass die Jungs mehr Respekt vor uns haben als umgekehrt. Von den Engländern weiß ich: Denen ist mulmig", sagte der frühere Arsenal-Profi bei "sky".

"Jetzt geht die Weltmeisterschaft so richtig los"

Für Beckenbauer kommt das Duell gegen den Erzrivalen "aber viel zu früh. Ein solches Spiel sollte ein Halbfinale sein, nicht schon ein Achtelfinale. Das waren immer die größten, unvergesslichen Spiele unserer Geschichte. Bestimmt wird es wieder eine tolle Fußball-Schlacht. Für uns Europäer ist es das Spiel schlechthin. Jetzt geht die Weltmeisterschaft so richtig los."

Gefährlich würde die Engländer machen, so Beckenbauer, "dass die Schlüsselspieler Frank Lampard, Steven Gerrard und John Terry spüren, dass es möglicherweise die letzte Chance in ihrer Karriere ist, einen WM-Triumph zu erringen. Schließlich wartet England seit 1966 auf den Titel".

Zudem habe der italienische Teammanager Fabio Capello "offenbar die Truppe diszipliniert. Nachdem sie die EM-Qualifikation 2008 verpasst hatte, lag England danieder. Mit Capello kam wieder eine klare Struktur rein", sagte Beckenbauer: "Den kleinen Aufstand gegen den Trainer, den John Terry vor ein paar Tagen anzettelte, nehme ich nicht so ernst. Ich vermute, das kann man unter Lagerkoller abhaken."

Özil-Hammer rettet DFB-Team

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