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Kießling wundert sich über Kritik

SID
Freitag, 21.05.2010 | 13:19 Uhr
Stefan Kießling erzielte in 128 Partien für Bayer Leverkusen 50 Treffer
© sid
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Nationalspieler Stefan Kießling hat mit Unverständnis auf die Kritik an seiner Leistung im Testspiel gegen Malta reagiert. "Ich lange mir an den Kopf", sagte der Torjäger.

Stefan Kießling wundert sich. Der Angreifer vom Bundesligisten Bayer Leverkusen, mit 21 Treffern bester deutscher Angreifer der abgelaufenen Saison, kann die heftige Kritik nach dem Spiel gegen Malta in der vergangenen Woche nicht nachvollziehen.

"Ich lange mir an den Kopf. Natürlich regt es auch mich als Stürmer auf, wenn ich Chancen habe, aber kein Tor erziele. Wenn ich aber nach meinen 21 Bundesliga-Toren nach so einem Spiel gleich lese, der Kießling nutzt seine Chancen nicht, dann fällt mir nicht mehr viel ein", sagte Kießling im Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft in Sciacca.

Zwar versiebte der 26-Jährige wie auch sein Teamkollege Toni Kroos beim letzten Test gegen Malta tatsächlich einige Chancen, doch er schaffte mit seiner aufwendigen Spielweise auch zahlreiche Räume für den Doppeltorschützen Cacau.

"Zudem muss man sich die Chancen auch erst einmal rausspielen", sagte Kießling, den aber zumindest die von Bundestrainer Joachim Löw für alle sechs Stürmer bereits ausgesprochene WM-Garantie etwas beruhigen konnte: "Das freut mich natürlich, dass der Bundestrainer mir vertraut."

Wie der junge Klinsmann

Mit seinen blonden Haaren und seinem Laufstil erinnert der verheiratete Familienvater immer ein wenig an den jungen Jürgen Klinsmann. Der frühere Nürnberger kämpft als zentraler Stürmer derzeit gegen Miroslav Klose und Mario Gomez um den Startplatz in der Zentrale.

Klose und Gomez kamen bei Bayern München in dieser Saison über weite Strecken nicht über die Reservistenrolle hinaus, Kießling gilt aber dennoch bislang nur als Außenseiter. Für Klose, WM-Torschützenkönig von 2006, spricht die Erfahrung von 94 Länderspielen. Für Gomez derzeit wenig. Für Kießling die Frische und Einsatzfreude, die er im DFB-Dress stets an den Tag legt.

"Ich will mich in den beiden Trainingslagern jeden Tag bei Bundestrainer Löw anbieten. Vielleicht bekomme ich gegen Australien meine Chance. Die will ich dann nutzen", sagte Kießling, der auch nicht weiß, warum ihm in Fußball-Deutschland noch ein wenig die Lobby fehlt.

"Es ist schon heftig, wie schnell sich der Wind dreht. Nach der Bundesliga-Saison war ich bei einem Internet-Voting ganz weit vorne, nach dem Malta-Spiel dann wieder deutlich weiter hinten. Als würde nach so einem Spiel alles andere nicht mehr zählen."

"Gebe immer mein letztes Hemd"

Doch Kießling kämpft. Wie einst bei der U-21-Nationalmannschaft, als er vor dem Spiel gegen England in Hull im März 2005 seine Fußballschuhe im Teamhotel vergessen hatte und mit den zu kleinen Tretern des damaligen Keepers Michael Rensing spielen musste.

Kießling rannte sich gegen die Engländer die Füße blutig, wurde mit seinem wunderbaren Tor zur 1:0-Führung am Ende aber belohnt.

"Ich gebe immer mein letztes Hemd für die Mannschaft. Ich hoffe, das kann ich auch bei der WM wieder beweisen", sagte Kießling, der in Leverkusen noch bis 2015 unter Vertrag steht.

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