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Podolski hat in Südafrika Großes vor

SID
Dienstag, 25.05.2010 | 13:24 Uhr
Lukas Podolski (l.) absolvierte bislang 71 Länderspiele für Deutschland
© Getty
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Nach einer enttäuschenden Bundesligasaison konzentriert sich Lukas Podolski jetzt voll auf die Nationalelf. "Ich denke nicht zurück, denn wir haben eine Menge vor", so der Kölner.

Selten hat Lukas Podolski eine Bundesligasaison so schnell abgehakt. "Ich denke nicht zurück, nur nach vorne und konzentriere mich auf die WM, denn wir haben eine Menge vor", sagte der Problemstürmer des 1. FC Köln, von dem Bundestrainer Joachim Löw bei der WM in Südafrika eine Leistungsexplosion erwartet.

Nach nur zwei Toren in 27 Ligaspielen für die Geißböcke hatten viele Experten die WM-Tauglichkeit des kölschen Prinzen bezweifelt, Ex-Nationaltorwart Uli Stein hatte dem 71-maligen Nationalspieler sogar Faulheit unterstellt. Diese Unterstellungen, die angeblich aufgrund von Aussagen ehemaliger Trainer Podolskis basierten, riefen Joachim Löw direkt auf den Plan.

"Er verhält sich bei der Nationalmannschaft auf und außerhalb des Platzes vorbildlich. Er ist engagiert, bis in die Haarspitzen motiviert und auch körperlich in einem sehr guten Zustand", sagte der Bundestrainer und prognostizierte nach dem einwöchigen Trainingslager auf Sizilien und den ersten Einheiten in Südtirol: "Lukas wird bei der WM explodieren. Er hat viel Dynamik und viel Drang zum Tor."

Zwei Scorerpunkte gegen FC Südtirol

Podolski selbst, der Mitte des Monats beim 3:0 gegen Malta zwei Tore vorbereitet hatte und auch am Montag beim 4:0 im Test gegen den italienischen Drittligisten FC Südtirol zwei Scorerpunkte verbuchte, gibt sich vor seinem vierten großen Turnier äußerst selbstbewusst. "Ich will das umsetzen, was ich bei den letzten Turnieren gezeigt habe", sagt der beste Nachwuchspieler der WM 2006.

Dafür, dass bei ihm Verein und Nationalmannschaft zwei paar verschiedene Schuhe sind, hat der 24-Jährige, der gegen Malta nach der Auswechslung von Arne Friedrich sogar die Kapitänsbinde übernahm, eine plausible Erklärung.

"Für jeden Spieler ist es wichtig, das Vertrauen des Trainers zu spüren", sagte der frühere Stürmer, der in Löws Planungen für das Turnier in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) als offensiver Mittelfeldspieler vorgesehen ist.

"Lukas ist aus der zweiten Reihe brandgefährlich, diese Qualitäten wollen wir uns zunutze machen", erklärt der Bundestrainer, der nicht zuletzt wegen Podolskis 37 Treffer im Nationaldress am Kölner Sorgenkind festhält. Bei der WM 2006 hatte er als Angreifer drei Tore erzielt, bei der EM 2008 war er mit drei Treffern bester deutscher Torschütze.

Alter Hase im DFB-Team

Aber obwohl Podolski trotz seiner jungen Jahre in der DFB-Auswahl bereits ein alter Hase ist, beansprucht er keine Führungsrolle. "Das brauche ich nicht, ich merke auch so, dass mein Rat gefragt ist", sagte der frühere Münchner, der nach dem WM-Aus von Michael Ballack bei der Wahl des neuen Kapitäns nicht in der Verlosung war.

"Mit mir hat der Trainer darüber nicht gesprochen. Deshalb ist das für mich auch kein Thema", sagte Podolski, der den Ausfall des Chefs aber bedauert. "Ballack war und ist unser Leader, er war immer die Persönlichkeit bei uns", beschrieb der gebürtige Pole das Charisma des Kapitäns, dem er in der WM-Qualifikation in Wales eine Ohrfeige verpasst hatte. Das sei aber Schnee von gestern, nun müsse man nach vorne schauen, versicherte Poldi, der in dem Ballack-Ausfall auch etwas Positives sieht.

"Dieser Ausfall kann aber auch eine Chance für unsere vielen jüngeren Spieler sein, die nun über sich hinauswachsen müssen", sagte Podolski, der nach wie vor an eine erfolgreiche WM für das deutsche Team glaubt, "wenn wir noch enger zusammenrücken".

Dies will die Mannschaft bereits am Samstag in Budapest gegen Ungarn unterstreichen. Gegen das Team des damaligen Trainers Lothar Matthäus hatte Podolski am 6. Juni 2004 sein erstes Länderspiel absolviert. Daran wird er sich am Samstag mit Sicherheit erinnern.

WM-Aus für Träsch - Keine Nachnominierung

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