Joachim Löws Absolutismus

Von Für SPOX in Eppan: Stefan Rommel
Montag, 31.05.2010 | 19:02 Uhr
Mittelpunkt des Geschehens: Joachim Löw ist momentan der einzige, der beim DFB das Wort ergreift
© Getty
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Joachim Löws Weg in die neue Freiheit begann schon zu Beginn des Jahres. Im Zuge des unappetitlichen Chaos um seine vorzeitige Vertragsverlängerung und dem öffentlich ausgetragenen Streit zwischen der DFB-Spitze auf der einen und der sportlichen Leitung auf der anderen Seite ist in Joachim Löw etwas kaputtgegangen.

"Indiskretionen kränken mich und haben mich gekränkt", sagte Löw nach einer wochenlangen Schlammschlacht und man musste gar nicht mehr groß zwischen den Zeilen lesen oder wild spekulieren, wen er damit gemeint hatte.

Für Löw ist da schon die Basis des Vertrauens zum vorher geschätzten Verbandsboss wohl unwiderruflich zerstört worden. Seitdem begegnet der Bundestrainer seinem Boss kühl und mehr oder weniger abweisend.

Theo Zwanzigers verzweifelte Versuche, sich wieder anzunähern, um doch noch die erwünschte Vertragsverlängerung nach der WM als Option zu behalten, prallen an Löw gnadenlos ab.

Die Episode vom Jahresanfang ist wichtig, um den veränderten Löw wenige Tage vor Beginn seiner ersten Weltmeisterschaft als verantwortlicher Trainer zu begreifen.

Losgelöst von Verpflichtungen

Joachim Löw ist losgelöst von den ganz großen Verpflichtungen. Natürlich will er mit Deutschland Weltmeister werden. Schließlich wird er irgendwann wieder einen neuen Job antreten und da wäre die Vokabel "Weltmeister-Trainer" ein sehr praktischer Beiname.

Vielmehr geht es aber darum, dass sich Löw losgesagt hat von allen äußeren Einflüssen, die auf ihn einprasseln. Selbst drei Absagen wichtiger WM-Kandidaten in der Vorbereitungsphase stürzen ihn nicht in Aktionismus. Er werde keinen Spieler nachnominieren, ließ er am Montag über DFB-Pressesprecher Harald Stenger vermelden.

Nun wäre eine Nachnominierung laut FIFA-Statuten vor dem 1. Juni gar nicht möglich gewesen. Erst wenn sich jemand aus dem dann gemeldeten 23er-Kader verletzen würde, dürfte der Verband noch einen Spieler dazu holen. Aber Löw hat im Vorfeld nie ernsthaft den Gedanken daran verschwendet, nachzubessern - selbst wenn es erlaubt wäre.

Jetzt erst merkt man so richtig, wie Löw seinem vor Wochen erdachten Plan der Kaderzusammenstellung treu bleibt, wie er seine Linie durchzieht und sich nicht vom Druck der Öffentlichkeit in Beschlag nehmen lässt.

Wie einst Ludwig XIV

Joachim Löw hat sich emanzipiert und losgelöst wie sich einst Ludwig XIV von Volk und Staat zum Absolutismus gewandt hat. Löw ist befreit von der Presse. Früher saß die "Bild" am Vorabend einer Partie mit am Tisch und ging mit dem jeweiligen Bundestrainer noch eben die Aufstellung durch. Heute kommt der Boulevard kaum noch an Löw ran. Löw benötigt die Verbreitungsmaschinerie der Medien nicht, er macht nur das, was er will und wie er es will.

Er hat sich in gewisser Weise losgelöst von seiner Mannschaft. Wo früher noch die Alphatiere Michael Ballack, Jens Lehmann oder Torsten Frings auch öffentlich zu allem und jedem Stellung nahmen, herrscht jetzt ein fast komplettes Vakuum.

Die neue Mannschaft sortiert derzeit noch ihre Reihen, bildet erste feine Hierarchien. Neu-Kapitän Philipp Lahm ist zwar im Team und beim Bundestrainer hoch angesehen, aber wahrlich kein Lautsprecher.

Der einzige, der das Wort ergreift

Teammanager Oliver Bierhoff ist seit dem öffentlichen Rüffel durch DFB-Präsident Zwanziger, der ihm im Rahmen der geplatzten Vertragsverlängerung quasi Geldgier vorwarf, und auf Grund eines persönlichen Schicksalsschlags schon seit Monaten kaum noch in den Medien präsent.

Im Moment gibt es nur einen, der das Wort ergreift und das ist Löw. Seine Machtfülle ist enorm.

Und er hat sich vor allem befreit von seinem Arbeitgeber. Löw muss niemandem etwas beweisen, er steht nirgendwo im Wort und hat auch keinen Kontrakt unterschrieben, der ihn noch einige Jahre an den DFB binden würde.

Er ist frei in seinem Handeln, wenngleich auch das große Ziel WM-Titel verpflichtet. Aber den Weg dahin bestimmt nur er - und kein anderer. Er muss niemanden mehr in seine Überlegungen miteinbeziehen, ist niemandem groß Rechenschaft schuldig und macht in diesen Tagen mehr denn je das, was er für richtig hält.

Prinzipientreue oder Sturköpfigkeit?

In Löws Duktus ist das dann Prinzipientreue. So wie er auch die möglichen Kandidaten Frings oder Kevin Kuranyi aussortiert hat, bleibt er auch jetzt, in der Zeit des großen Verletzungspechs, seinen Vorgaben treu.

Er habe einen Plan für die WM im Kopf, den er getreu der Devise "Jetzt erst recht!" durchzieht. Für verletzte Eitelkeiten anderer ist da kein Platz. Dagegen reagiert er selbst auf Kritik nicht immer souverän, versteht Ratschläge gerne als Besserwisserei.

Seine Kritiker bezeichnen Löws Verhalten derzeit nicht als geradlinig, sondern als gefährlich-sturköpfig. Der Starrsinn und seine Beratungsresistenz würden das Projekt gefährden - für das am Ende aber nur einer den Kopf hinhalten muss, wenn es schief geht: Und das ist Löw.

Es sind längst nicht mehr die Einzelkönner, kein 113-km/h-Freistoßtor von Michael Ballack oder die gelungene Rettungsaktion von Torsten Frings, auf die Löw sein Vertrauen fußt. Es ist sein großer Plan vom Ganzen und das Vertrauen in den Teamgeist einer Mannschaft, die sich in diesen Tagen erst finden muss.

DFB-Pressekonferenz: Es gibt keine Nachnominierungen

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