Die Affäre Amerell

Amerell nimmt DFB-Präsident Zwanziger ins Visier

SID
Mittwoch, 10.03.2010 | 13:20 Uhr
Manfred Amerell äußert neue Kritik an DFB-Präsident Zwanziger und Schiri Kempter
© Getty
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Im Zusammenhang mit dem Sitten-Skandal der deutschen Schiedsrichter hat Manfred Amerell scharf gegen Theo Zwanziger geschossen. Der DFB-Präsident gehe "über Leichen", so Amerell.

Manfred Amerell hat Theo Zwanziger erneut scharf attackiert und dem DFB-Präsidenten im Sitten-Skandal Parteilichkeit vorgeworfen.

"Ich werde nie kapieren, dass sich ein Mensch zu so was erdreistet, dass nur einseitig aufgeklärt wird. Das ist die größte menschliche Enttäuschung meines Lebens, dass ein Präsident mit so viel Erfahrung rücksichtslos über Leichen geht", erklärte Amerell der "Sport Bild".

Der Respekt vor Menschen habe Zwanziger in jeder Beziehung gefehlt. "Es ist jeder beschädigt, jeder kaputt", sagte Amerell, der von "blindwütigen Ermittlungen" des DFB sprach. Unverständlich sei ihm, "dass man sämtliche Geschichten außer Kraft setzt, die rechtsstaatlich zu beachten sind."

Der frühere Schiedsrichtersprecher Amerell, der von Bundesliga-Referee Michael Kempter und drei weiteren Unparteiischen der sexuellen Belästigung beschuldigt wird, sieht die Vorgehensweise Zwanzigers als Rachefeldzug gegen seine Person an. Grund dafür soll ein verbaler Schlagabtausch zwischen Amerell und Zwanziger sein, der am 31. Januar 2002 stattgefunden haben soll.

"Mit mir reden Sie so nicht"

Der jetztige DFB-Boss fungierte damals noch als DFB-Schatzmeister. "Irgendwann ist es unter Zeugen in eine Tonart ausgeartet, wo wir Schiedsrichter uns sagten, das lassen wir uns nicht mehr bieten. Da sagte ich: 'Passen Sie mal auf, Herr Zwanziger, so können Sie mit Ihren Angstellten im Hause hier reden, das werden die sich gefallen lassen. Mit mir reden Sie so nicht.' Das hat er mir nie vergessen", berichtete Amerell.

Kempters Zukunft als Schiedsrichter sieht der 63-jährige Amerell mehr als skeptisch. "So wie Kempter lügt, pfeift er kein Spiel mehr. Er hat sich leider um Kopf und Kragen gelogen."

Amerell glaubt aber auch, dass der 27-jährige Kempter "benutzt" wurde. "Die Interviews und alles, das ist nicht authentisch der Michael Kempter. Weder Wortwahl noch Duktus sind von ihm", sagte Amerell.

Amerell wehrte sich zudem gegen Vorwürfe von Kempter, er habe ihn unter Druck gesetzt, wenn er keine Liebes-E-Mail schrieb: "Wenn ich in meinen Leitz-Ordner schaue, ist es genau umgekehrt."

Kritik aus der Bundesliga und dem Bundestag

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