Kritik aus der Bundesliga und dem Bundestag

SID
Dienstag, 09.03.2010 | 14:53 Uhr
Klaus Allofs ist seit 1999 im Vorstand von Werder Bremen tätig
© Getty
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Im Fall Manfred Amerell wird durch Bremens Geschäftsführer Klaus Allofs und Nürnbergs Sportdirektor Martin Bader verstärkt öffentliche Kritik am DFB aus der Bundesliga laut.

Der Deutsche Fußball-Bund und DFB-Präsident Theo Zwanziger geraten im Fall Manfred Amerell immer stärker in Bedrängnis.

Aus der Bundesliga übten jetzt auch Geschäftsführer Klaus Allofs von Werder Bremen und Sportdirektor Martin Bader vom 1. FC Nürnberg öffentlich Kritik.

Zudem nahm die Vorsitzende des Sportausschusses im deutschen Bundestag, Dagmar Freitag, den DFB bei der Aufarbeitung der Affäre in die Pflicht.

"Der DFB hat sich in dieser Angelegenheit überschätzt. Ich finde, man ist da zu sehr vorgeprescht. Man hätte grundsätzlich klären müssen, ob Amerell sein Amt tatsächlich missbraucht hat", sagte Allofs: "Jetzt sind eine ganze Reihe von Fakten dazugekommen, die die Angelegenheit sehr kompliziert machen."

DFL schweigt bis zur DFB-Präsidiumssitzung

Bader unterstellte dem DFB "nicht das beste Krisenmanagement". Dagegen wollte sich der Ligavorstand vor der DFB-Präsidiumssitzung am Freitag zunächst nicht weiter zu dem Thema äußern, nachdem Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball das DFB-Schiedsrichterwesen zuletzt bereits als "Geheim-Orden" bezeichnet hatte.

Dafür sparte auch die Sportausschuss-Vorsitzende Freitag nicht mit Kritik: "Ich glaube, dass es dem Fußball nicht gut tut, wie die ganze Diskussion geführt wird."

Neustrukturierung des Schiedsrichterwesens in Planung

Der DFB beschäftigt sich bei der Präsidiumssitzung mit dem Fall um den früheren Schiedsrichterbeobachter Amerell, der von FIFA-Referee Michael Kempter sowie drei anonymen Unparteiischen der sexuellen Belästigung beschuldigt wird.

Auf der Präsidiumssitzung soll eine Neustrukturierung des Schiedsrichterwesens verabschiedet werden. Zudem wird über die Einberufung eines außerordentlichen DFB-Bundestages für den 30. April beraten.

Wird Roth zurücktreten?

Offen ist, ob Schiedsrichter-Boss Volker Roth persönliche Konsequenzen aus dem Fall Amerell ziehen und möglicherweise noch vor der Präsidiumssitzung zurücktreten wird.

Eigentlich sollte Roth, der laut Ex-Referee Franz-Xaver Wack seit mindestens fünf Jahren von den Vorgängen um Amerell gewusst haben soll, erst beim DFB-Bundestag im Oktober in Essen nach 15 Jahren als Schiedsrichter-Chef durch den designierten Nachfolger Herbert Fandel abgelöst werden.

Zwanziger spürt weiter Rückendeckung

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