Beck und Schweini glänzen

Von Für SPOX bei der Nationalmannschaft: Stefan Rommel
Samstag, 28.03.2009 | 22:17 Uhr
Andreas Beck (r.) machte gegen Liechtenstein sein zweites Länderspiel für Deutschland
© Getty
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Die deutsche Nationalmannschaft hat einen erfolgreichen Start ins Pflichtspieljahr 2009 hingelegt. Sechs Wochen nach dem peinlichen 0:1 im Testspiel gegen Norwegen siegte die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw in der WM-Qualifikation gegen Liechtenstein mit 4:0 (2:0).

Gegen die allenfalls drittklassigen Liechtensteiner zeigte die Mannschaft nach den letzten enttäuschenden Leistungen die geforderte Reaktion.

Deutschlands 4:0 gegen Liechtenstein in der SPOX-Analyse

Kapitän Michael Ballack, Bastian Schweinsteiger und Andreas Beck waren die besten deutschen Spieler in einer insgesamt gut harmonierenden deutschen Mannschaft. 

Dagegen wartet der erneut sehr unglückliche Mario Gomez mittlerweile seit 635 Minuten auf einen Treffer im DFB-Dress.

Die deutsche Mannschaft in der SPOX-Einzelkritik:

Robert Enke: Durfte sein Privileg erst nach 33 Minuten voll auskosten, als er zum ersten Mal überhaupt einen Ball mit der Hand aufnahm. In der zweiten Halbzeit gab's dann einen Schuss von Frick zu halten. Ansonsten dürfte Enke nur der böige Wind im Zentralstadion zu schaffen gemacht haben. Note 3

Andreas Beck: Viel Offensivdrang beim Hoffenheimer. Wieso auch nicht? Schließlich gewährte ihm das grunddefensive 4-5-1 der Gäste erhebliche Räume. Zudem bekam er durch Schweinsteigers häufiges Einrücken immer wieder eine Extra-Portion Platz. Nicht immer zielstrebig genug in seinen Aktionen, aber enorm engagiert. Note 2

Serdar Tasci: Der Stuttgarter bekam den Vorzug vor Heiko Westermann in der Innenverteidigung. Defensiv kaum gefordert, hatte die einzige Liechtensteiner Spitze Beck jederzeit gut im Griff. Eine kleine Unachtsamkeit in der zweiten Halbzeit bügelte er vorbildlich selbst wieder aus. Note 3

Per Mertesacker: Der Bremer organisierte die Abwehr bei ihren wenigen Einsätzen gewohnt abgeklärt. Sicher in der Ballverarbeitung und unschlagbar im Kopfballspiel. Hätte sogar fast noch selbst ein Tor erzielt. Per Kopf natürlich. Note 3

Philipp Lahm: Hielt sich im Vergleich zu Beck auf seiner linken Seite dezent zurück. Wenn Lahm dann aber doch marschierte, wurde es fast immer gefährlich für die Gäste. Alles in allem aber eine nüchterne Vorstellung des Müncheners. Note 3

Bastian Schweinsteiger: Hatte sehr viele Spielanteile und auch einige frühe Ballgewinne, die er dann immer wieder schnell zum Konter einleitete. Im Tandem mit Beck schon sehr eingespielt, lauf- und einsatzfreudig und mit guten Ideen. Schönheitsfehler: Manchmal etwas zu verspielt. Bekam bei seiner Auswechselung den verdienten Sonderapplaus. Note 2

Michael Ballack: Sehr inspirierter Auftritt. Hatte einen großen Aktionsradius, leitete viele Angriffe ein und schloss sie später durch beherztes Einlaufen in die Spitze auch selbst ab. In der zweiten Halbzeit schaltete Ballack einen Gang runter. Trotzdem: Gute Ideen, guter Antreiber, guter Vorbereiter, guter Torjäger, guter Kapitän. Note 2

Thomas Hitzlsperger: Gestaltete zusammen mit Ballack das Spiel und verteilte die Bälle geschickt. Kluge Anspiele in die Spitze. Allerdings wählte Hitz ein wenig zu oft den Weg durch die Mitte. Fiel in der zweiten Halbzeit ein wenig ab, weil er offenbar nicht mehr ganz so konzentriert bei der Sache war. Musste in der 78. Minute für Marin weichen. Note 3

Marcell Jansen: Bekam wie erwartet den Vorzug vor Marko Marin und nutzte seine Chance sehr gut. Fand schnell ins Spiel und traf nach neun Minuten. Zeigte seine Stärken im Antritt und Eins-gegen-Eins. Nach 63 Minuten war Schluss für den Hamburger. Note 3

Mario Gomez: Was soll man sagen? Hatte zwei sehr brauchbare Chancen, nutzte diese aber nicht. In der ersten Halbzeit agierte er dann immer unglücklicher, was aber weniger am Stuttgarter lag, als an unbrauchbaren oder schlampig ausgeführten Zuspielen. In der zweiten Halbzeit dann zusehends verunsichert und vom kritischen Leipziger Publikum mit Pfiffen bedacht. Note 4

Lukas Podolski: War beweglicher als Gomez und auch stark in der Defensivarbeit, wo er tief im Mittelfeld dank guter Laufarbeit einige Bälle klauen konnte. Zeigte dann in der zweiten Halbzeit auch, dass er gegen die "Zwerge wirklich ein Großer ist", wie die "Bild" schon prophezeite - und traf. Nach Helmes' Einwechslung verdingte sich Poldi im linken Mittelfeld und sorgte dort für Impulse. Note 3

Patrick Helmes: Kam nach 63 Minuten ins Spiel und war bei einer Großchance zehn Minuten vor Schluss zu eigensinnig, als er den besser postierten Gomez übersah. Ansonsten mit wenigen Aktionen. Note 4

Marko Marin: Dribbelte in den zwölf Minuten Spielzeit, die ihm gewährt wurden, wie ein Irrer drauf los. Zeigte sehr schöne Soli und brachte auf ungewohnter rechter Seite noch mal frischen Wind ins etwas angestaubte deutsche Spiel. Kam aber zu spät für eine Bewertung. Keine Note

Simon Rolfes: Durfte auch noch drei Minuten mitmachen, allerdings ohne etwas zu bewirken. Keine Note

Deutschland - Liechtenstein: Daten und Fakten

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