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Juventus Turin - Ajax Amsterdam 1:2: Sensationelles Ajax schaltet auch Juve aus

Nach dem Abpfiff feierten die Ajax-Spieler ausgelassen.

Ajax Amsterdam hat sensationell das Halbfinale der Champions League erreicht. Nach dem 1:1 im Hinspiel gewann Ajax das Rückspiel beim favorisierten Juventus Turin mit 2:1 (1:1).

Im Halbfinale trifft das Team von Coach Erik ten Hag nun auf den Sieger des Duells zwischen Manchester City und Tottenham Hotspur. Die Spurs hatten das Hinspiel daheim mit 1:0 gewonnen.

Für Ajax, das im Sommer wohl gleich mehrere Leistungsträger an die zahlungskräftige Konkurrenz verlieren wird, geht das Märchen weiter: Im Achtelfinale hatte das extrem junge Team bereits den dreifachen Titelverteidiger Real Madrid ausgeschaltet.

Juve-Coach Allegri bekam nach dem Spiel von Präsident Agnelli Rückendeckung: Allegri werde Juve definitiv auch in der kommenden Saison trainieren. Federico Bernardeschi freut das: "Es ist ein wichtiges Signal, denn der Präsident will die Champions League und wird sicherlich ein Team aufbauen, das in der Lage ist, sie zu gewinnen. Ich bin sicher, dass wir sie früher oder später gewinnen werden."

Juventus Turin gegen Ajax Amsterdam: Die Analyse

Juventus-Trainer Allegri rotierte nach der 1:2-Niederlage in der Serie A gegen SPAL am Wochenende auf neun Positionen. Nach drei Pflichtspielen verletzungsbedingter Pause wegen einer Blessur am Knöchel kehrte unter anderem Can in die Startelf zurück.

Can war es auch, der für die erste gefährliche Aktion sorgte: In der 5. Minute lief er Ajax-Keeper Onana aggressiv an und blockte dessen Abschlag, der aber letztlich links neben dem Tor landete. Diese Sequenz stand exemplarisch für die druckvolle Anfangsphase von Juventus.

Ajax begann nervös und erlitt auch einen frühen personellen Rückschlag: Mazraoui knickte bei einem Zweikampf mit Dybala um und musste daraufhin in der 11. ausgewechselt werden. Für ihn kam der 23-jährige Sinkgraven, der sein Champions-League-Debüt feierte. Erst ab der 20. kam Ajax besser ins Spiel und durch van de Beek in der 21. zu einer ersten guten Chance. Er schoss aus kurzer Distanz jedoch über das Tor.

Dann ging es Schlag auf Schlag: Zunächst köpfelte Ronaldo eine Pjanic-Ecke unbedrängt zum 1:0 ins Tor (28.), sechs Minuten später versenkte van de Beek einen verunglückten Ziyech-Schuss zum Ausgleich. Bernardeschi hatte das Abseits aufgehoben.

Zur Pause brachte Allegri Kean für den unter muskulären Problemen leidenden Dybala. Zur Geltung kam der Jungstar zunächst jedoch nicht, die zweite Halbzeit gehörte von Beginn an Ajax. Deren Offensivquartett kombinierte teilweise spektakulär. Tadic glänzte mit Hackentricks.

Einen Rückstand verhinderten zunächst nur Juventus-Keeper Szczesny, der gegen Ziyech (52.) und van de Beek (58.) mit tollen Reflexen glänzte, und Pjanic, der eine Tadic-Hereingabe in höchster Not klärte (63.). Vier Minuten später traf de Ligt nach einer Schöne-Ecke zum 2:1. Ob Juventus' Passivität und Ajax' Sturmlauf war dieser Treffer hochverdient. Am Spielgeschehen änderte sich in der Folge nichts: Ajax lief weiter an und war dem 3:1 sogar näher als Juventus dem Ausgleich.

Die Daten des Spiels Juventus Turin gegen Ajax Amsterdam

Tore: 1:0 Ronaldo (28.), 1:1 van de Beek (34.), 1:2 de Ligt (67.)

  • Dybala führte Juventus in der Champions League erstmals als Kapitän aufs Feld.
  • Juventus begann mit der jüngsten Startelf in der Champions League seit fast dreieinhalb Jahren - mit einem Durchschnittsalter von 28 Jahren und 114 Tagen.
  • Ronaldo traf in jedem seiner jüngsten sieben Champions-League-Viertelfinalspiele und erzielte dabei 13 Tore.
  • Ronaldo erzielte die letzten fünf Champions-League-Tore von Juventus. Das schaffte zuvor nur Inzaghi (1997/98).
  • Ajax traf im zwölften Champions-League-Spiel in Serie und baute damit den Vereinsrekord weiter aus. Der alte Bestwert lag bei acht Spielen aus der Saison 1996/97.

Der Star des Spiels: Donny van de Beek (Ajax Amsterdam)

Beim 1:1 schaltete van de Beek schnell und schob den verunglückten Ziyech-Schuss überlegt rechts unten ein. In der 21. und 58. hatte er zwei weitere gute Torchancen. Van de Beek war ein ständiger Gefahrenherd und kam auf Seiten von Ajax am öftesten zum Abschluss.

Der Flop des Spiels: Federico Bernardeschi (Juventus Turin)

Rechts im Mittelfeld aufgeboten, fand Bernardeschi nicht statt. Er war mit am seltensten aller Juventus-Spieler am Ball, verlor jeden seiner Zweikämpfe und verzeichnete eine der schlechtesten Passquoten seiner Mannschaft. Beim Gegentreffer zum 1:1 hob er das Abseits auf. In der 81. wurde Bernardeschi für Bentancur ausgewechselt.

Der Schiedsrichter: Clement Turpin (Frankreich)

Vor allem in der Anfangsphase war das Spiel geprägt von vielen Fouls und folgerichtig auch Unterbrechungen. Turpin machte dabei einen guten Job und entschied zumeist richtig. Bei den Treffern zum 1:0 und 1:1 gab es jeweils Kontakt mit dem VAR, völlig zurecht wurden jedoch beide bestätigt. Dem vermeintlichen 3:1 von Ziyech in der 80. verweigerte Tupin wegen einer Abseitsstellung ebenfalls zurecht die Anerkennung. Zumindest strittig, aber wohl richtig war seine Entscheidung, Juventus in der 90. einen Handelfmeter zu verweigern.

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