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Fussball

Turan-Hattrick! Barca zerlegt Gladbach

Arda Turan erzielte gegen Borussia Mönchengladbach drei Treffer

Am 6. Spieltag der Gruppe C hat der FC Barcelona mit 4:0 (1:0) gegen Borussia Mönchengladbach gewonnen. Arda Turan erzielte dabei einen Hattrick, Barca stellte einen Pass-Rekord auf.

Vor 67.157 Zuschauern im Camp Nou brachte Lionel Messi die Katalanen in Führung (16.). Damit hat Messi in 51 Champions-League-Spielen im Camp Nou ebenso viele Treffer erzielt.

Nach der Halbzeit entschied Arda Turan mit seinem ersten Hattrick für Barca die Partie (50./53./67.). Barca gewann die letzten 14 Königsklassen-Heimspiele und baut den Vereinsrekord in diesem Wettbewerb weiter aus.

Damit hat Barca in der Gruppenphase 20 Tore erzielt und damit eine Bestmarke eingestellt. Zuvor gelang das nur Manchester United (1998/99), Barcelona selbst (2011/12) und Real Madrid (2013/14).

Während Gladbach erstmals keinen Torschuss in der ersten Halbzeit eines Champions-League-Spiels abgab, spielte Barca insgesamt starke 993 Pässe (höchster Wert in der Königsklasse seit der Datenerfassung 2003/04).

Unabhängig vom Ausgang der Partie stand Barca bereits als Sieger der Gruppe C und Gladbach als Gruppendritter fest.

Vor dem Anpfiff gab Alvaro Dominguez sein verletzungsbedingtes Karriereende bekannt. Sein letztes Pflichtspiel bestritt der 27-Jährige für Gladbach am 7. November 2015 gegen Ingolstadt (0:0).

Die Reaktionen:

Andre Schubert (Trainer Gladbach): "Es war ein typisches Barcelona-Spiel. Wir hatten zu viel Respekt vor dem Gegner und haben nicht mutig genug gespielt. Du musst gut organistert sein und darfst nicht zu passiv sein. Wir sind zu tief gefallen und sind nicht mehr richtig rausgegangen. Es hängt natürlich auch mit der Qualität des Gegners zusammen. Man muss es natürlich schon besser veteidigen, aber der Qualität des Gegners waren wir nicht gewachsen. Da muss man sagen, dass Barca besser war."

Max Eberl (Manager Gladbach): "Ich will jetzt hier raus und nach Hause. Wir haben verloren und sind ein Stück weit in Ehrfurcht erstarrt. Das ärgert mich und muss die Jungs auch ärgern. Barcelona soll kein Maßstab sein. Sie sind nicht die Kragenweite von Gladbach. In meiner Bewertung spielt das keine Rolle. Wir sind in Europa weiter dabei, das darf man nicht vergessen. Für uns zählt es jetzt, uns auf die kommenden drei Bundesligaspiele vorzubereiten."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Enrique rotiert im großen Stil und verändert sein Team nach dem 1:1 im Clasico auf acht Positionen: Nur Messi, Mascherano und Gomes waren gegen Real ebenfalls mit von der Partie. Neymar und Rakitic fehlen gesperrt.

Bei Gladbach nimmt Schubert nach der 1:4-Pleite in Dortmund vier Wechsel vor: Vestergaard, Schulz, Jantschke und Hahn ersetzen Kramer, Raffael, Wendt (alle 3 Bank) und den gesperrten Stindl.

16., 1:0, Messi: Messi wird 30 Meter zentral vor dem Tor nicht angegriffen, geht ein paar Meter und steckt dann perfekt auf Turan durch. Der Türke ist links im Strafraum komplett alleine und legt von der Grundlinie wieder auf Messi zurück. Der Argentinier schließt aus knapp sieben Metern halblinker Position ins rechte untere Eck ab.

18.: Fast der Doppelschlag! Nach einem Doppelpass zwischen Iniesta und Messi ist die Defensive der Fohlen ausgehebelt und Messi zieht halblinks von der Strafraumkante ab, doch Sommer lenkt den Ball über die Latte.

43.: Vidal hält an der rechten Auslinie den Ball im Spiel und passt auf den am Strafraumeck postierten Suarez. Dieser spielt den Ball mit der Hacke direkt wieder auf den durchgestarteten Vidal zurück. Vidal hat rechts im Strafraum viel Platz und legt auf den am Elfmeterpunkt wartenden Messi ab. Dessen Versuch klärt Strobl zur Ecke.

50., 2:0, Turan: Suarez ist nach einem flachen Pass rechts durch. Seine Flanke von der Grundlinie wird von Vestergaard abgefälscht und landet am zweiten Pfosten. Dort steht Turan komplett blank und erhöht aus fünf Metern mit dem Kopf.

53., 3:0, Turan: Messi wird im Mittelfeld nicht gestört und schickt Vidal auf dem rechten Flügel mit einem perfekt getimten Pass auf die Reise. Der Außenverteidiger legt flach quer und auf der anderen Strafraumseite schließt Turan mit einem flachen Schuss ins rechte Eck ab.

67., 4:0, Turan: Wieder hat Vidal auf dem rechten Flügel unfassbar viel Platz und spielt den Ball perfekt durch den Fünfmeterraum. Arda Turan steht am langen Pfosten erneut komplett frei und vollendet aus vier Metern. Sommer ist zwar dran, kann aber nicht retten. Hattrick für den Türken!

73.: Diesmal hat Barca auf dem linken Flügel viel Platz. Digne flankt den Ball schön in die Mitte, wo Messi aus acht Metern zentraler Position zum Flugkopfball kommt. Sommer kratzt den Ball aber mit einer starken Parade von der Linie.

81.: Beste Chance für Gladbach. Nach einem Steilpass von Raffael ist Johnson alleine durch, lässt sich aber von Cillessen abdrängen. Aus spitzem Winkel misslingt seine Hereingabe dann komplett und die Situation ist entschärft.

Fazit: Gladbach bekam überhaupt keinen Fuß in die Tür und Barca kombinierte die Gäste phasenweise in Grund und Boden. Am Ende steht ein hochverdienter Sieg für die Spanier.

Der Star des Spiels: Arda Turan. Mit seinem Hattrick in den 22 Minuten nach der Pause war der Türke Barcas Matchwinner. Außerdem stark: Andres Iniesta.

Der Flop des Spiels: Nico Elvedi. War in einer überforderten Abwehrreihe das schwächste Glied und ließ Vidal ein ums andere Mal entwischen. Folgerichtig fielen drei der Tore über seine Seite.

Der Schiedsrichter: Sergei Karasev (Russland). Hatte mit der fair geführten Partie keine Probleme. Richtige Entscheidung, beim Zweikampf zwischen Hahn und Mascherano in der 65. Minute nicht auf Elfmeter zu entscheiden.

Das fiel auf:

  • Gladbach überließ dem Gastgeber von Beginn an komplett die Spielkontrolle. Barca erdrückte die Fohlen über die gesamte Distanz (72 Prozent Anteil Zuspiele) und kombinierte sich phasenweise mit Passstafetten in einen Rausch. Gladbach bekam besonders Iniesta überhaupt nicht in den Griff, alleine im ersten Durchgang sammelte der Spanier 111 Ballaktionen.
  • Barca, das in der Grundformation im 4-3-3 auflief, zeigte sich besonders bei eigenem Ballbesitz extrem variabel. Situativ standen gleich vier Angreifer auf der Höhe von Gladbachs Abwehrreihe. Dabei kristallisierte sich ein beliebtes Schema heraus: Aus rund 30 Metern zentraler Position spielten die Katalanen den Pass in die Tiefe durch die Schnittstellen der Gladbacher Defensive auf die Flügelspieler, die von der Grundlinie aus auf die einlaufenden Stürmer zurücklegten.
  • Nach Ballverlusten setzte Barca umgehend nach und musste so nie am eigenen Strafraum verteidigen. Gladbach hingegen ließ sich von Anfang an tief fallen. Die Fohlen empfingen die Spanier in einem 5-4-1, wobei sich mit zunehmendem Druck einer der Flügelspieler Hazard/Schulz ebenfalls in die Abwehrreihe fallen ließen und so eine Sechserkette bildeten.
  • Da Gladbach in der Defensive stark zentral orientiert agierte, fehlte nach Ballgewinnen Breite im eigenen Spiel und so waren Anspielstationen Mangelware. In der Folge konnte sich der Bundesligist nur selten vernünftig befreien.

FC Barcelona - Bor. Mönchengladbach: Die Statistik zum Spiel

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