Donnerstag, 20.10.2016
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Borussia Mönchengladbach nach Sieg gegen Celtic

A German Team with attitude

Borussia Mönchengladbach hat im Celtic Park mit dem Rücken zur Wand den ersten Dreier in Gruppe C eingefahren. Die Fohlen können sich plötzlich sogar wieder Chancen auf das Achtelfinale ausrechnen. Der Kurs bleibt gleich: in Europa überwintern. Den Ausfall von vier Leistungsträgern wog die endgültige Rückkehr eines anderen auf.

"A German Team" hat gegen Celtic den ersten Champions-League-Auswärtssieg der Klub-Historie geholt. Im Vorfeld der Partie im Celtic Park sorgte ein Pub in Glasgow für etliche Lacher auf Twitter. Beim Versuch, "Mönchengladbach" richtig auf die Tafel zu schreiben, kapitulierte der Besitzer letzten Endes und ersetzte den Vereinsnamen schlicht durch "A German Team".

Ein Spaß, den Gladbach zwar mitmachte und kurzerhand seinen Twitter-Account umbenannte, der allerdings bald der Geschichte angehören könnte. Manchester City hat nur noch einen Punkt Vorsprung auf eben diese ominöse deutsche Mannschaft. Andre Schubert ist nach der als "Spiel um Platz drei" abgetanen Partie gegen Celtic auf bestem Wege, Borussia Mönchengladbach wieder in Europa zu etablieren.

Die Borussia zeigt in der Bundesliga seit Jahren einen deutlichen Aufwärtstrend, auf internationaler Ebene soll in dieser Saison der nächste Schritt gelingen. Der Sieg gegen Celtic war erst der zweite in der Geschichte der (neuen) Königsklasse. Nicht ganz unschuldig: die Losfee? In der vergangenen Saison erwischten die Fohlen Juventus, Manchester City und den FC Sevilla. Das Resultat: Ein einziger Sieg (4:2 gegen Sevilla) und der letzte Tabellenplatz.

"Man hört jetzt unsere Fans"

In dieser Saison erschien der Einzug in die K.o.-Phase ebenfalls aussichtslos, als Thierry Henry den Fohlen den FC Barcelona und Pep Guardiolas Manchester City zuloste. Bei den Citizens gab es zunächst eine Klatsche, aber gegen Barcelona schnupperte Gladbach mindestens an einem Punkt. Das Gefühl, auch in dieser Gruppe nicht chancenlos zu sein, gab die Partie aber allemal.

An die glorreichen Zeiten der 70er und 80er Jahre erinnerte die Elf vom Niederrhein in europäischen Wettbewerben schon lange nicht mehr. So wurde aus der Marke Borussia Mönchengladbach ein gewöhnliches deutsches Team, das für einen Pub-Witz herhalten musste. Diesen Trend könnte Gladbach in der aktuellen Spielzeit wieder umdrehen.

Ausgerechnet gegen die Bhoys nahm das German Team etwas Zählbares mit. Ausgerechnet im bebenden Celtic Park, dort wo ManCity nur ein 3:3 gelang. Ausgerechnet ohne vier absolute Leistungsträger. "Man hört jetzt unsere Fans und das zeigt, wie das Spiel ausgegangen ist. Wir wollen in Europa überwintern, und da haben wir heute einen großen Schritt getan", so Sportdirektor Max Eberl nach dem 2:0-Sieg gegen Celtic.

ManCity? Platz zwei ist drin

Gladbach war durch die vielen Ausfälle und die zuletzt schwachen Ergebnisse nicht gerade Favorit in Schottland, bewies jedoch einen breiten, qualitativ bestens gerüsteten Kader. Mit etwas Schützenhilfe vom FC Barcelona kann die Borussia dank ihrer Heimstärke auch City im Kampf um Platz zwei attackieren. Die Europa League kann Gladbach mit einem Sieg im Rückspiel quasi perfekt machen.

Die Leistung von Andre Hahn, der nach seiner langen Verletzungspause in der vergangenen Saison quasi als Neuzugang gilt, ist sinnbildlich für das hohe Niveau der Borussia. Der Nationalspieler war an beiden Toren maßgeblich beteiligt und gab die meisten Torschüsse der Fohlen ab - Balsam für die Seele nach dem verschossenen Elfmeter gegen den Hamburger SV. Balsam auch für die offenen Wunden nach 292 torlosen Minuten. Der Beweis, dass es auch ohne Hazard und Raffael geht.

"Wir haben einen guten Geist und einen guten Charakter in der Mannschaft. Uns fehlen absolute Ausnahmespieler, die den Unterschied ausmachen können. Aber wir haben einen breiten und starken Kader. Das wollten wir beweisen und zeigen", erklärte Lars Stindl.

Ständiger Balanceakt

Vor allem die zuletzt so anfällige Defensive wusste gegen Celitc als Team zu funktionieren. Jannik Vestergaard und Co. ließen kaum Torchancen zu. "Wir standen sehr stabil, das war ein guter Schritt", sagte ein zufriedener Andre Schubert nach dem Spiel. Das Problem sei, die richtige Balance zwischen Offensive und Defensive zu finden.

Diese gilt es für die Fohlen auch am Samstag gegen den FC Bayern (18.30 Uhr im LIVETICKER) zu bewahren. Mit einer genauso geschlossenen Mannschaftsleistung kann es auch gegen den Rekordmeister für Punkte reichen. Damit der Name Mönchengladbach in Zukunft wieder leichter über die Lippen geht.

Celtic FC - Borussia Mönchengladbach: Die Statistik zum Spiel

Stefan Zieglmayer

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