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1:7! Bayern schreibt Geschichte in Rom

Dienstag, 21.10.2014 | 22:41 Uhr
Mit einem "typischen Robben-Tor" sorgte Arjen Robben schon früh für die 1:0-Führung der Bayern
© getty
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Der FC Bayern München hat den AS Rom am 3. Spieltag der Gruppenphase mit 7:1 (5:0) geschlagen. Der deutsche Rekordmeister feiert damit den höchsten Auswärtssieg seiner Europapokal-Geschichte, die Römer kassieren gleichzeitig ihre höchste Niederlage.

Vor 65.000 Zuschauern im ausverkauften Stadio Olimpico brachte Arjen Robben den FC Bayern München mit 1:0 in Führung (9.). Mit einem Doppelschlag binnen zwei Minuten erhöhten Mario Götze (23.) und Robert Lewandowski (25.) auf 3:0, ehe Robben den Vorsprung auf 4:0 ausbaute (30.). Nachdem Manolas den Ball im Strafraum mit der Hand spielte, erzielte Thomas Müller noch vor der Pause das 5:0 per Elfmeter (36.)

Gervinho konnte in einer starken Roma-Phase nach der Pause zwar auf 1:5 verkürzen (66.), doch der deutsche Rekordmeister übernahm schnell wieder die Spielkontrolle und setzte durch die Tore von Frank Ribery (78.) und Xerdan Shaqiri (80.) den Schlusspunkt an einem denkwürdigen Champions-League-Abend.

Reaktionen:

Pep Guardiola (Trainer Bayern München): "Es gibt keine gute Taktik ohne gute Spieler. Dieser Verein hat tolle Leute und tolle Spieler, es geht nur darum, das Beste aus ihnen herauszuholen. Es war eine sehr gute erste Halbzeit, die letzten zehn Minuten waren fantastisch. Wir sind aggressiv gewesen, das haben wir gut gemacht, haben gute Entscheidungen getroffen. 7:1 ist eine Ausnahme! In München wird es ganz anders sein."

Arjen Robben (Bayern München): "Ein Riesenkompliment an die Mannschaft und den Trainerstab. Nach der ersten Halbzeit in Rom mit 5 Toren zu führen, das ist Wahnsinn. Lasst uns trotzdem mit den Füßen am Boden bleiben, es ist noch früh in der Saison und es gibt immer gewisse Dinge zu verbessern."

Rudi Garcia (Trainer AS Rom): "Das war ein harter Schlag. Das tut weh, keine Frage. Ich muss die Schuld von meinen Spielern nehmen. Ich habe mich geirrt, es war ganz eindeutig die falsche Strategie."

Miralem Pjanic (AS Rom): "Wir müssen jetzt weitermachen, obwohl wir natürlich enttäuscht sind. Bayern war extrem stark. Sie setzten uns das ganze Spiel unter Druck, wir konnten unser Spiel gar nicht aufziehen. Wir müssen jetzt nach vorne schauen, am Samstag geht es weiter."

Daniele de Rossi (AS Rom): "Das war eine Lektion für uns. Es tut mir leid für die Fans. Bayern war heute ganz klar die stärkere Mannschaft, das ist keine Frage."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Roma-Coach Rudi Garcia stellt seine Elf, die am Wochenende 3:0 gegen Chievo Verona gewann, auf vier Positionen um. Manolas beginnt anstelle von Astori im Abwehrzentrum, Torosidis spielt für Maicon auf der Rechtsverteidiger-Position und Iturbe und Gervinho, die in der Liga eine Pause bekamen, erhalten den Vorzug vor Ljajic und Destro.

Pep Guardiola nimmt drei Veränderungen im Vergleich zum 6:0-Kantersieg gegen Werder Bremen vor. Benatia darf an alter Wirkungsstätte genauso ran wie Bernat und Lewandowski. Rafinha, Dante und Hojbjerg nehmen dafür zunächst auf der Bank Platz.

9., 0:1, Robben: Weltklasse-Tor des Niederländers. Ein Doppelpass mit Lahm spielt Robben im Sechszehner frei. Der legt sich den Ball in gewohnter Manier auf den starken Linken und schlenzt das Leder aus 13 Metern halbrechter Position in die linke Torecke.

10.: Auf der Gegenseite fast der Ausgleich. Yanga-Mbiwa schickt Gervinho per Steilpass in die Schnittstelle der Dreierkette. Der Ivorer taucht frei vor Neuer auf, scheitert aber an einer starken Parade des Keepers.

14.: Beide Teams legen hier ein irres Tempo hin. Jetzt spielt Lahm Lewandowski frei, der sich den Ball 17 Meter vor dem Tor vorlegt und aus zentraler Position abzieht. De Sanctis hält den abgefälschten Schuss artistisch mit dem Fuß.

23., 0:2, Götze: Bayern überrollt die Roma. Diesmal geht es schnell über rechts und Götze. Der sieht Müller in Zentrum, bekommt den Ball per Hackentrick zurück und schiebt aus 16 Metern clever links unten ein. De Sanctis reagiert überhaupt nicht.

25., 0:3, Lewandowski: Unfassbar, was die Hausherren hier zulassen. Bernat kann vollkommen unbedrängt von rechts in den Strafraum flanken, wo Lewandowski am höchsten springt und aus acht Metern locker einnickt.

30., 0:4, Robben: Lewandowski bedient Robben, den Cole erneut aus den Augen verloren hat, mustergültig durch die Gasse. De Sanctis kommt zwar noch dran, kann den Einschlag aber nicht verhindern.

35.: Manolas grätscht einen Alaba-Pass ab und kommt mit der Hand an den Ball - Eriksson zeigt auf den Punkt.

36., 0:5, Müller: Müller tritt an und verwandelt cool unten rechts.

54.: Doppelchance der Hausherren. Zweimal findet die Roma den freien Raum hinter der Dreierkette. Zunächst trifft Gervinho frei vor Neuer nur den Pfosten, dann pariert Neuer gegen Florenzi.

61.: Wieder kann Neuer sich auszeichnen. Diesmal lässt Benatia Gervinho nach einem Freistoß im Rücken davonlaufen. Neuer ist unten und rettet mit einem tollen Reflex.

66., 1:5, Gervinho: Das hatte sich angedeutet. Bayerns rechte Abwehrseite ist komplett offen. Nainggolan flankt butterweich ins Zentrum und findet Gervinho, der den Ball aus kurzer Entfernung über die Linie köpft.

78., 1:6, Ribery: Jetzt darf auch Ribery noch sein Tor machen. Traumpass von Robben in den Lauf, de Sanctis kommt raus und wird aus 16 Metern überlupft.

80., 1:7, Shaqiri: De Sanctis lässt einen Schuss von Rafinha klatschen, Shaqiri schnappt sich den Abpraller und knallt das Leder unter den Giebel.

Fazit: Absolut verdienter Sieg der Bayern, die in allen Belangen besser waren und der Roma eine Lehrstunde erteilten. Bis auf 15 starke Minuten nach der Pause war von den Hausherren nichts zu sehen.

Der Star des Spiels: Arjen Robben. Stach aus einer überragenden Bayern-Offensive noch heraus. Erzielte das wichtige 1:0, das 4:0 und spielte mit seinem Gegenspieler Katz und Maus. Stark auch sein Pass auf Ribery vor dessen 6:1.

Der Flop des Spiels: Ashley Cole. Ließ sich von Robben ein ums andere Mal düpieren und kam nie richtig in die Zweikämpfe. Sein kolossaler Schnitzer vorm 1:0 ebnete den Weg für die Bayern.

Der Schiedsrichter: Keine leichte Partie für Jonas Eriksson, weil sich die Roma-Spieler vor allem in der zweiten Hälfte zu einigen Frustfouls hinreißen ließen. Erkannte Iturbes Schwalbe und Manolas Handspiel im Strafraum richtig. Bei Alonsos Foul an Gervinho in der 17. Minute lag er allerdings daneben. Auch Torosidis überharte Grätsche gegen Müller ahnden andere Schiedsrichter mit einem Platzverweis.

Das fiel auf:

  • Bayern startete im 3-2-3-2 mit Boateng als Abwehrchef in der Dreiekette und Lahm/Alonso auf der Doppelsechs. Davor agierte eine offensive Dreierreihe mit Bernat und Robben, die ihre Außenpositionen konsequent einhielten, und Götze in der zentralen Position. Müller und Lewandowski waren in der Sturmspitze mit allen Freiheiten ausgestattet und wichen immer wieder auf die Außen aus.
  • Das Gegenpressing der Bayern war beispielhaft. Müller, Lewandowski, Robben, Bernat und Götze rannten den ballführenden Spieler sofort an und stellten dessen Anspielstationen im Verbund zu. Die dahinter postierten Lahm und Alonso besetzten die dadurch freien Räume, auch die Dreierkette rückte weit raus. Rom fand dagegen überhaupt kein Mittel, hatte große Probleme im Vortrag und verursachte so zahlreiche Ballverluste.
  • In fünf von sieben Ligaspielen blieb die Roma ohne Gegentor, gegen den FCB präsentierte sich die Defensive hingegen hoffnungslos überfordert. Ob über die Seiten oder durch die Mitte, Bayern kombinierte sich nach Belieben durch die Reihen der Hausherren.
  • Weil Lahm defensiv kaum gefordert war, schaltete er sich immer wieder mit in die Offensive ein und unterstütze Robben auf dessen rechter Seite. Götze tat es ihm gleich, verlagerte regelmäßig auf links und war dort erster Anspielpartner für Bernat.
  • So desolat die Leistung der Gastgeber in der ersten Hälfte, desto bemerkenswerter die Moral, die die Mannschaft von Rudi Garcia nach dem Seitenwechsel zeigte. Rom gelang es dabei zunehmend, den freien Raum außen hinter der Dreierkette zu finden und so mehre gute Torchancen herauszuspielen.
  • Das erkannte auch Guardiola, der Rafinha für Müller brachte und auf eine Viererkette mit dem Brasilianer auf der rechten und Bernat auf der linken Seite umstellte. Bayern bekam das Spiel so wieder in den Griff und konterte immer wieder gefährlich über Ribery und Shaqiri, die mit viel Energie von der Bank kamen.

AS Rom - Bayern München: Die Statistik zum Spiel

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