Dienstag, 17.02.2015

Schweinsteiger und Alonso beim FC Bayern

Die Netzer-Overath-Ungleichung

Bastian Schweinsteiger und Xabi Alonso: Funktioniert das Paar im Mittelfeld des FC Bayern (Donezk - FCB, 20.45 Uhr im LIVE-TICKER)? Die Verantwortlichen sind von einer befruchtenden Zusammenarbeit der beiden Strategen überzeugt. Die bisherigen Spiele lassen das Gegenteil vermuten. Aber es gibt auch Erfahrungen, die für eine harmonische Koexistenz sprechen.

Die beiden Strategen des FC Bayern: Xabi Alonso und Bastian Schweinsteiger
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Die beiden Strategen des FC Bayern: Xabi Alonso und Bastian Schweinsteiger

Als Xabi Alonso zum FC Bayern kam, hatte er keine guten Erinnerungen an Bastian Schweinsteiger. Ein Foul am Bayern-Spieler hatte ihm im Rückspiel des Champions-League-Halbfinals die gelbe Karte und eine Sperre fürs Endspiel eingebracht. Ohne seinen Lenker hätte Real fast die Königsklasse an Atletico verloren.

Alonso war der Fixpunkt im Mittelfeld der Königlichen und ein entscheidender Faktor auf dem Weg zu La Decima. Nach dem Triumph suchte er eine neue Herausforderung und fand sie in München. "Eine Offenbarung" nannte BVB-Trainer Jürgen Klopp seinen ersten Auftritt beim 1:1 auf Schalke. Nur ein paar Stunden nach seiner Verpflichtung und ohne eine echte Trainingseinheit dirigierte er das Spiel der Münchner.

Die wenigen kritischen Stimmen gegenüber dem Spanier waren damit schnell verstummt und sind seitdem auch kaum noch laut geworden. Zu gut, zu dominant waren seine Leistungen in der Vorrunde.

Aber Alonso wurde auch als Ersatz geholt, als hochkarätiger Lückenfüller aufgrund der Verletzungssorgen. Die Frage nach seiner langfristigen Rolle und der damit verbundenen Aufgabenverteilung im Mittelfeld gab es aber immer. Wie plant Trainer Pep Guardiola die Zentrale, wenn Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm, David Alaba, Javi Martinez und Thiago Alcantara wieder fit sind?

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Alonso fehlt, FCB siegt 8:0! Zufall?

Die Rückkehr der beiden spanischen Nationalspieler ist in dieser Saison noch ungewiss, Lahm wird Mitte März wieder eingreifen. Es ist also noch ein bisschen Zeit, bis das Mittelfeld vor Qualität aus allen Nähten platzt.

Trotzdem gehört die Besetzung der Mittelfeldpositionen zurzeit zu den spannendsten Fragen beim FC Bayern. Und hier kreuzen sich die Wege von Alonso und Schweinsteiger wieder. Beide präsentierten sich in den ersten drei Spielen der Rückrunde als nicht optimal abgestimmt.

Dass die Münchner am Samstag den HSV mit 8:0 aus der Arena schossen, mag auch am Gegner gelegen haben. Aber wie der Zufall so wollte, fehlte Alonso verletzt, und erstmals in der Rückrunde nahm das Spiel der Bayern so richtig Fahrt auf.

Effenberg: Alonso wird es schwer haben

An der Frage "Schweinsteiger oder Alonso?" haben sich schon einige Experten versucht, Guardiola hat sie bisher immer mit "und" beantwortet. Er schätzt ihre Übersicht, ihre Handlungsschnelligkeit und ihr Gespür fürs Spiel. Matthias Sammer folgt ohnehin der Argumentation, dass Spieler dieser Klasse immer zusammenspielen könnten.

Franz Beckenbauer hält ein Mittelfeld mit beiden für "zu starr und defensiv". Ottmar Hitzfeld bemängelte die noch nicht abgestimmte Raumaufteilung sowie die Laufwege. Am Montag sagte Stefan Effenberg, dass beide aufgrund ihrer Erfahrung zwar gemeinsam spielen könnten, es für das Bayern-Spiel aber besser wäre, "nur einen der beiden aufzustellen". Seine Präferenz ist klar: "Wenn Schweinsteiger fit ist, wird es schwierig für Alonso."

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Die Situation erinnert an die der deutschen Nationalmannschaft in den 70er Jahren, als es mit Günter Netzer und Wolfgang Overath zwei herausragende Spielmacher gab, die nicht zusammenspielen konnten. Am Ende spielte Overath. Aber der Fußball hat sich verändert und auch die Spieler sind andere. Sie sind nicht mehr so klar auf eine Position festgelegt wie noch zu Netzers Zeiten.

Alonso Sechser, Schweinsteiger Achter

Schweinsteiger hat am Samstag gesagt, es mache ihm Spaß, das Spiel von hinten raus zu machen. Er spiele diese Position ja auch in der Nationalmannschaft. Und außerdem sei der Spielaufbau viel besser gewesen.

Man kann das als Plädoyer für die alleinige Rolle vor der Abwehr lesen - muss man aber nicht. Schweinsteiger kann das Spiel auch auf einer der Halbpositionen lenken, wenn Alonso den defensiveren Part gibt. Er ist der flexiblere von beiden.

Die letzten Jahre haben gezeigt, dass Schweinsteiger seine besten Spiele nicht auf der Sechs, sondern auf der Acht gemacht hat, mit einem defensiveren Mann wie Javi Martinez an seiner Seite. Alonso kann diese Rolle ausfüllen - auch wenn sich die aktuelle Raumaufteilung im Vergleich zur Grundformation mit Doppelsechs unterscheidet.

Guardiola hat Schweinsteiger auch in der vergangenen Saison selten die alleinige Rolle als Sechser anvertraut, er sieht ihn weiter vorne. Schweinsteiger hat auch Stärken im Abschluss, kann aus der Distanz schießen oder in den Strafraum ziehen und seine Gefährlichkeit im Kopfball ausspielen.

Schweinsteigers und Alonsos Opta-Statistiken der Bundesliga-Saison 2014/15

Besetzung der Innenverteidigung entscheidend

Klar ist, dass Bayern mit Alonso und Schweinsteiger nicht die große Dynamik im Zentrum hat. Die Besetzung mit Alaba oder zu einem späteren Zeitpunkt Thiago bringt hier mehr Geschwindigkeit. Aber das spricht nicht gleich für eine Inkompatibilität von Schweinsteiger und Alonso.

Der Spanier hatte über Jahre hinweg einen festen Platz in der spanischen Nationalmannschaft. Auch dort musste er sich die Spieleröffnung mit Ballkontaktesammlern wie Xavi und Sergio Busquets teilen. Dem Erfolg hat das nicht geschadet.

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Entscheidend für die Geschwindigkeit und Rafinesse des Bayern-Spiels ist auch nicht nur die personelle Besetzung des Mittelfelds, sondern auch die Reihe dahinter. Dante und Medhi Benatia sind nicht die besten Aufbauspieler, bekamen aufgrund von Jerome Boatengs Sperre und Holger Badstubers Rückkehr nach Verletzungspause aber die meiste Spielzeit.

Die ewige Torjägerliste der Königsklasse
Rang 1: Lionel Messi - 77 Tore (seit 2004)
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Rang 1: Lionel Messi - 77 Tore (seit 2004)
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Rang 1: Christiano Ronaldo - 77 Tore (seit 2004)
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Rang 1: Christiano Ronaldo - 77 Tore (seit 2004)
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Rang 1: Raul - 71 Tore (1995 - 2011)
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Rang 1: Raul - 71 Tore (1995 - 2011)
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Rang 4: Ruud van Nistelrooy: 56 Tore (1998 - 2009)
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Rang 4: Ruud van Nistelrooy: 56 Tore (1998 - 2009)
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Rang 5: Thierry Henry - 51 Tore (1997 - 2012)
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Rang 5: Thierry Henry - 51 Tore (1997 - 2012)
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Rang 6: Alfredo Di Stefano - 49 Tore (1955 - 1964)
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Rang 6: Alfredo Di Stefano - 49 Tore (1955 - 1964)
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Rang 7: Andrij Schewtschenko - 48 Tore (1994 - 2009)
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Rang 7: Andrij Schewtschenko - 48 Tore (1994 - 2009)
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Rang 8: Filippo Inzaghi - 46 Tore (1995 - 2010)
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Rang 8: Filippo Inzaghi - 46 Tore (1995 - 2010)
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Rang 8: Eusebio - 46 Tore (1961 - 1974)
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Rang 8: Eusebio - 46 Tore (1961 - 1974)
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Rang 10: Didier Drogba - 43 Tore (seit 2003)
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Rang 10: Didier Drogba - 43 Tore (seit 2003)
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Wie wichtig die Passqualitäten der beiden deutschen Nationalspieler aber sind, zeigte sich am Samstag. "Holger hat viele Qualitäten. Er hat ein gutes Kopfballspiel und ist schnell", sagte Guardiola. "Aber seine überragende Qualität ist, zu lesen, wo der freie Mann ist." Mit Badstuber habe man einen Spieler mehr.

Gemeinsam gegen Donezk

Badstuber hat gegen den HSV 90 Minuten durchgespielt. Ob ihn Guardiola gegen Shachtjor Donezk nach seiner langen Pause gleich wieder von Beginn an bringt, ist offen. Sicher scheint aber die Rückkehr von Boateng, der in der Champions League nicht gesperrt ist.

Ebenso sicher ist ein Einsatz von Xabi Alonso. Das Fehlen gegen den HSV war eine reine Vorsichtsmaßnahme, der Oberschenkel zwickte. Jetzt ist er wieder fit. Er wird spielen - neben Bastian Schweinsteiger.

Der Kader des FC Bayern München

Andreas Lehner

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Andreas Lehner(Ressortleiter Fußball)

Andreas Lehner, Jahrgang 1984, ist als Head of Football verantwortlich für Inhalte und Abläufe im Fußball-Ressort. Der gebürtige Niederbayer kam 2007 nach dem Abschluss seines Studiums der Medien- und Kommunikationswissenschaften zu SPOX. Verantwortete zwei Jahre lang ran.de und berichtet u.a. vom FC Bayern und der Nationalmannschaft. War auch bei der WM 2014 als Reporter in Brasilien im Einsatz.

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