Dienstag, 27.03.2012

Bayern-Profis verweigern Gedanken ans Halbfinale

"Voller Respekt" die Kräfte schonen

Ehrenpräsident Franz Beckenbauer spricht schon von der Favoritenrolle im möglichen Heimfinale - er darf so etwas. Karl-Heinz Rummenigge dagegen dämpfte die Euphorie vor dem Abflug am Dienstagmorgen: "Wir denken noch nicht ans Finale. Es wäre ein großer Fehler, Marseille zu unterschätzen", sagte Bayern Münchens Vorstandschef kurz vor dem Check-In des Sonderfluges LH 2570 in Richtung Marseille zum Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League am Mittwoch (20.45 Uhr im LIVE-TICKER).

Für Franck Ribery (r.) ist die Partie in Marseille ein halbes Heimspiel
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Für Franck Ribery (r.) ist die Partie in Marseille ein halbes Heimspiel

Ziel ist und bleibt der große Showdown am 19. Mai in der heimischen Arena, aber "OM" ist trotz anhaltender Krise und acht Spielen ohne Sieg keineswegs Laufkundschaft: Immerhin hat der französische Vizemeister schon Bayerns Dauerrivalen Dortmund aus dem Wettbewerb geworfen. "Das Halbfinale ist möglich", fügte Rummenigge hinzu, "aber das Viertelfinale wird kein Selbstläufer. Wir gehen voller Respekt in die Partien."

Rummenigge hofft auf Einsatz von Schweinsteiger

Mit im Flugzeug saß auch Bastian Schweinsteiger, der trotz anhaltender Probleme am Sprunggelenk den Bayern-Tross nach Marseille begleitet hat. "Wir brauchen ihn für unsere Ziele und hoffen, dass er einsatzfähig ist", sagte Rummennige.

Ob der Nationalspieler im Kader steht, entscheidet sich aber erst am Mittwochmorgen. Zumindest beim Abschlusstraining am Dienstagabend mischte er mit. "Bastian ist seit zwei Tagen wieder beschwerdefrei", sagte Bayern-Trainer Jupp Heynckes. Der 66 Jahre alte Fußballtrainer erwartet in Marseille einen "großen Fight", wie er sagte.

3:0 und 3:2 besiegte Marseille den deutschen Tabellenführer in der Gruppenphase. "Das ist uns ja noch nicht gelungen", sagte Toni Kroos hämisch grinsend - wohl noch ein weiterer Ansporn für den sechsten Pflichtspiel-Sieg in Folge. Sportdirektor Christian Nerlinger reicht wie Präsident Uli Hoeneß zwar "ein Unentschieden als solide Basis", ein Erfolg wäre mit Blick auf die anstehenden englischen Wochen aber deutlich angenehmer.

"Wir werden ja nicht jedes Rückspiel 7:0 gewinnen", sagte Kroos in Erinnerung an das Achtelfinale gegen den FC Basel. Die Bayern haben einen Lauf, aber die Beine werden nach den Schützenfesten der vergangenen Wochen langsam müder - und die Gegner härter.

Die besten Bilder der CL-Achtelfinal-Rückspiele
Real Madrid - Olympique Lyon 3:0: Auch in Madrid wurde vor dem Anpfiff den Opfern der Katastrophe in Japan gedacht
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Als die Partie dann allerdings lief, ging es hoch her. Gourcuff (l.) nahm Real Carvalho mal ordentlich auf die Schippe
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In der 37. Minute schlug die Stunde von Marcelo. Der Linksverteidiger brachte Real mit einer schönen Aktion in Führung
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Und dann ging es ab zum Jubeln. Komm her, Sergio, jetzt wird gefeiert!
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FC Chelsea - FC Kopenhagen 0:0: Müde Nullnummer in London. Chelseas Schirkow (l.) war noch einer der besten, die Gäste fielen immerhin durch ihre eigenwilligen Trikots auf
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Kopenhagens Oldie Jesper Groenkjaer (r.) konnte an alter Wirkungsstätte auch kaum Akzente setzen
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Kopenhagens Oldie Jesper Groenkjaer (r.) konnte an alter Wirkungsstätte auch kaum Akzente setzen
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Die beste Chance der Blues vergab Nicolas Anelka in der ersten Halbzeit. Kopenhagens Keeper Johan Wieland rettet bravourös
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FC Bayern München - Inter Mailand 2:3: Nach nur vier Minuten gab es die eiskalte Dusche für den FCB. Samuel Eto'o fand die Lücke in der Viererkette und tunnelte Thomas Kraft
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Eto'o war auch in der Folgezeit ein ständiger Unruheherd und beschäftigte Schweinsteiger und Co. mehr als ihnen lieb war
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Das glaubt uns niemand, wenn wir behaupten: Der Ball geht rein! Das ist aber kein verfrühter Aprilscherz - Gomez' Rückzieher hatte Traumtor-Charakter
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Und der Gomez-Ausgleich war noch nicht alles in Durchgang eins... Thomas Müller vollendete eine Kombination der Bayern eiskalt zum 2:1
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Doch dann der Schock: Nachdem die Bayern reihenweise Chancen liegen ließen, schlug Wesley Sneijder zu und besorgte den Ausgleich. Und das war nicht alles...
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In der 88. Minute holte Goran Pandew zum Schlenzer aus - und traf mitten ins Bayern-Herz. Bayern München scheidet im Achtelfinale aus der Champions League aus
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Nach dem Spiel kannte die Freude bei Inter Mailand keine Grenze mehr. Keeper Julio Cesar, der noch vor dem 1:1 patzte, wurde auf Händen getragen
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Manchester United - Olympique Marseille 2:1: Außenseiter Marseille kam mit einem 0:0 aus dem Hinspiel im Gepäck ins Old Trafford. Keine schlechte Ausgangsposition...
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Wenn Fußball zur Nebensache wird... Kurz vor dem Anpfiff hielt Old Trafford inne - im Gedenken an die Opfer der Katastrophe in Japan
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Fünf Minuten waren genug, um Olympique Marseille den ersten Punch zu verpassen. "El Chicharito" - die kleine Erbse - netzte zur Führung für die Red Devils ein
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Da staunt Englands Nationalcoach Fabio Capello auf der Tribüne. Pech für ihn: Chicharito, der eigentlich Javier Hernandez heißt, ist Mexikaner
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Und die Hernandez-Show ging weiter: Im zweiten Durchgang legte der Mexikaner zum 2:0 nach. Der Anschlusstreffer der Gäste reichte nicht mehr - ManUtd ist weiter!
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"Emotionales Geschenk" für Ribery

Zum vierten Mal binnen sechs Jahren stehen die Münchner im Viertelfinale der Königsklasse - auf einen weiteren Titel warten sie aber seit nunmehr elf Jahren. "Mit den Kräften müssen wir nun haushalten", sagte Nerlinger daher. Den Spielern kam es gerade recht, dass Jupp Heynckes am Montag trainingsfrei gegeben hatte. Thomas Müller und Mario Gomez konnten ihre Wehwehchen auskurieren.

Gut gelaunt schlenderten Franck Ribery und Co. durch Terminal 2 des Münchner Flughafens, wohlwissend um die "Hürde" (Mario Gomez), die sie am Mittwoch im milden französischen Frühlingswind des "Stade Vélodrom" erwarten wird. "Das wird sehr, sehr schwer", sagte Ribery. Zwei Jahre spielte er für Marseille. Das sei ein "emotionales Spiel für ihn", bekannte der Franzose. Doch mit einem Sieg könnten die Bayern Torhüter Manuel Neuer ein "nachträgliches Geschenk bescheren", wie dieser sagte. Neuer feierte am Dienstag seinen 26. Geburtstag.

Beckenbauer ist davon überzeugt und hofft sogar auf ein Halbfinale Bayern gegen Madrid: "Die sind machbar". Sei man dann erstmal im Finale, "bist du eh Favorit - auch gegen Barcelona". Ribery allerdings verschwendet noch keinen Gedanken an eine Partie gegen Madrid. "Wir spielen doch in Marseille, oder"? Und Arjen Robben ergänzte: "Auch wenn Marseille zurzeit keinen Lauf hat, wird es dort sehr schwer."

Robben: "Es kann alles passieren."

Flügelstürmer Arjen Robben möchte noch immer nichts von einer bevorstehenden Vertragsverlängerung beim FC Bayern München wissen. "Dazu ist doch schon alles gesagt", betonte der 28 Jahre alte Niederländer vor dem Abflug. Robbens Vertrag endet zwar erst im Sommer 2013, aber der Verein würde gerne mit ihm jetzt schon verlängern. "Es kann in nächster Zeit alles passieren", sagte Robben.

Ob er denn seine Vertragsverlängerung auf dem Münchner Rathausbalkon während einer Feierlichkeit bekannt geben wird wie einst Franck Ribery? "Das ist eine schöne Idee, aber dafür müsste ich erst einmal den Vertrag verlängern und wir einen Titel holen", sagte Robben. "Und so weit ist es noch nicht."

Verband verlegt Spiel für OM

Die Königsklasse war die ganze Saison über die Wohlfühloase der Franzosen um den ehemaligen Bayern-Reservisten Alou Diarra, auch Inter Mailand musste das in der Runde der besten 16 erfahren. "Nur gute Mannschaften kommen in der Champions League weiter", warnte Müller, obwohl Trainer Didier Deschamps in Torhüter Stéve Mandanda und Innenverteidiger Diawara die beiden wichtigsten Abwehrsäulen ersetzen muss. Die Ambitionen der Franzosen zeigen sich schon durch die Verlegung des für Samstag angesetzten Liga-Spiels gegen HSC Montpellier.

Am 11. April findet dieses Spiel nun statt, 38 Tage vor dem großen Finale in München. "Will Marseille da hin, ist ohnehin ein Wunder nötig", sagte der französische Nationaltrainer Laurent Blanc.

Die Viertelfinal-Partien im Überblick


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Franz Beckenbauer spricht schon von der Favoritenrolle im möglichen Heimfinale - er darf so etwas. Rummenigge dagegen dämpfte die Euphorie vor dem Abflug am Dienstagmorgen.

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