Champions League

Gross: "Wir brauchen das perfekte Spiel"

SID
Dienstag, 16.03.2010 | 15:45 Uhr
Zlatan Ibrahimovic (M.) erzielte im Hinspiel den Treffer zum 1:1-Endstand
© Getty
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Das perfekte Spiel für die große Sensation: Der VfB Stuttgart strebt im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen den Topfavoriten und Titelverteidiger FC Barcelona das Wunder von Camp Nou an.

"Wir haben keine Chance, aber die wollen wir nutzen. Wir fahren nicht zum Spaß nach Spanien. Jeder muss das Spiel seines Lebens abliefern, dann können wir das Unmögliche schaffen", sagte Sportdirektor Horst Heldt vor dem Abflug zur schwäbischen Mission impossible am Mittwoch (20.30 Uhr im LIVE-TICKER, auf SAT.1 und SKY) gegen Lionel Messi und Co.

Auch der 40 Jahre alte Torwart Jens Lehmann, für den es möglicherweise der letzte große internationale Auftritt sein könnte, machte seinen Kollegen nach dem 1:1 im Hinspiel Mut: "Vielleicht schaffen wir ja ein Ergebnis, bei dem die gesamte Fußball-Welt aufhorcht. Wir sind nicht der Favorit, aber wir haben mehr als eine Nullchance."

Um diese kleine Chance gegen das Starensemble von Trainer Josip Guardiola zu realisieren, bereitete VfB-Coach Christian Gross sein Team akribisch vor. Sogar Elfmeterschießen wurde geübt.

"Wir werden unsere Chance suchen"

"Wir wollen uns später nicht den Vorwurf machen lassen, nicht an jedes Detail gedacht zu haben. Wir werden auch in Barcelona unsere Chance suchen", sagte der Schweizer und fügte an: "Wir brauchen das perfekte Spiel."

Vor allem Lehmann, der in seiner langen Karriere noch nie im Camp Nou gespielt hat ("Das fehlt mir noch"), steht dabei besonders im Mittelpunkt.

"Ich habe zu Jens Lehmann schon gesagt, dass er das Spiel seines Lebens machen muss", sagte Gross. Der ehemalige Nationaltorhüter freut sich auf die große Herausforderung.

"Das sind die Partien auf absolutem Weltklasseniveau, von denen jeder Profifußballer träumt", betonte Lehmann und ergänzte gelassen: "Der Trainer setzt mich unter Druck, das mag ich."

"Messi ist ein wunderbarer Fußballer"

Auf der anderen Seite richten sich alle Blicke und Hoffnungen auf Superstar Messi, der sich am Sonntag mit einem Hattrick beim 3: 0 gegen Valencia schon einmal für Stuttgart warmgeschossen hat.

Da geriet selbst Gross ins Schwärmen. "Er ist ein wunderbarer Fußballer", sagte er, "es wäre nur hilfreich, wenn er nicht gleich am Mittwoch gegen uns wieder drei Tore erzielen würde".

Heldt merkte angesichts weiterer Hochkaräter bei Barca wie Xavi, Andres Iniesta oder Zlatan Ibrahimovic jedoch an, "dass wir uns nicht nur auf Messi konzentrieren können. Wir müssen jeden einzelnen Spieler von denen beackern, dann haben wir eine kleine Chance."

Der erstmalige Einzug ins Viertelfinale der Königsklasse, das am Freitag in der UEFA-Zentrale in Nyon ausgelost wird, würde sich für die Schwaben auf jeden Fall lohnen.

Geldsegen für Stuttgart

3,3 Millionen zahlt die UEFA an Prämie, dazu kommen Einnahmen aus dem TV- und Marketingpool sowie dem Ticketverkauf. Dem VfB winken so rund sieben Millionen Euro.

Deshalb könnte sich der Tabellenneunte der Bundesliga auch die Sonderprämie für die Spieler von jeweils 60.000 Euro für ein Weiterkommen locker leisten.

Stuttgart kann gegen den Tabellenzweiten der Primera Division die vermeintlich stärkste Aufstellung aufbieten, nachdem Verteidiger Stefano Celozzi seine fiebrige Erkältung auskuriert hat.

Auch die zuletzt leicht angeschlagenen Alexander Hleb und Serdar Tasci stehen zur Verfügung.

Messi warnt vor dem VfB

Wie schwer die Aufgabe gegen die Katalanen wird, verdeutlichte der von Barcelona an den VfB ausgeliehene Hleb noch einmal: "Im Vergleich zu normalen Mannschaften ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht, das sind Weltstars."

Dennoch ist auch für den Weißrussen die Lage nicht aussichtslos: "Wir haben eine Chance - aber wir müssen lernen, unsere Torchancen zu nutzen."

Und selbst Messi warnte vor einem bösen Erwachen gegen den VfB und erinnerte an das überraschende Achtelfinal-Aus des Erzrivalen Real Madrid gegen Olympique Lyon: "Das war für uns ein Hinweis, dass wir noch nicht im Viertelfinale sind."

Alex Hleb im Interview: "Weil wir das Spiel unseres Lebens machen"

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