Fussball

SV Werder Bremen - Bayer 04 Leverkusen 2:6: Eiskalte Werkself nimmt Werder auseinander

Kevin Volland (M.) bejubelt seinen Treffer zum 1:0.

Bayer Leverkusen hat am 9. Spieltag den erhofften Befreiungsschlag gelandet. In einem tollen Fußballspiel gewann die Werkself auswärts bei Werder Bremen mit 6:2 (3:0)- die Highlights im Video.

Ohne den verletzten Moisander ließ Kohfeldt ein 3-6-1 spielen, mit den Neuen Friedl und Langkamp in der Dreierkette. Eine Taktik, die vollkommen nach hinten losging: Bei Werder fehlte die Abstimmung mit den Flügelspielern und innerhalb der Kette, was Bayer mit schnellem Spiel der technisch starken Offensiven ausnutzte.

Nach dem frühen Treffer dominierte Werder zwar das Spiel und hatte auch Chancen - Wendell klärte gegen Kruse auf der Linie - ließ nach hinten aber viel zu viel zu. Der völlig indisponierte Friedl ermöglichte durch individuelle Fehler zwei Großchancen, die beiden Konter zum 2:0 und 3:0 fielen ebenfalls über seine Seite.

Kohfeldt stellte zur Pause auf Viererkette und Raute um und brachte Pizarro für Friedl. Werder wieder mit Schwung nach vorn und viel Risiko in der Absicherung, nach einem Pfostentreffer von Bellarabi gelang tatsächlich der schnelle Doppelschlag.

Der nächste Konter der Werkself brachte jedoch die kalte Dusche, ein Pavlenka-Patzer nach einer Ecke stellte sogar auf 2:5. Werder brach in der Schlussphase völlig auseinander, stand hinten völlig offen und hätte noch mehr Treffer kassieren können.

Die Daten des Spiels SV Werder Bremen gegen Bayer 04 Leverkusen

Tore: 0:1 Volland (8.), 0:2 Brandt (38.), 0:3 Bellarabi (45.), 1:3 Pizarro (60.), 2:3 Osako (62.), 2:4 Havertz (67.), 2:5 Dragovic (72.), 2:6 Hvertz (77.)

  • Heimnimbus verloren: Im 17. Ligaheimspiel unter Florian Kohfeldt verliert Werder Bremen zum 1. Mal (8 Siege, 8 Remis). Damit endet Werders längste Ungeschlagen-Serie in Ligaheimspielen seit fast 23 Jahren. Erstmals seit dem 7. Dezember 2013 und dem 0:7 gegen den FC Bayern gab es wieder mehr als 5 Gegentore in einem BL-Heimspiel.
  • Pizarro hat jetzt in 18 seiner 19 Saisons im deutschen Oberhaus getroffen, nur 2014/15 ging er leer aus. Mit 18 Saisons mit einem Torerfolg hat Pizarro den BL-Rekord von Klaus Fischer eingestellt.
  • Pizarro ist der zweitälteste Torschütze der Liga-Geschichte: Lediglich Mirko Votava war bei seinem letzten Bundesliga-Treffer noch älter (40 Jahre, 121 Tage) als Pizarro - damals ebenfalls im Trikot von Werder.

Der Star des Spiels: Kevin Volland (Bayer Leverkusen)

Hier könnten auch die drei anderen aus Bayers überragendem Offensiv-Quartett stehen (Havertz, Brandt, Bellarabi, Volland). Volland mit starkem Sprint in den Raum zum 1:0, legte Bellarabi das 3:0 und Havertz das 5:0 mit guten Pässen auf.

Der Flop des Spiels: Marco Friedl (Werder Bremen)

Rabenschwarze 45 Minuten für den Defensivmann links hinten in der Dreierkette. Ließ konstant Gegenspieler in seinem Rücken laufen, alle drei Tore in der ersten Halbzeit fielen über seine Seite. Dazu noch mit zwei individuellen Patzern, die Großchancen für Bayer ermöglichten. Durfte nach 45 Minuten runter. Führte die meisten Zweikämpfe bei Werder, gute Passquote als Stürmer mit über 80 Prozent.

Der Schiedsrichter: Marco Fritz

Entschied beim Treffer von Osako zunächst zusammen mit seinem Linienrichter auf Abseits, dann griff jedoch der VAR aus Köln ein: Weil Bender den Ball abgefälscht hatte, wurde auf neue Spielsituation entschieden - das Tor zählte. Beim 1:0 für Bayer lag er falsch, es hätte eigentlich Einwurf Werder geben müssen. In einem solchen Fall darf der VAR jedoch nicht eingreifen.

Die Reaktionen zu Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen

Florian Kohfeldt (Trainer Werder Bremen): "Wir haben einen Aspekt des Fußballs vergessen. Das war die Absicherung der Konter. Das ist bitter und tut weh. Das wird uns aber nicht umwerfen."

Heiko Herrlich (Trainer Bayer Leverkusen): "Ich hoffe, dass das Spiel Kräfte freisetzt und die Mannschaft den Schwung mitnehmen kann. Wir wollten gut verteidigen und sie auskontern. Das ist uns gut gelungen. Ich bin hochmotiviert und versuche die Mannschaft bestmöglich vorzubereiten."

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