Fussball

FC Bayern München - SC Freiburg 1:1: Später Schock für schwache Bayern

Keine Durchschlagskraft: Robert Lewandowski und Co. taten sich gegen den SC Freiburg extrem schwer.

Der FC Bayern München hat seinen fünften Pflichtspielsieg in Folge verpasst. Am 10. Spieltag kam der deutsche Rekordmeister nicht über ein 1:1 (0:0) gegen den SC Freiburg hinaus - die Highlights im Video.

Bayern-Trainer Kovac rotierte sein Team nach dem knappen Sieg im DFB-Pokal gegen Rödinghausen (2:1) kräftig durch. Nur Neuer, Rafinha, Süle, Alaba und Sanches blieben in der Startelf. Die auffälligste Umstellung: Kimmich ersetzte den verletzten Thiago im defensiven Mittelfeld. An der kovac'schen Grundordnung änderte sich dadurch aber nichts, die Hausherren agierten im gewohnten 4-3-3.

Freiburg-Coach Streich musste den Ausfall von Torjäger Petersen, der sich beim Pokalaus gegen Holstein Kiel (1:2) eine Muskelverletzung zugezogen hatte, kompensieren. Höler und Kleindienst bildeten die Breisgauer Doppelspitze. Das Hauptaugenmerk der Gäste lag aber von Anfang an auf der Defensive.

Sie standen sehr tief und verteidigten im 4-5-1. Der Rekordmeister kontrollierte Ball und Gegner, tat sich wie so häufig in den vergangenen Wochen allerdings schwer, Gefahr im letzten Drittel zu entwickeln. Bis auf Lewandowski, der alleine vor dem Tor in Schwolow seinen Meister fand (26.), und Robben mit einem schönen, aber unplatzierten Seitfallzieher (34.) spielte sich die Kovac-Mannschaft keine nennenswerten Chancen im ersten Durchgang heraus. Die Quittung für den tempoarmen, einfallslosen Bayern-Fußball: vereinzelte Pfiffe von den Rängen.

Nach dem Seitenwechsel bot sich den Zuschauern in der Allianz Arena ein anderes Bild. Bayern investierte mehr, aber auch Freiburg ging mutiger zu Werke. Ein Tor von Kleindienst (54.) zählte wegen Abseits nicht, auf der Gegenseite zeigte Schwolow mehrere Glanzparaden - bis zur 80. Minute. Dann fasste sich Gnabry ein Herz und überwand den Freiburger Keeper mit einem Flachschuss ins kurze Eck. Alles sah nach einem Arbeitssieg des Favoriten aus. Die unermüdlichen Freiburger wollten und sollten München aber nicht ohne eine Belohnung verlassen. Höler verwertete eine Günter-Flanke zum viel umjubelten, am Ende mehr als verdienten Ausgleich (89.).

Die Daten des Spiels FC Bayern München gegen SC Freiburg

  • Tore: 1:0 Gnabry (80.), 1:1 Höler (89.)
  • Es war der Tag der Jubiläen beim FC Bayern: Manuel Neuer und David Alaba bestritten jeweils ihr 200. Bundesliga-Spiel im Dress des Rekordmeisters, während Franck Ribery zu seinem 400. Pflichtspiel-Einsatz kam. Der Franzose darf sich als erstes ausländischer Spieler in der Vereinsgeschichte bezeichnen, der diese Marke erreicht.
  • Die letzten acht Schüsse, die auf das Tor von Manuel Neuer in der Bundesliga kamen, waren allesamt drin.

Der Star des Spiels: Christian Günter (SC Freiburg)

Ackerte und rackerte 90 Minuten lang unermüdlich auf seiner linken Seite. Belohnte seinen beherzten Auftritt mit einer tollen Torvorlage für Höler kurz vor Schluss.

Der Flop des Spiels: Robert Lewandowski (FC Bayern München)

Ließ eine der wenigen Großchancen der Münchner liegen, abgesehen davon aber auch jegliche Bindung zum Spiel vermissen, Hatte mit 31 Ballaktionen die wenigsten aller Startelf-Feldspieler. Ein gebrauchter Tag für den Polen.

Der Schiedsrichter: Felix Zwayer

Hatte in einer insgesamt fair geführten Begegnung alles im Griff. Entschied nach einem Foul im Sechzehner an Gnabry (39.) auf Weiterspielen, pfiff Kliendiensts Treffer (54.) wegen Abseits zurück und interpretierte Guldes Ballberührung im Sechzehner (58.) nach zweiminütiger Rücksprache mit seinem Videoassistenten nicht als Handspiel - korrekt.

Stimmen und Reaktionen zu FC Bayern München gegen SC Freiburg

Niko Kovac (Trainer FC Bayern München): "Wir haben gut begonnen, wir haben variabel gespielt, wir haben den Ball sehr gut laufen lassen. Wenn wir das 1:0 durch Lewy (Lewandowski; Anm. d.Red.) machen, ist es sehr viel leichter. Die zweite Halbzeit war ein Anrennen. Wir sind natürlich enttäuscht. Dortmund ist weit, wir haben jetzt erst mal Athen."

Hasan Salihamidzic (Sportdirektor FC Bayern München): "Wir haben die ersten 15-20 Minuten gut gespielt, mit Freude und Druck. Dann haben wir wieder zu langsam gespielt, uns nicht viele Chancen erarbeitet. Wir haben es einfach nicht gut gemacht. Das hat träge ausgesehen. Wir schaffen es nicht, alles im höchsten Tempo zu machen. Uns fehlen Spritzigkeit und Freude. Wir müssen schauen, wie wir uns verbessern."

Christian Streich (Trainer SC Freiburg): "Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen. Wir haben mit dem Gegenpressing von Bayern Probleme gehabt, haben Bälle verloren. Nach der Phase aber wurde es besser. Es ist für Bayern natürlich extrem schwierig, wenn eine Mannschaft so defensiv steht und verteidigt. Ich bin überglücklich, dass wir jetzt mal Unentschieden gespielt haben. Wir haben hier oft genug verloren."

Serge Gnabry (FC Bayern München): "Wir haben uns das natürlich anders vorgestellt. Die Gegner machen es uns nicht leicht, weil sie tief hinten drin stehen. Aber wir sind trotzdem oft in der gegnerischen Box. Das Problem: Wir machen zu wenige Tore. Das müssen wir verbessern. Wir geben täglich alles, die Stimmung bei uns ist gut."

Alexander Schwolow (SC Freiburg): "Wir haben hier schon andere Bayern erlebt, ich habe schon oft viele Gegentore kassiert. Das ist heute natürlich ein gefühlter Dreier für uns. Die ganze Mannschaft hat es gut gemacht."

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